Ghör-Transkript — Level B1
Jedes Segmänt: Dialäkt näbe em Hochdüütsch. Bitte i de ✏️ Korrektur-Spalte markiere, wo de Dialäkt oder d Übersetzig nöd stimmt.
Teil 1/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 1/7 — Teil 1 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Es isch Abend, das Badzimmerlicht grell, ich, bald 38, stehe vor dem Spiegel und schaue mir selber ins Gesicht. | Es ist Abend, das Badezimmerlicht grell, ich, bald 38, stehe vor dem Spiegel und schaue mir selbst ins Gesicht. | |
| 2 | Und plötzlich isch er da, der Gedanke in meinem Kopf, den ich vorher noch nie gedacht habe: Was kostet eigentlich so eine Botoxspritze? | Und plötzlich ist er da, der Gedanke in meinem Kopf, den ich vorher noch nie gedacht habe: Was kostet eigentlich so eine Botoxspritze? | |
| 3 | Und wieso noch einmal genau will ich das nöd machen? | Und wieso genau will ich das nicht machen? | |
| 4 | Mir, so mit 35 oder so, habe ich mir angefangen, zu aufregen über diese tiefe Falten zwischen meinen Augenbrauen. | Ich, so mit 35 oder so, habe angefangen, mich über diese tiefen Falten zwischen meinen Augenbrauen aufzuregen. | |
| 5 | Mich stört es überhaupt nöd, das sage ich jetzt. | Es stört mich überhaupt nicht, das sage ich jetzt. | |
| 6 | Ich hoffe mega fest, dass ich mal Lachfalten bekomme, weil ich finde das mega schön, wenn andere Menschen das haben. | Ich hoffe sehr, dass ich mal Lachfalten bekomme, weil ich das sehr schön finde, wenn andere Menschen das haben. | |
| 7 | Ich bin Yogalehrerin, ich kann doch nöd so etwas Unnatürliches machen wie Botox. | Ich bin Yogalehrerin, ich kann doch nicht so etwas Unnatürliches machen wie Botox. | |
| 8 | Da gehen wahnsinnig, wahnsinnig viel Geld us für so ein Zeug. | Da gibt man wahnsinnig viel Geld für so ein Zeug aus. | |
| 9 | Doch! Etwas in mir will das! | Doch! Etwas in mir will das! | |
| 10 | Diese widersprüchlichen Stimmen, die wechseln sich auf einmal in meinem Kopf ab. | Diese widersprüchlichen Stimmen wechseln sich plötzlich in meinem Kopf ab. | |
| 11 | Im Hintergrund, wie ein Rauschen, der gesellschaftliche Sog aus zwei Richtungen. | Im Hintergrund, wie ein Rauschen, der gesellschaftliche Druck aus zwei Richtungen. | |
| 12 | Aus der einen, die Verlockungen der Beauty-Industrie, die Milliardenumsätze macht in der Schweiz. | Aus der einen, die Verlockungen der Beauty-Industrie, die Milliardenumsätze in der Schweiz macht. | |
| 13 | Wir sind global Spitze bei Schönheitschirurgischen Eingriffen. | Wir sind global Spitze bei Schönheitschirurgischen Eingriffen. | |
| 14 | Botox isch in dieser Branche etwa so harmlos wie ein Suggus. | Botox ist in dieser Branche etwa so harmlos wie ein Suggus. | |
| 15 | Auf der anderen Seite das Lager natürlich altern. | Auf der anderen Seite das Lager natürlich altern. | |
| 16 | Das Buch «Altern» von der Elke Heidenreich, Autorin und Literaturkritikerin, war im deutschsprachigen Raum das meistverkaufte im Jahr 2020. | Das Buch «Altern» von Elke Heidenreich, Autorin und Literaturkritikerin, war im deutschsprachigen Raum das meistverkaufte im Jahr 2020. | |
| 17 | Wie und wo kann ich in Ruhe und selbstbestimmt älter werden? | Wie und wo kann ich in Ruhe und selbstbestimmt älter werden? | |
| 18 | Bei der Arbeit zu diesem Input schlöndern mir Frauenthemen wie eine meterhohe Welle entgegen. | Bei der Arbeit zu diesem Input strömen mir Frauenthemen wie eine meterhohe Welle entgegen. | |
| 19 | Aber auch auf Männer lastet beim Älterwerden ein Druck. | Aber auch auf Männer lastet beim Älterwerden ein Druck. | |
| 20 | Das Ideal vom graumelierten, finanziell erfolgreichen Beau, der in Krypto investiert und dank dem Longevity-Trend mit 120 wird. | Das Ideal vom graumelierten, finanziell erfolgreichen Beau, der in Krypto investiert und dank dem Longevity-Trend 120 Jahre alt wird. | |
| 21 | Mein Name isch Julia Rüsch. | Mein Name ist Julia Rüsch. | |
| 22 | Und ich bin in einem Alter, wo die einen sagen, «Ah, du gehst gegen die 40. | Und ich bin in einem Alter, wo die einen sagen: «Ah, du gehst auf die 40. | |
| 23 | Wie isch denn das, so alt sein?» | Wie ist das, so alt zu sein? | |
| 24 | Und die anderen finden, «Jö, was denkst denn du schon über das Botox nach? Du bist ja noch ein Bibeli.» | Und die anderen finden: «Jö, was denkst du schon über Botox? Du bist ja noch ein Kind.» | |
| 25 | Die Fragen führen mich zu Marlies Bärtsch in ihre gynäkologische Praxis in Winterthur. | Die Fragen führen mich zu Marlies Bärtsch in ihre gynäkologische Praxis in Winterthur. | |
| 26 | Ich sitze im Sprechzimmer auf dem Stuhl vis-à-vis von Marlies Bärtsch. | Ich sitze im Sprechzimmer auf dem Stuhl gegenüber von Marlies Bärtsch. | |
| 27 | Sie isch primär Gynäkologin und hat sich vor ein paar Jahren noch ein zweites Standbein in die Praxis geholt. | Sie ist primär Gynäkologin und hat sich vor ein paar Jahren ein zweites Standbein in die Praxis geholt. | |
| 28 | Das Botox. | Das Botox. | |
| 29 | Das Angebot geht auf. | Das Angebot ist vielfältig. | |
| 30 | Es zieht sehr verschiedene Kundinnen an. | Es zieht sehr verschiedene Kundinnen an. | |
| 31 | Einerseits interessiert mich der Mensch dahinter, der kommt und den Wunsch äussert. | Einerseits interessiert mich der Mensch dahinter, der kommt und seinen Wunsch äußert. | |
| 32 | Oftmals bin ich auch sehr überrascht von diesem Typ Mensch, weil primär hätte ich nöd gedacht, dass diese Frau das möchte. | Oft bin ich auch sehr überrascht von diesem Typ Mensch, weil ich primär nicht gedacht hätte, dass diese Frau das möchte. | |
| 33 | Ja, gibt es auch. | Ja, das gibt es auch. | |
| 34 | Und dann gibt es natürlich so Klischee-Frauen, ich benutze jetzt immer das Wort «Frauen», weil es mehrheitlich Frauen sind, bei denen man schon draussen auf der Strasse genau weiss und sieht, bestimmt gespritzt, gefüllt, alles schön gerichtet, sozusagen. | Und dann gibt es natürlich Klischee-Frauen, ich benutze jetzt immer das Wort «Frauen», weil es mehrheitlich Frauen sind, bei denen man schon draußen auf der Straße genau weiß und sieht, dass sie bestimmt gespritzt, gefüllt, alles schön gemacht sind. | |
| 35 | Das passt. | Das passt. | |
| 36 | Ihre Klientinnen kommen meistens mit einem bestimmten Bedürfnis. | Ihre Klientinnen kommen meistens mit einem bestimmten Bedürfnis. | |
| 37 | Sie wollen frischer aussehen. | Sie wollen frischer aussehen. | |
| 38 | Eine Frau, die noch nie gespritzt hat, sie kommt primär, weil sie die Falte sieht, und sie sich jetzt entschieden hat, ich will diese Falte nöd mehr. | Eine Frau, die noch nie gespritzt hat, kommt primär, weil sie die Falte sieht und sich jetzt entschieden hat, dass sie diese Falte nicht mehr will. | |
| 39 | Und dann, wenn der Effekt da isch, sieht sie, es isch nöd nur die Falte weg, sondern ich sehe so viel lebendiger, so viel frischer us. | Und dann, wenn der Effekt da ist, sieht sie, es ist nicht nur die Falte weg, sondern sie sieht viel lebendiger, viel frischer aus. | |
| 40 | Und ich bekomme draussen überall Komplimente. | Und ich bekomme draußen überall Komplimente. | |
| 41 | Hey, bist du in den Ferien gewesen? Hast du eine neue Gesichtscreme? | Hey, warst du im Urlaub? Hast du eine neue Gesichtscreme? | |
| 42 | Man wird darauf angesprochen. | Man wird darauf angesprochen. | |
| 43 | Und das isch dann so quasi der Trigger an, das möchte ich jetzt immer haben, das möchte ich immer gegen aussen verkörpern. | Und das ist dann sozusagen der Trigger, das möchte ich jetzt immer haben, das möchte ich immer nach außen verkörpern. | |
| 44 | Und man nimmt dann auch mit der Zeit wahr, wenn dann die Wirkung abklingt, dass dann das Gesicht wieder müder erscheint. | Und man nimmt dann auch mit der Zeit wahr, wenn die Wirkung abklingt, dass das Gesicht wieder müder erscheint. | |
| 45 | Und je älter man wird, desto mehr sind diese Deltas zu sehen und zu spüren. | Und je älter man wird, desto mehr sind diese Unterschiede zu sehen und zu spüren. | |
| 46 | Und ich denke jetzt einmal, wenn jetzt eine 25-Jährige chunt, die sieht den Effekt nöd so. | Und ich denke jetzt einmal, wenn jetzt eine 25-Jährige kommt, die sieht den Effekt nicht so. | |
| 47 | Aber wenn jetzt jemand, ich sage jetzt einmal 45, 50 plus, der sieht den Riesen-Effekt. | Aber wenn jetzt jemand, ich sage jetzt einmal 45, 50 plus, der sieht den riesigen Effekt. | |
| 48 | Und es isch interessant, weil es gaht gar nöd so sehr um Jugendlichkeit, sondern um, ich will erholt aussehen und frisch. | Und es ist interessant, weil es gar nicht so sehr um Jugendlichkeit geht, sondern darum, ich will erholt und frisch aussehen. | |
| 49 | Das wird aber sehr eng assoziiert mit jugendlich. | Das wird aber sehr eng mit Jugendlichkeit assoziiert. |
Teil 2/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 2/7 — Teil 2 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | dynamisch, vital, jugendlich. Ich denke schon, dass das stark mit dem assoziiert wird. | dynamisch, vital, jugendlich. Ich denke schon, dass das stark damit assoziiert wird. | |
| 2 | Die Behandlungen bei Marlies Bärtschi kosten zwischen 120 und 700 Franken. | Die Behandlungen bei Marlies Bärtschi kosten zwischen 120 und 700 Franken. | |
| 3 | Preise hat sie aufgelistet und die variieren je nach Faltenart. | Preise hat sie aufgelistet und die variieren je nach Faltenart. | |
| 4 | Kleine Falten spritzen gibt es ab 120 Franken. | Kleine Falten spritzen gibt es ab 120 Franken. | |
| 5 | Man kann Krähenfüsse und Lachfalten spritzen und natürlich auch die Falten, die mir bei mir selber Eindruck macht, die Zornesfalten, 350 Franken. | Man kann Krähenfüsse und Lachfalten spritzen und natürlich auch die Falten, die bei mir Eindruck machen, die Zornesfalten, 350 Franken. | |
| 6 | Was mir aber besonders auffällt, seit ich darauf achte, die Falten zwischen den Augenbrauen, die mache ich gar nicht primär, wenn ich wütend bin oder zornig, sondern wenn ich mich konzentriere und jemandem aufmerksam zuhöre oder kritisch. | Was mir aber besonders auffällt, seit ich darauf achte, sind die Falten zwischen den Augenbrauen, die mache ich gar nicht primär, wenn ich wütend bin oder zornig, sondern wenn ich mich konzentriere und jemandem aufmerksam zuhöre oder kritisch. | |
| 7 | Und in der Regel mache ich diese Falten unbewusst. | Und in der Regel mache ich diese Falten unbewusst. | |
| 8 | Ich finde immer den besten Moment, wenn der Screen am Schreibtisch auf den Sleep-Modus geht und es dann dunkel wird und ich dann aufschauen kann, dann sieht man immer, wie man in diesem Moment aussieht. | Ich finde immer den besten Moment, wenn der Bildschirm am Schreibtisch in den Schlafmodus geht und es dann dunkel wird und ich dann aufschauen kann, dann sieht man immer, wie man in diesem Moment aussieht. | |
| 9 | Das machen sehr viele Menschen unterbewusst in dem Moment, in dem sie sich fest konzentrieren auf etwas oder vertieft sind in etwas. | Das machen sehr viele Menschen unterbewusst in dem Moment, in dem sie sich fest auf etwas konzentrieren oder vertieft sind in etwas. | |
| 10 | Das sind jetzt so Reflexe, die man nicht steuern kann. | Das sind jetzt so Reflexe, die man nicht steuern kann. | |
| 11 | Das passiert einfach mit einem im Unbewussten. | Das passiert einfach mit einem im Unbewussten. | |
| 12 | Also die Falten sind irgendwo durch auch ein Spiegel des Unbewussten. | Also die Falten sind irgendwo auch ein Spiegel des Unbewussten. | |
| 13 | Ja, das kann man auch so sagen. | Ja, das kann man auch so sagen. | |
| 14 | Das heisst, es sind die Gesichtsmuskeln, die man im Leben viel benutzt und die sind verkrampft. | Das heißt, es sind die Gesichtsmuskeln, die man im Leben viel benutzt und die sind verkrampft. | |
| 15 | Das Nervengift lähmt diese und dann entspannt sich das wieder. | Das Nervengift lähmt diese und dann entspannt sich das wieder. | |
| 16 | So ist das genau richtig. | So ist das genau richtig. | |
| 17 | So wie Sie es jetzt beschreiben, sind ja Falten eigentlich wirklich Ausdruck dessen, was man mit dem Gesicht im Alltag bewusst und unbewusst macht. | So wie Sie es jetzt beschreiben, sind Falten eigentlich wirklich Ausdruck dessen, was man mit dem Gesicht im Alltag bewusst und unbewusst macht. | |
| 18 | Und das hat ja auch eine Ausdruckskraft, das ist ja auch interessant. | Und das hat ja auch eine Ausdruckskraft, das ist ja auch interessant. | |
| 19 | Das ist so und das ist im Fall auch ein Teil des Gesprächs, das wir beim Beratungsgespräch anschneiden. | Das ist so und das ist im Fall auch ein Teil des Gesprächs, das wir beim Beratungsgespräch anschneiden. | |
| 20 | Ich frage die Frauen immer, möchten sie noch Mimik haben im Gesicht? | Ich frage die Frauen immer, möchten sie noch Mimik im Gesicht haben? | |
| 21 | Möchten sie noch Gefühle zeigen können? | Möchten sie noch Gefühle zeigen können? | |
| 22 | Und dann hängt es immer davon ab, was sie sagen. | Und dann hängt es immer davon ab, was sie sagen. | |
| 23 | Also das kann ein Mann oder eine Frau sein, es gibt welche, die sagen, tatsächlich, ich möchte, dass sich mein Gesicht nicht mehr bewegt. | Also das kann ein Mann oder eine Frau sein, es gibt welche, die sagen, tatsächlich, ich möchte, dass sich mein Gesicht nicht mehr bewegt. | |
| 24 | Und andere sagen, nein, ich möchte es eigentlich so haben, dass es natürlich wirkt, aber wenn ich mein Gesicht in Ruhe habe, dass es dann keine Falten mehr hat. | Und andere sagen, nein, ich möchte es eigentlich so haben, dass es natürlich wirkt, aber wenn ich mein Gesicht in Ruhe habe, dass es dann keine Falten mehr hat. | |
| 25 | Also ich möchte noch fähig sein, Zorn, Trauer, Lachen, dass man das in meinem Gesicht erkennt. | Also ich möchte noch fähig sein, Zorn, Trauer, Lachen, dass man das in meinem Gesicht erkennt. | |
| 26 | Und das kann man dann entsprechend spritzen. | Und das kann man dann entsprechend spritzen. | |
| 27 | Indem man die Dosierung ein bisschen stärker macht oder weniger stark. | Indem man die Dosierung ein bisschen stärker macht oder weniger stark. | |
| 28 | Und eine essenzielle Frage, was will mein Gegenüber noch mit dem Gesicht darstellen gegen aussen? | Und eine essenzielle Frage, was will mein Gegenüber noch mit dem Gesicht nach außen darstellen? | |
| 29 | Weil das sehr wichtige Instrumente sind im Zusammenleben oder im sozialen Zusammensein, im nichtverbalen Kontext jetzt, zu sehen, wie fühlt sich jetzt der Mensch oder was sehe ich in diesem Gesicht. | Weil das sehr wichtige Instrumente sind im Zusammenleben oder im sozialen Zusammensein, im nichtverbalen Kontext, zu sehen, wie fühlt sich jetzt der Mensch oder was sehe ich in diesem Gesicht. | |
| 30 | Vor zwei Jahren hat Marlies Bercht angefangen, Botox anzubieten. | Vor zwei Jahren hat Marlies Bercht angefangen, Botox anzubieten. | |
| 31 | Vorher hat sie sich genau überlegt, ob sie das machen soll oder ob das Botox-Angebot ihre gynäkologische Praxis in ein unseriöses Licht rückt. | Vorher hat sie sich genau überlegt, ob sie das machen soll oder ob das Botox-Angebot ihre gynäkologische Praxis in ein unseriöses Licht rückt. | |
| 32 | Botoxe, Hyaluronsäure-Spritzen und schönheitschirurgische Behandlungen sind in der Schweiz zwar sehr beliebt. | Botoxe, Hyaluronsäure-Spritzen und schönheitschirurgische Behandlungen sind in der Schweiz zwar sehr beliebt. | |
| 33 | Nur in Brasilien gibt es im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung gleich viele Behandlungen. | Nur in Brasilien gibt es im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung gleich viele Behandlungen. | |
| 34 | Aber in der Schweiz sind schönheitschirurgische Eingriffe und Botox gesellschaftlich tabu. | Aber in der Schweiz sind schönheitschirurgische Eingriffe und Botox gesellschaftlich tabu. | |
| 35 | Wer etwas gemacht hat, erzählt das höchstens im Flüsterton. | Wer etwas gemacht hat, erzählt das höchstens im Flüsterton. | |
| 36 | Auch die Ärztin Marlies Bercht sagt, sie spritze manchmal bei sich selber etwas und dann schaue sie in den Spiegel und denke, das bin jetzt gar nicht mehr ich. | Auch die Ärztin Marlies Bercht sagt, sie spritze manchmal bei sich selber etwas und dann schaue sie in den Spiegel und denke, das bin jetzt gar nicht mehr ich. | |
| 37 | Sie sei selber noch nicht ganz im Klaren, wie sie zu kosmetischen Eingriffen steht. | Sie ist selber noch nicht ganz im Klaren, wie sie zu kosmetischen Eingriffen steht. | |
| 38 | Ich starte eine Umfrage unter Input-Führerinnen und in meinem Freundeskreis. | Ich starte eine Umfrage unter Input-Führerinnen und in meinem Freundeskreis. | |
| 39 | Voilà, eine Freundin von mir, Tenne, Yogalehrerin aus Winterthur. | Voilà, eine Freundin von mir, Tenne, Yogalehrerin aus Winterthur. | |
| 40 | Ich bin gerade 40 Jahre alt geworden. | Ich bin gerade 40 Jahre alt geworden. | |
| 41 | Und vor vier Jahren, also mit 36, habe ich das erste Mal Botox gemacht. | Und vor vier Jahren, also mit 36, habe ich das erste Mal Botox gemacht. | |
| 42 | Mit 35 oder so habe ich mir angefangen zu aufregen über diesen, ach diese tiefe Falten zwischen meinen Augenbrauen. | Mit 35 oder so habe ich angefangen, mich über diese tiefe Falten zwischen meinen Augenbrauen aufzuregen. | |
| 43 | Dann habe ich angefangen zu spielen mit der Gedanke Botox zu machen und habe so verschiedene Leute gefolgt auf Instagram, wo definitiv pro Botox ist und mich so selber wie überzeugt, doch, das ist eine gute Idee, das probieren. | Dann habe ich angefangen, mit dem Gedanken zu spielen, Botox zu machen, und habe verschiedenen Leuten auf Instagram gefolgt, die definitiv pro Botox sind, und mich so selber überzeugt, doch, das ist eine gute Idee, das zu probieren. |
Teil 3/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 3/7 — Teil 3 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Dann habe ich einen Termin vereinbart für eine Botox-Behandlung und eine Woche vor dem Termin abgesagt. | Dann habe ich einen Termin für eine Botox-Behandlung vereinbart und eine Woche vor dem Termin abgesagt. | |
| 2 | Dann habe ich nochmal einen Termin vereinbart und zwei Stunden vor dem Termin abgesagt. | Dann habe ich nochmals einen Termin vereinbart und zwei Stunden vor dem Termin abgesagt. | |
| 3 | Ich habe sogar gelogen und gesagt, hey, mein Kind ist krank und ich musste deswegen leider, leider absagen. | Ich habe sogar gelogen und gesagt, hey, mein Kind ist krank und ich musste deswegen leider absagen. | |
| 4 | Aber die Wahrheit ist, dass ich so in ein persönliches Dilemma reingekehnt bin. | Aber die Wahrheit ist, dass ich in ein persönliches Dilemma geraten bin. | |
| 5 | Ich war wirklich hin und her mit der einen Geschichte, wo ich mir erzähle über mich selbst. | Ich war wirklich hin und her mit der einen Geschichte, die ich mir über mich selbst erzähle. | |
| 6 | Und das ist, hey, ich bin Yogalehrerin, ich kann doch nicht so etwas Unnatürliches machen wie Botox. | Und das ist, hey, ich bin Yogalehrerin, ich kann doch nicht so etwas Unnatürliches machen wie Botox. | |
| 7 | Ich sollte doch in mir selber einfach so zufrieden sein, auch mit Falten und Alterungsprozessen. | Ich sollte doch in mir selbst einfach so zufrieden sein, auch mit Falten und Alterungsprozessen. | |
| 8 | Und wenn ich tiefere Rinnen zwischen meinen Augenbrauen habe, dann heisst das vielleicht, dass ich zu viel Kümmer in mir trage. | Und wenn ich tiefere Rinnen zwischen meinen Augenbrauen habe, dann heißt das vielleicht, dass ich zu viel Kummer in mir trage. | |
| 9 | Es geht ja nicht weg mit Botox. | Es geht ja nicht weg mit Botox. | |
| 10 | Und dann die andere Geschichte vom, doch, etwas in mir will das. | Und dann die andere Geschichte, dass doch etwas in mir das will. | |
| 11 | Das begegnet mir immer wieder bei der Recherche zu einem Botox-Klinch. | Das begegnet mir immer wieder bei der Recherche zu einem Botox-Konflikt. | |
| 12 | Auch die Gynäkologin Marlies Bertsch ist in so einem Klinch gewesen, was ihre Praxis angeht. | Auch die Gynäkologin Marlies Bertsch war in einem solchen Konflikt, was ihre Praxis angeht. | |
| 13 | Eben, weil sie nicht unseriös wirken wollte mit ihrem Angebot. | Eben, weil sie nicht unseriös wirken wollte mit ihrem Angebot. | |
| 14 | Am Schluss hat mehr dafür gesprochen, sagt sie, als dagegen. | Am Schluss hat mehr dafür gesprochen, sagt sie, als dagegen. | |
| 15 | Und sie hat sich das zweite unternehmerische Standbein geholt. | Und sie hat sich ein zweites unternehmerisches Standbein geschaffen. | |
| 16 | Bei dem steht sie als Ärztin nicht alleine da. | Bei dem steht sie als Ärztin nicht alleine da. | |
| 17 | Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Gesetzeslage in der Schweiz und die Aktualität. | Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Gesetzeslage in der Schweiz und die Aktualität zu werfen. | |
| 18 | Weil Leistungen, die Ärzte in der Praxis privat anbieten, so wie Botox, sind seit diesem Jahr für Fachärztinnen und Ärzte besonders interessant. | Weil Leistungen, die Ärzte in der Praxis privat anbieten, wie Botox, seit diesem Jahr für Fachärztinnen und Ärzte besonders interessant sind. | |
| 19 | Und das kann sich auf unser Portemonnaie auswirken. | Und das kann sich auf unser Portemonnaie auswirken. | |
| 20 | Botox-Behandlungen sind in der Schweiz streng reguliert. | Botox-Behandlungen sind in der Schweiz streng reguliert. | |
| 21 | Botulinum-Neurotoxin heisst das verschreibungspflichtige Arzneimittel ausgeschrieben. | Botulinum-Neurotoxin heißt das verschreibungspflichtige Arzneimittel ausgeschrieben. | |
| 22 | In der Schweiz dürfen das nur Ärzte und Ärztinnen spritzen, die eine Bewilligung haben vom jeweiligen Kanton. | In der Schweiz dürfen das nur Ärzte und Ärztinnen spritzen, die eine Genehmigung vom jeweiligen Kanton haben. | |
| 23 | Botox kommt auch als Medikament bei Krankheiten zum Einsatz, zum Beispiel gegen Migräne. | Botox kommt auch als Medikament bei Krankheiten zum Einsatz, zum Beispiel gegen Migräne. | |
| 24 | Es hilft ausserdem auch bei übermässigem Schwitzen und es kann im Intimbereich für Männer angewendet werden, für eine bessere Durchblutung vom Penis. | Es hilft außerdem auch bei übermäßigem Schwitzen und kann im Intimbereich für Männer angewendet werden, für eine bessere Durchblutung des Penis. | |
| 25 | Auch Werbung für Botox ist streng reglementiert. | Auch Werbung für Botox ist streng reglementiert. | |
| 26 | Objektiv muss sie sein und nicht aufdringlich, auch in den sozialen Medien. | Sie muss objektiv sein und darf nicht aufdringlich sein, auch in den sozialen Medien. | |
| 27 | Die Kantone sind zuständig bei Verstössen gegen das Verbot. | Die Kantone sind zuständig für Verstöße gegen das Verbot. | |
| 28 | Fachärzte, also Chirurginnen, Dermatologen, Gynäkologinnen wie Marlies Berzs, befürchten ab diesem Jahr, dass sie weniger verdienen könnten und setzen darum vermehrt auf alternative Angebote, wo Klienten und Klientinnen selber bezahlen. | Fachärzte, also Chirurginnen, Dermatologen, Gynäkologinnen wie Marlies Berths, befürchten ab diesem Jahr, dass sie weniger verdienen könnten und setzen darum vermehrt auf alternative Angebote, bei denen Klienten und Klientinnen selbst bezahlen. | |
| 29 | Ganz frisch, seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Abrechnungssystem für Ärzte für alle Leistungen, die von der Grundversicherung gedeckt sind. | Ganz frisch, seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Abrechnungssystem für Ärzte für alle Leistungen, die von der Grundversicherung gedeckt sind. | |
| 30 | Hardock heisst das. | Hardock heißt das. | |
| 31 | Die grösste Änderung, und wir kommen jetzt gleich wieder zu Botox, Leistungen in Praxen und Spitälern werden nicht mehr wie vorher mit dem Zeitaufwand, den Ärzte und Ärztinnen haben, abgerechnet, sondern immer gleich mit Pauschalen. | Die größte Änderung, und wir kommen jetzt gleich wieder zu Botox, ist, dass Leistungen in Praxen und Spitälern nicht mehr wie vorher nach dem Zeitaufwand, den Ärzte und Ärztinnen haben, abgerechnet werden, sondern immer gleich mit Pauschalen. | |
| 32 | Das Ziel des Bundesrats, der das neue Tarifsystem eingeführt hat, unter anderem, Hausärzte sollen mit dem neuen Tarifsystem für ihre Leistungen mehr Geld bekommen. | Das Ziel des Bundesrats, der das neue Tarifsystem eingeführt hat, ist unter anderem, dass Hausärzte mit dem neuen Tarifsystem für ihre Leistungen mehr Geld bekommen. | |
| 33 | Der Nachteil, den Fachärzte hingegen befürchten, sie bekommen für ihre Leistungen im Schnitt weniger Geld. | Der Nachteil, den Fachärzte hingegen befürchten, ist, dass sie für ihre Leistungen im Schnitt weniger Geld bekommen. | |
| 34 | So weit Gesetzeslage, Gesundheitspolitik und Wirtschaftlichkeit. | So weit die Gesetzeslage, Gesundheitspolitik und Wirtschaftlichkeit. | |
| 35 | Kommen wir zurück zu den Botox-Behandlungen gegen Falten, also im ästhetischen Bereich. | Kommen wir zurück zu den Botox-Behandlungen gegen Falten, also im ästhetischen Bereich. | |
| 36 | Die sind nicht von der Grundversicherung gedeckt, klar. | Die sind nicht von der Grundversicherung gedeckt, das ist klar. | |
| 37 | Und nicht vom neuen Tarifsystem mit Pauschalen betroffen. | Und sie sind nicht vom neuen Tarifsystem mit Pauschalen betroffen. | |
| 38 | Klienten und Klientinnen bezahlen diese privat und das lohnt sich darum finanziell für Fachärzte und Fachärztinnen. | Klienten und Klientinnen bezahlen diese privat und das lohnt sich daher finanziell für Fachärzte und Fachärztinnen. | |
| 39 | Vor dem Hintergrund des neuen pauschalen Tarifsystems, Hardock. | Vor dem Hintergrund des neuen pauschalen Tarifsystems, Hardock. | |
| 40 | Marlies Berths betont, ihr ist dieser verantwortungsvolle Umgang, den sie haben muss als Ärztin mit dem Botox wichtig. | Marlies Berths betont, dass ihr dieser verantwortungsvolle Umgang, den sie als Ärztin mit dem Botox haben muss, wichtig ist. | |
| 41 | Sie lehnt auch mal eine Behandlung ab, wenn sie findet, dass es jetzt gar nicht nötig ist. | Sie lehnt auch mal eine Behandlung ab, wenn sie findet, dass es jetzt gar nicht nötig ist. | |
| 42 | Es ist jetzt nicht so, dass ich angewiesen bin auf das, was ich mit dem Botox verdiene. | Es ist jetzt nicht so, dass ich angewiesen bin auf das, was ich mit Botox verdiene. | |
| 43 | Es ist aber zunehmend schwer in der Medizin. | Es ist aber zunehmend schwer in der Medizin. |
Teil 4/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 4/7 — Teil 4 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Es isch schwer in der Medizin. Leistungen werde nöd mehr immer so guet honoriert. | Es ist schwer in der Medizin. Leistungen werden nicht mehr immer so gut honoriert. | |
| 2 | Wir sind nöd mehr ganz so sicher, ob mir unsere Infrastruktur mit all dem, was Sie hier sehen, und au Mitarbeiter in Zukunft no so guet finanzieren chönd, wie mir es bis jetzt chönd. | Wir sind nicht mehr ganz so sicher, ob wir unsere Infrastruktur mit all dem, was Sie hier sehen, und auch Mitarbeiter in Zukunft noch so gut finanzieren können, wie wir es bis jetzt konnten. | |
| 3 | Die Umstellung vo dieser Tarifstruktur bereitet uns alli grosse Sorgen. | Die Umstellung von dieser Tarifstruktur bereitet uns alle große Sorgen. | |
| 4 | Für uns als Patienten, oder eben besser Klienten und Klientinnen in diesem Fall, isch wichtig z'wüsse: Botox, Hyaluronsäure und schönheitschirurgische Eingriffe sind es milliardenschweres Geschäft, das bestens läuft in der Schweiz. | Für uns als Patienten, oder eben besser Klienten und Klientinnen in diesem Fall, ist wichtig zu wissen: Botox, Hyaluronsäure und schönheitschirurgische Eingriffe sind ein milliardenschweres Geschäft, das bestens läuft in der Schweiz. | |
| 5 | Besonders deutlich zugenommen händ diese Eingriffe gemäss Erhebungen us Deutschland während der Pandemie. | Besonders deutlich zugenommen haben diese Eingriffe gemäß Erhebungen aus Deutschland während der Pandemie. | |
| 6 | Wo man einerseits besser z'Haus uskurieren chonnte nach so einer Behandlung, ohne dass das unsere Bürogspändli klar gseh händ. | Wo man einerseits besser zu Hause auskurieren konnte nach so einer Behandlung, ohne dass das unsere Bürogspändli klar gesehen haben. | |
| 7 | Und wo mir angefangen händ, uns überhaupt erst regelmässig an einem Bildschirm selber ins Gesicht z'schauen, bi Online-Calls mit Video. | Und wo wir angefangen haben, uns überhaupt erst regelmäßig an einem Bildschirm selber ins Gesicht zu schauen, bei Online-Calls mit Video. | |
| 8 | Zurück zu den Zornesfalten, oder Konzentrationsfalten, wie ich sie neuerdings nenne. | Zurück zu den Zornesfalten, oder Konzentrationsfalten, wie ich sie neuerdings nenne. | |
| 9 | Und zu meiner Freundin Henne, wo den Schritt schon mal gewagt hat. | Und zu meiner Freundin Henne, die den Schritt schon mal gewagt hat. | |
| 10 | Wir erinnern uns, sie schwankt zwischen Botoxe und Nöd-Botoxe. | Wir erinnern uns, sie schwankt zwischen Botoxen und Nicht-Botoxen. | |
| 11 | Die Wahrheit isch, dass ich so in einem persönlichen Dilemma war, wirklich hin und her. | Die Wahrheit ist, dass ich so in einem persönlichen Dilemma war, wirklich hin und her. | |
| 12 | Ja, also ich habe abgesagt und gelogen und gesagt, mein Kind isch krank. | Ja, also ich habe abgesagt und gelogen und gesagt, mein Kind ist krank. | |
| 13 | Das dritte Mal habe ich es aber durchgeführt und habe dann einen Termin vereinbart, bin hingegangen, habe diese Behandlung, die gaht ja mega schnell. | Das dritte Mal habe ich es aber durchgeführt und habe dann einen Termin vereinbart, bin hingegangen, habe diese Behandlung, die geht ja mega schnell. | |
| 14 | Aber ich habe es wirklich gemacht und ständig gedacht, wirklich? Mach ich das? | Aber ich habe es wirklich gemacht und ständig gedacht, wirklich? Mach ich das? | |
| 15 | Ich bin wirklich da. Ich habe es gemacht und bin dann nach Hause gefahren mit dem Velo und habe wirklich die ganze Zeit so ein bisschen gelacht. | Ich bin wirklich da. Ich habe es gemacht und bin dann nach Hause gefahren mit dem Fahrrad und habe wirklich die ganze Zeit so ein bisschen gelacht. | |
| 16 | Das glaube ich mir fast nöd selber, dass ich das gerade durchgeführt habe. | Das glaube ich mir fast nicht selber, dass ich das gerade durchgeführt habe. | |
| 17 | Der Effekt chunt dann erst so nach 1, 2, 3 Tagen und dann isch es wirklich komisch z'sehen, wie ich habe schon meine Augenbrauen hochschiebe chönne und runterziehe. | Der Effekt kommt dann erst so nach 1, 2, 3 Tagen und dann ist es wirklich komisch zu sehen, wie ich schon meine Augenbrauen hochschieben kann und runterziehen. | |
| 18 | Aber zusammendrücke habe ich wirklich nöd. | Aber zusammendrücken habe ich wirklich nicht. | |
| 19 | Das isch die Fähigkeit, war nöd mehr da. | Das ist die Fähigkeit, war nicht mehr da. | |
| 20 | Ich habe zwar so die Signale in die Muskeln schicken chönne, hey, mach mal das Zusammenziehen, aber in meinem Spiegelbild im Spiegel isch nüt passiert. | Ich habe zwar so die Signale in die Muskeln schicken können, hey, mach mal das Zusammenziehen, aber in meinem Spiegelbild im Spiegel ist nichts passiert. | |
| 21 | Und das war dann wieder so eine Erlebnisform. | Und das war dann wieder so eine Erlebnisform. | |
| 22 | Hä, mega komisch. | Hä, mega komisch. | |
| 23 | Das habe ich ja schon irgendwie gwüsst, dass das so isch mit Botox, aber diesen Felder, diese Reaktion an meinem eigenen Gesicht z'sehen, war wirklich spannend. | Das habe ich ja schon irgendwie gewusst, dass das so ist mit Botox, aber diesen Felder, diese Reaktion an meinem eigenen Gesicht zu sehen, war wirklich spannend. | |
| 24 | Nicht beängstigend, nicht schön, einfach spannend. | Nicht beängstigend, nicht schön, einfach spannend. | |
| 25 | Ja, spannend isch au die Erfahrung, die Dana gemacht hat mit Botox in der Stirn. | Ja, spannend ist auch die Erfahrung, die Dana gemacht hat mit Botox in der Stirn. | |
| 26 | Dana, 41, isch Importeurin und hat sich gemeldet auf einen Aufruf. | Dana, 41, ist Importeurin und hat sich gemeldet auf einen Aufruf. | |
| 27 | Guten Morgen, Julia. Mit 39 isch es bi ihr losgegangen, wo sie sich selber gseh hät auf Fotos und über diese Fotofilter-Apps von sozialen Medien, die einem es glattes Gesicht zaubern. | Guten Morgen, Julia. Mit 39 ist es bei ihr losgegangen, wo sie sich selber gesehen hat auf Fotos und über diese Fotofilter-Apps von sozialen Medien, die einem ein glattes Gesicht zaubern. | |
| 28 | Wegen öppis anderem war sie eh schon bi einem Dermatologen. | Wegen etwas anderem war sie eh schon bei einem Dermatologen. | |
| 29 | Und bi ihm isch dann das Thema Botox ufchun. | Und bei ihm ist dann das Thema Botox aufgekommen. | |
| 30 | Auf jeden Fall, ich bin dann gange und habe das aber niemandem erzählt. | Auf jeden Fall, ich bin dann gegangen und habe das aber niemandem erzählt. | |
| 31 | Au nöd meinem Mann. Also erst als ich es schon gemacht habe, habe ich mich geschämt, weil ich bin ja gar nöd so der Typ, der so mega eitel isch. | Auch nicht meinem Mann. Also erst als ich es schon gemacht habe, habe ich mich geschämt, weil ich bin ja gar nicht so der Typ, der so mega eitel ist. | |
| 32 | Ich habe dann das Botox reingetan und dann gaht das zwei Wochen, bis sich die erste Regierung zeigt. | Ich habe dann das Botox reingetan und dann geht das zwei Wochen, bis sich die erste Reaktion zeigt. | |
| 33 | Ich habe es nur in die Stirn gemacht und in die Zornesfalten. | Ich habe es nur in die Stirn gemacht und in die Zornesfalten. | |
| 34 | Und nach zwei Wochen tatsächlich glatt wie frisch gebügelt. | Und nach zwei Wochen tatsächlich glatt wie frisch gebügelt. | |
| 35 | Und was mir dann aufgefallen isch, ich hatte damals einen Job an einer Rezeption geleitet. | Und was mir dann aufgefallen ist, ich hatte damals einen Job an einer Rezeption geleitet. | |
| 36 | Und dann händ die Leute einfach länger mit mir geredet als normal. | Und dann haben die Leute einfach länger mit mir geredet als normal. | |
| 37 | Au Mitarbeiter, die mich sonst ein bisschen genervt händ. | Auch Mitarbeiter, die mich sonst ein bisschen genervt haben. | |
| 38 | Und dann ich denke, wieso? Wieso gruten sie mit mir? | Und dann denke ich, wieso? Wieso reden sie mit mir? | |
| 39 | Ich zeige ihnen deutliche Signale mit meinen Augen. | Ich zeige ihnen deutliche Signale mit meinen Augen. | |
| 40 | Wenn ich nöd gerade Botox bin, sehr starke Mimik. | Wenn ich nicht gerade Botox habe, sehr starke Mimik. | |
| 41 | Und dann isch mir aufgefallen, die chönne mein Gesicht nöd mehr lesen, also meinen Ausdruck irgendwie nöd mehr ganz einordnen. | Und dann ist mir aufgefallen, die können mein Gesicht nicht mehr lesen, also meinen Ausdruck irgendwie nicht mehr ganz einordnen. | |
| 42 | Und das habe ich recht interessant gfunde und au... | Und das habe ich recht interessant gefunden und auch... |
Teil 5/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 5/7 — Teil 5 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Wow, das wäre eigentlich ein eigener Input wert. | Wow, das wäre eigentlich einen eigenen Input wert. | |
| 2 | Wie viel kommunizieren wir nonverbal und verlassen uns darauf, dass das einfach funktioniert, unbewusst? | Wie viel kommunizieren wir nonverbal und verlassen uns darauf, dass das einfach funktioniert, unbewusst? | |
| 3 | Und was passiert, wenn diese nonverbale Kommunikation mit Botox einfach abgestellt wird? | Und was passiert, wenn diese nonverbale Kommunikation mit Botox einfach abgestellt wird? | |
| 4 | Soziale Medien, der Beauty-Hype, erschwingliche Preise, der Beauty-Druck auf Frauen kann gross werden. | Soziale Medien, der Beauty-Hype, erschwingliche Preise, der Beauty-Druck auf Frauen kann groß werden. | |
| 5 | Und etwas unternehmen gegen Falten, graue Haare, Altersflecken, ist recht niederschwellig. | Und etwas unternehmen gegen Falten, graue Haare, Altersflecken, ist recht niederschwellig. | |
| 6 | Wenn wir jetzt in einer Gruppe von zehn Frauen sind, und man sieht, wow, sie sieht so erholt, so jugendlich, so frisch aus. | Wenn wir jetzt in einer Gruppe von zehn Frauen sind, und man sieht, wow, sie sieht so erholt, so jugendlich, so frisch aus. | |
| 7 | Und dann hat man so viele Selbstzweifel und Unsicherheit. | Und dann hat man so viele Selbstzweifel und Unsicherheit. | |
| 8 | Soll ich jetzt auch oder soll ich jetzt nicht? | Soll ich jetzt auch oder soll ich jetzt nicht? | |
| 9 | An diesem Punkt, bei der Unsicherheit, die so viele von uns trifft, beim Älterwerden, forschen wir weiter. | An diesem Punkt, bei der Unsicherheit, die so viele von uns trifft, beim Älterwerden, forschen wir weiter. | |
| 10 | Je länger ich an diesem Input arbeite, desto stärker wird mein Eindruck. | Je länger ich an diesem Input arbeite, desto stärker wird mein Eindruck. | |
| 11 | Botox, Hyaluronspritzen und Schönheitschirurgische Eingriffe sind Symptome von unserem gesellschaftlichen Umgang mit dem Älterwerden. | Botox, Hyaluronspritzen und Schönheitschirurgische Eingriffe sind Symptome unseres gesellschaftlichen Umgangs mit dem Älterwerden. | |
| 12 | Unter dieser Oberfläche kommen viele unbewusste gesellschaftliche Mechanismen hervor. | Unter dieser Oberfläche kommen viele unbewusste gesellschaftliche Mechanismen hervor. | |
| 13 | Die graben wir aus mit der aktuellen Forschung zum mittleren Alter in der Schweiz. | Die graben wir aus mit der aktuellen Forschung zum mittleren Alter in der Schweiz. | |
| 14 | Nein, danke. Du machst die Einmoderation jetzt, oder? | Nein, danke. Du machst die Einmoderation jetzt, oder? | |
| 15 | Sie hat schon wieder losgelegt. Ich bin leise. | Sie hat schon wieder losgelegt. Ich bin leise. | |
| 16 | Du kannst auch immer reindreden, wenn du möchtest. | Du kannst auch immer reindreden, wenn du möchtest. | |
| 17 | In ihren Büchern denkt Emilia Roark nach über Emotionen und Politik, Individualismus, Fürsorge und Kapitalismus. | In ihren Büchern denkt Emilia Roark nach über Emotionen und Politik, Individualismus, Fürsorge und Kapitalismus. | |
| 18 | Tatsächlich, die ersten Freundinnen von mir haben auch Botox gemacht. | Tatsächlich, die ersten Freundinnen von mir haben auch Botox gemacht. | |
| 19 | Ich war sehr schockiert. | Ich war sehr schockiert. | |
| 20 | Wenn ich das erfahren habe, habe ich gedacht, what? | Als ich das erfahren habe, habe ich gedacht, was? | |
| 21 | Das war gegen meine Überzeugungen. | Das war gegen meine Überzeugungen. | |
| 22 | Gleichzeitig die Tatsache, dass Freundinnen, die eng sind zu mir, das gemacht haben, hat auch eine Möglichkeit eröffnet für mich. | Gleichzeitig die Tatsache, dass Freundinnen, die eng mit mir sind, das gemacht haben, hat auch eine Möglichkeit eröffnet für mich. | |
| 23 | Oder wenigstens, dass ich mich die Frage gestellt habe, ist es etwas, was ich überhaupt machen würde? | Oder wenigstens, dass ich mich die Frage gestellt habe, ist es etwas, was ich überhaupt machen würde? | |
| 24 | Emilia Roark ist selber im mittleren Alter. | Emilia Roark ist selbst im mittleren Alter. | |
| 25 | Je nach Definition und Forschungsfeld fängt das bei 35 oder 40 an und geht bis circa 65. | Je nach Definition und Forschungsfeld fängt das bei 35 oder 40 an und geht bis circa 65. | |
| 26 | Ja, ich bin 42 und werde 43 im April. | Ja, ich bin 42 und werde 43 im April. | |
| 27 | Ja, es ist eine neue Ära, die sich öffnet. | Ja, es ist eine neue Ära, die sich öffnet. | |
| 28 | Es ist nicht wie 30, 35, wo das alles noch im Bereich der Jugend bleibt. | Es ist nicht wie 30, 35, wo das alles noch im Bereich der Jugend bleibt. | |
| 29 | Für meine Grosseltern bestimmt noch sehr jung, aber generell, ich merke auch, 40 ist jetzt an Older Age. | Für meine Großeltern bestimmt noch sehr jung, aber generell, ich merke auch, 40 ist jetzt an Older Age. | |
| 30 | In diesem mittleren Alter wirken auf Männer und Frauen ganz unterschiedliche Kräfte ein. | In diesem mittleren Alter wirken auf Männer und Frauen ganz unterschiedliche Kräfte ein. | |
| 31 | Eigentlich naheliegend, aber trotzdem beeindruckt mich in den Recherchen, wie gross der Gap ab dem mittleren Alter zwischen den Geschlechtern ist. | Eigentlich naheliegend, aber trotzdem beeindruckt mich in den Recherchen, wie groß der Gap ab dem mittleren Alter zwischen den Geschlechtern ist. | |
| 32 | Frauen werden gezielt anvisiert von der Kosmetikindustrie, mit Werbung, offline wie online. | Frauen werden gezielt von der Kosmetikindustrie angesprochen, mit Werbung, offline wie online. | |
| 33 | Männer hingegen, das hat eine kleine Umfrage ergeben in meinem Umfeld, haben zum Teil noch nie etwas gehört von Hyaluronsäure beispielsweise. | Männer hingegen, das hat eine kleine Umfrage in meinem Umfeld ergeben, haben zum Teil noch nie etwas von Hyaluronsäure gehört beispielsweise. | |
| 34 | Eine Substanz, die soll Falten auffüllen, entweder in die Creme oder in die Haut gespritzt. | Eine Substanz, die Falten auffüllen soll, entweder in die Creme oder in die Haut gespritzt. | |
| 35 | Und wo mir als Frau, seit ich 20 bin, suggeriert wird, dass das doch gut wäre für mich. | Und wo mir als Frau, seit ich 20 bin, suggeriert wird, dass das doch gut für mich wäre. | |
| 36 | Ziemlich aufdringlich. | Ziemlich aufdringlich. | |
| 37 | In Werbungen, mit Mystern in der Drogerie etc. | In Werbungen, mit Mystern in der Drogerie etc. | |
| 38 | Aber wenn wir jetzt schauen, warum Männer kaum davon betroffen sind, es ist nur, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo ihren gesellschaftlichen Wert eben nicht gemessen ist an ihrem Aussehen und vor allem nicht an ihrer Jugend. | Aber wenn wir jetzt schauen, warum Männer kaum davon betroffen sind, es liegt daran, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo ihr gesellschaftlicher Wert eben nicht an ihrem Aussehen und vor allem nicht an ihrer Jugend gemessen wird. | |
| 39 | Ganz im Gegenteil. | Ganz im Gegenteil. | |
| 40 | Männer, die älter werden, gewinnen an gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher, finanzieller Macht enorm. | Männer, die älter werden, gewinnen enorm an gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Macht. | |
| 41 | Und deshalb ist Altern für Männer eher ein Aufstieg. | Und deshalb ist Altern für Männer eher ein Aufstieg. | |
| 42 | Und bei Frauen ist es genau umgekehrt, weil der gesellschaftliche Wert von Frauen wird in ihrer Mutterrolle und ihrem Aussehen gemessen und beide sind mit Jugend eng verbunden. | Und bei Frauen ist es genau umgekehrt, weil der gesellschaftliche Wert von Frauen in ihrer Mutterrolle und ihrem Aussehen gemessen wird und beide eng mit Jugend verbunden sind. | |
| 43 | Und alle Menschen, die als Frauen sozialisiert werden, lernen sehr, sehr früh, dass das Schlimmste, was passieren kann, ist der Abbau von der Schönheit und vom Körper. | Und alle Menschen, die als Frauen sozialisiert werden, lernen sehr, sehr früh, dass das Schlimmste, was passieren kann, der Abbau von Schönheit und vom Körper ist. | |
| 44 | Also nicht vom Körper im Sinne von funktionalen Fähigkeiten, sondern eben Falten zu bekommen, dicker zu werden, graue Haare zu bekommen. | Also nicht vom Körper im Sinne von funktionalen Fähigkeiten, sondern eben Falten zu bekommen, dicker zu werden, graue Haare zu bekommen. | |
| 45 | Ist das Schlimmste, was passieren kann. | Ist das Schlimmste, was passieren kann. |
Teil 6/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 6/7 — Teil 6 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Deshalb wird e komplette Schönheitsindustrie druf gebaut, eben so uf die Unsicherheiten z'kapitalisiere. | Deshalb wird eine komplette Schönheitsindustrie darauf aufgebaut, um auf diese Unsicherheiten zu kapitalisieren. | |
| 2 | Der Gap im mittlere Alter zwischen den Geschlechtern bestätigt au d'Forschung. | Der Gap im mittleren Alter zwischen den Geschlechtern bestätigt auch die Forschung. | |
| 3 | Die Altersforscherin und Co-Direktorin vom Longevity Center der Uni Zürich, Christina Röckener, ergänzt in einem Hintergrundgespräch zu dem Input und differenziert das Bild. | Die Altersforscherin und Co-Direktorin des Longevity Centers der Uni Zürich, Christina Röckener, ergänzt in einem Hintergrundgespräch zu dem Input und differenziert das Bild. | |
| 4 | Au Männer spüren de Druck, wenn sie älter werde. | Auch Männer spüren den Druck, wenn sie älter werden. | |
| 5 | Männer setze sich im mittlere Alter oft das erste Mal mit ihrer Psyche und der psychischen Gesundheit auseinander. | Männer setzen sich im mittleren Alter oft das erste Mal mit ihrer Psyche und der psychischen Gesundheit auseinander. | |
| 6 | Stichwort Midlife-Crisis und Mental Health. | Stichwort Midlife-Crisis und mentale Gesundheit. | |
| 7 | Über all dem schwebt aber e Wolke der Unklarheit. | Über all dem schwebt jedoch eine Wolke der Unklarheit. | |
| 8 | Die Altersforscherin und Psychologin der Uni Zürich spricht vo einem Gender-Data-Gap, was Männer anbelangt. | Die Altersforscherin und Psychologin der Uni Zürich spricht von einem Gender-Data-Gap, was Männer betrifft. | |
| 9 | Bei Frauen passiert gemäss der Altersforscherin öppis anders. | Bei Frauen passiert gemäß der Altersforscherin etwas anderes. | |
| 10 | Das gesellschaftliche Skript fällt weg. | Das gesellschaftliche Skript fällt weg. | |
| 11 | Und das kann verunsichern, was super isch für den Beautymarkt. | Und das kann verunsichern, was super ist für den Beautymarkt. | |
| 12 | Älter werde, mir fokussiere uns meistens uf die negativen Seiten. | Älter werden, wir fokussieren uns meistens auf die negativen Seiten. | |
| 13 | Ein nicht so positives Ausblick uf die Zukunft. | Ein nicht so positiver Ausblick auf die Zukunft. | |
| 14 | Und gleichzeitig git es au fast unendliche Möglichkeiten über die Zukunft. | Und gleichzeitig gibt es auch fast unendliche Möglichkeiten für die Zukunft. | |
| 15 | Weil für die erste Hälfte vom Leben isch alles scho geschrieben. | Denn für die erste Hälfte des Lebens ist alles schon geschrieben. | |
| 16 | Die Karriere isch au scho meistens etabliert oder eben nöd. | Die Karriere ist auch schon meistens etabliert oder eben nicht. | |
| 17 | Und die Frage isch, wie gestalte ich mini Zukunft und was isch au möglich mit Bezug uf die heutige politische Lage. | Und die Frage ist, wie gestalte ich meine Zukunft und was ist auch möglich in Bezug auf die heutige politische Lage. | |
| 18 | Es git Menschen, die zufriedener älter werde als andere. | Es gibt Menschen, die zufriedener älter werden als andere. | |
| 19 | Das seien die Menschen, die sich im Leben selbstbestimmt fühle. | Das sind die Menschen, die sich im Leben selbstbestimmt fühlen. | |
| 20 | Ich bündle, was mir alles ghört ha. | Ich fasse zusammen, was wir alles gehört haben. | |
| 21 | Fühlt sich an, wie in einem Scharnieralter stecke. | Fühlt sich an, als ob ich in einem Scharnieralter stecke. | |
| 22 | Und wo chunt jetzt uf einmal die Botox-Spritze her? | Und wo kommt jetzt auf einmal die Botox-Spritze her? | |
| 23 | Ich realisiere, uf einmal isch da kein klares Skript mehr dafür. | Ich realisiere, auf einmal gibt es kein klares Skript mehr dafür. | |
| 24 | Und uf einmal isch darum da e Orientierungslosigkeit, e Unsicherheit. | Und auf einmal gibt es eine Orientierungslosigkeit, eine Unsicherheit. | |
| 25 | Mit Versprechungen wie Bleib einfach erholt, strahlend und jugendlich. | Mit Versprechungen wie: Bleib einfach erholt, strahlend und jugendlich. | |
| 26 | Wie geht das? | Wie geht das? | |
| 27 | Ich bin ja die Person, die am allerseltensten mini eigene Falten sieht. | Ich bin ja die Person, die am seltensten meine eigenen Falten sieht. | |
| 28 | Ich laufe ja mit meinem Gesicht herum und dann tun das den Leute zumute, mini Falten. | Ich laufe ja mit meinem Gesicht herum und zumute den Leuten meine Falten. | |
| 29 | Ich sehe sie nöd. | Ich sehe sie nicht. | |
| 30 | Für wer macht man es denn? | Für wen macht man es dann? |
Teil 7/7
Quelle: Beauty & Natürlichkeit (SRF Input) — Teil 7/7 — Teil 7 vo 7 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Ja, das ist jetzt die Geräte, die Geräte können fragen. Für wer machen wir jetzt das? | Ja, das sind jetzt die Geräte, die Geräte können Fragen stellen. Für wen machen wir das jetzt? | |
| 2 | Ich sage jetzt mal, 95% der Anwenderinnen sagen mir immer, ich mache es für mich. | Ich sage jetzt mal, 95% der Anwenderinnen sagen mir immer, ich mache es für mich. | |
| 3 | Ich glaube das nicht. Natürlich mache ich es für mich, aber man macht es ein Stück weit auch, weil das Schönheitsideal das so diktiert. | Ich glaube das nicht. Natürlich mache ich es für mich, aber man macht es ein Stück weit auch, weil das Schönheitsideal das so diktiert. | |
| 4 | Und das ist wie ein Schneeballsystem oder eine Kettenreaktion. | Und das ist wie ein Schneeballsystem oder eine Kettenreaktion. | |
| 5 | Irgendwann, vor ich weiss nicht wie vielen Jahren, hat mal jemand angefangen mit dem und dann ist das irgendwann salonfähig geworden, erschwinglich geworden und dann hat die Breite Masse angefangen. | Irgendwann, vor ich weiß nicht wie vielen Jahren, hat mal jemand damit angefangen und dann ist das irgendwann salonfähig geworden, erschwinglich geworden und dann hat die breite Masse angefangen. | |
| 6 | Also dadurch, dass wir ständig von überall bombardiert werden, konfrontiert werden, es kommt natürlich auch darauf an, mit was setze ich mich den ganzen Tag auseinander. | Also dadurch, dass wir ständig von überall bombardiert werden, konfrontiert werden, kommt es natürlich auch darauf an, womit ich mich den ganzen Tag auseinandersetze. | |
| 7 | Wir Frauen, wir sind dem immer ausgesetzt, immer, das Leben lang. | Wir Frauen sind dem immer ausgesetzt, immer, ein Leben lang. | |
| 8 | Immer wieder muss ich mich frisch entscheiden, bleibe ich jetzt bei dem, was ich für mich entschieden habe oder unterliege ich jetzt dem Diktat? | Immer wieder muss ich mich neu entscheiden, bleibe ich jetzt bei dem, was ich für mich entschieden habe oder unterliege ich jetzt dem Diktat? | |
| 9 | Das ist für mich weit, weit weg von selbstbestimmt altern. | Das ist für mich weit, weit weg von selbstbestimmtem Altern. | |
| 10 | Das gibt es gar nicht mehr. | Das gibt es gar nicht mehr. | |
| 11 | Nur schon, wenn ich eine Creme kaufe im Laden, ist das nicht selbstbestimmt. | Schon wenn ich eine Creme im Laden kaufe, ist das nicht selbstbestimmt. | |
| 12 | Selbstbestimmt und entspannt älter werden, geht das? Und wenn ja, wie? | Selbstbestimmt und entspannt älter werden, geht das? Und wenn ja, wie? | |
| 13 | Emilia Roark, Genderforscherin und Aktivistin. | Emilia Roark, Genderforscherin und Aktivistin. | |
| 14 | Und jetzt bin ich in einem Alter, wo ich glaube, ich habe jetzt noch keine so grossen Falten, dass ich das wirklich machen würde, aber ich versuche auch, so eher sanfter mit der Frage umzugehen und nicht so in einer beurteilenden Haltung gegenüber den Frauen, die das machen. | Und jetzt bin ich in einem Alter, wo ich glaube, ich habe jetzt noch keine so großen Falten, dass ich das wirklich machen würde, aber ich versuche auch, eher sanfter mit der Frage umzugehen und nicht in einer beurteilenden Haltung gegenüber den Frauen zu sein, die das machen. | |
| 15 | Und jetzt im Moment, ich denke mir, nein, das will ich auf keinen Fall machen, weil es gehört eben zum Prozess, zum Akzeptanzprozess und ich will auch den Tod am Ende, weil darum geht es, auch willkommen heissen in meiner Welt und wissen, nein, das ist jetzt mein Weg und ich will jetzt nicht zu viel Widerstand leisten dagegen. | Und jetzt im Moment denke ich mir, nein, das will ich auf keinen Fall machen, weil es eben zum Prozess, zum Akzeptanzprozess gehört und ich will auch den Tod am Ende, weil darum geht es, auch in meiner Welt willkommen heißen und wissen, nein, das ist jetzt mein Weg und ich will jetzt nicht zu viel Widerstand dagegen leisten. | |
| 16 | Wir gehören das letzte Mal kennen, 40, Yogalehrerin aus Winterthur und meine Freundin. | Wir haben uns das letzte Mal kennengelernt, 40, Yogalehrerin aus Winterthur und meine Freundin. | |
| 17 | Ich würde sagen, ich habe wieder Botschaft für mich gemacht. | Ich würde sagen, ich habe wieder eine Botschaft für mich gemacht. | |
| 18 | Dazu würde ich auch fügen, ich habe niemandem davon erzählt, ich habe auch nicht meinem Mann davon erzählt. | Dazu würde ich auch hinzufügen, ich habe niemandem davon erzählt, ich habe auch nicht meinem Mann davon erzählt. | |
| 19 | Ich habe erst 2-3 Tage nach meiner Behandlung gesagt, hey Schatz, siehst du, was passiert, wenn ich meine Augenbrauen zusammenziehe? | Ich habe erst 2-3 Tage nach meiner Behandlung gesagt, hey Schatz, siehst du, was passiert, wenn ich meine Augenbrauen zusammenziehe? | |
| 20 | Und er hat gesagt, nein, ich sehe nichts. | Und er hat gesagt, nein, ich sehe nichts. | |
| 21 | Und ich habe gesagt, eben. Dann habe ich es ihm erzählt und er hat dann auch gesagt, du bist doch nicht der Typ, der so etwas macht. | Und ich habe gesagt, eben. Dann habe ich es ihm erzählt und er hat dann auch gesagt, du bist doch nicht der Typ, der so etwas macht. | |
| 22 | Ich bin nicht der Typ, der so etwas macht, aber ich habe es gemacht. | Ich bin nicht der Typ, der so etwas macht, aber ich habe es gemacht. | |
| 23 | Ich bereue es nicht, aber ich glaube, das war es für mich. | Ich bereue es nicht, aber ich glaube, das war es für mich. | |
| 24 | Mal schauen, wie es aussieht, wenn ich dann auch 60 bin. | Mal schauen, wie es aussieht, wenn ich dann auch 60 bin. | |
| 25 | Mein ganz persönlicher Fazit ist simpel, jeder und jede wie sie will. | Mein ganz persönliches Fazit ist simpel: jeder und jede wie sie will. | |
| 26 | Weder Tabuisierung noch Scham ist nötig bei diesem Thema. | Weder Tabuisierung noch Scham sind bei diesem Thema nötig. | |
| 27 | Den Optimierungsdruck und Beauty-Hype, den suchen wir uns nicht aus, den kommt von aussen. | Den Optimierungsdruck und den Beauty-Hype suchen wir uns nicht aus, der kommt von außen. | |
| 28 | Das ist schwer, sich dem zu entziehen. | Das ist schwer, sich dem zu entziehen. | |
| 29 | Mir bleibt es. Selbstbestimmt bin ich nicht. | Mir bleibt es. Selbstbestimmt bin ich nicht. | |
| 30 | Ich lebe in einer Welt und Gesellschaft, die Jugendlichkeit und Vitalität belohnt. | Ich lebe in einer Welt und Gesellschaft, die Jugendlichkeit und Vitalität belohnt. | |
| 31 | Aber ich kann mir immer wieder bewusst machen, dass es Kräfte gibt, die an mir ziehen, von aussen. | Aber ich kann mir immer wieder bewusst machen, dass es Kräfte gibt, die von außen an mir ziehen. | |
| 32 | Besonders jetzt im mittleren Alter, aus der Beauty-Industrie. | Besonders jetzt im mittleren Alter, aus der Beauty-Industrie. | |
| 33 | Und dann kann ich entscheiden, gehe ich auf das Angebot ein oder gebe ich den gleichen Betrag aus für etwas anderes. | Und dann kann ich entscheiden, gehe ich auf das Angebot ein oder gebe ich den gleichen Betrag für etwas anderes aus. | |
| 34 | Eine Massage, auswärts essen mit Freunden, das Konzert. | Eine Massage, auswärts essen mit Freunden, das Konzert. | |
| 35 | Und meine Falten sind mir wieder ein bisschen egaler. | Und meine Falten sind mir wieder ein bisschen egaler. | |
| 36 | Für den Moment jedenfalls. | Für den Moment jedenfalls. | |
| 37 | Das war er, der Input über die Beauty-Branche in der Schweiz. | Das war er, der Input über die Beauty-Branche in der Schweiz. | |
| 38 | Speziell Danke sagen möchte ich meinen Freundinnen und den Input-Hörerinnen für ihre Geschichten. | Besonders danken möchte ich meinen Freundinnen und den Input-Hörerinnen für ihre Geschichten. | |
| 39 | Henne, Ranja, Solen und Dana. | Henne, Ranja, Solen und Dana. | |
| 40 | Ich danke euch fürs Zuhören und ich freue mich über eure Rückmeldung. | Ich danke euch fürs Zuhören und ich freue mich über eure Rückmeldungen. | |
| 41 | Ihr erreicht mich via Mail input.srf.ch. | Ihr erreicht mich via Mail input.srf.ch. | |
| 42 | Das war ein Podcast von SRF, produziert im Auftrag der SRG. | Das war ein Podcast von SRF, produziert im Auftrag der SRG. |
Teil 1/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 1/6 — Teil 1 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Ein Drink in der Hand, mit Freundinnen drausse oder Schulter an Schulter auf der Tanzfläche, Strobo im Gesicht. Erinnern ihr euch? Oder geht ihr noch? Im Ausgang, meine ich. | Ein Drink in der Hand, mit Freundinnen draußen oder Schulter an Schulter auf der Tanzfläche, Stroboskoplicht im Gesicht. Erinnern Sie sich? Oder gehen Sie noch? Ich meine im Ausgang. | |
| 2 | Immer weniger Junge gehen in den Club. Ich kann nach einer Hand abzählen, wie häufig ich in einem Club war für eine Party. | Immer weniger junge Leute gehen in den Club. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in einem Club war für eine Party. | |
| 3 | Clubs in der Schweiz gehen einen nach dem anderen zu. Einer der Gründe, zu wenig Gäste. | Clubs in der Schweiz schließen einen nach dem anderen. Einer der Gründe ist, dass es zu wenig Gäste gibt. | |
| 4 | Aber was machen die Jungen am Wochenende, wenn sie nicht in den Ausgang gehen? Ja, ich gehe ins Gym, weil ich komme dort mega einfach ins Gespräch mit den Leuten. | Aber was machen die Jungen am Wochenende, wenn sie nicht in den Ausgang gehen? Ja, ich gehe ins Fitnessstudio, weil ich dort sehr einfach ins Gespräch mit den Leuten komme. | |
| 5 | In dieser Sendung spreche ich mit jungen Menschen, die keinen Bock auf den Kneipe haben. Und ich will wissen, warum ist das so? | In dieser Sendung spreche ich mit jungen Menschen, die keine Lust auf die Kneipe haben. Und ich möchte wissen, warum das so ist. | |
| 6 | Mein Name, Anna Kreidler. Als Teenie und auch Anfang 20 war ich für eine Zeit lang regelmässig in den Ausgang. | Mein Name ist Anna Kreidler. Als Teenager und auch Anfang 20 war ich für eine Zeit lang regelmäßig im Ausgang. | |
| 7 | Jetzt bin ich Anfang 30, diese Zeiten sind für mich vorbei. Wenn ich nicht auf Reportage bin am Samstagabend, wäre ich jetzt zu Hause auf dem Sofa. | Jetzt bin ich Anfang 30, diese Zeiten sind für mich vorbei. Wenn ich nicht auf Reportage bin am Samstagabend, wäre ich jetzt zu Hause auf dem Sofa. | |
| 8 | Wobei, vermutlich wäre ich sogar schon im Bett. Am Lesen, oder am Listen, oder eine Serie zum dritten Mal am Schauen. | Wobei, vermutlich wäre ich sogar schon im Bett. Beim Lesen, oder beim Hören, oder eine Serie zum dritten Mal am Schauen. | |
| 9 | Aber heute bin ich in der Nähe von Rapperswil im Kanton Zürich. Ich bin an einem Spieleabend eingeladen. | Aber heute bin ich in der Nähe von Rapperswil im Kanton Zürich. Ich bin zu einem Spieleabend eingeladen. | |
| 10 | Céline ist 20 und verbringt den Samstagabend mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer guten Freundin Linda. Zu Hause am Küchentisch. | Céline ist 20 und verbringt den Samstagabend mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer guten Freundin Linda. Zu Hause am Küchentisch. | |
| 11 | Céline sagt, sie war noch nie in einem Club. Bevor wir hier anknüpfen, treffe ich noch die Eltern von Céline. | Céline sagt, sie war noch nie in einem Club. Bevor wir hier anknüpfen, treffe ich noch die Eltern von Céline. | |
| 12 | Hallo, ich bin Anna. Freut mich, das ist der Mann von Céline und Sarah. Sie sind gerade auf dem Sprung. | Hallo, ich bin Anna. Freut mich, das ist der Mann von Céline und Sarah. Sie sind gerade auf dem Sprung. | |
| 13 | Was hast du für Fragen? Warte, ich würde es schwierig. Sind Sie noch im Ausgang? | Was hast du für Fragen? Warte, ich würde sagen, das ist schwierig. Sind Sie noch im Ausgang? | |
| 14 | Wir sind noch im Ausgang. Gibt es noch einen Ausgang? Wo sind Sie im Ausgang? | Wir sind noch im Ausgang. Gibt es noch einen Ausgang? Wo sind Sie im Ausgang? | |
| 15 | Wir sind noch in Diskos, in Pubs. Wir haben uns so kennengelernt. Im Ausgang am Wochenende. | Wir sind noch in Diskotheken, in Pubs. So haben wir uns kennengelernt. Im Ausgang am Wochenende. | |
| 16 | Mögt ihr mir das erzählen? Das Motto war, Mittwoch fängt das Wochenende an. | Möchten Sie mir das erzählen? Das Motto war, Mittwoch fängt das Wochenende an. | |
| 17 | Das heisst, immer sehr viel im Ausgang gewesen. Genau, ganz weit weg nach Möglichkeit. | Das heißt, immer sehr viel im Ausgang gewesen. Genau, ganz weit weg, wenn möglich. | |
| 18 | Natürlich musste man wieder nach Hause kommen. Nach ÖV war das nicht immer möglich. | Natürlich musste man wieder nach Hause kommen. Mit dem öffentlichen Verkehr war das nicht immer möglich. | |
| 19 | Wo sind Sie gewesen und wie sind Sie wieder nach Hause gekommen? | Wo sind Sie gewesen und wie sind Sie wieder nach Hause gekommen? | |
| 20 | Also anfangs, würde ich sagen, mit 16, in Rappi unten im Nelson hat es angefangen. | Also anfangs würde ich sagen, mit 16, in Rappi unten im Nelson hat es angefangen. | |
| 21 | Nachher ist das Rehau grösser geworden. Nach Zürich. | Danach ist das Rehau größer geworden. Nach Zürich. | |
| 22 | Später ist man dann noch über die Grenze. Nach Singen, Konstanz, nach Österreich oder wo auch immer. | Später ist man dann noch über die Grenze gegangen. Nach Singen, Konstanz, nach Österreich oder wo auch immer. | |
| 23 | Oder bis nach Basel an die Grenze. Dort habe ich meine heutige Frau kennengelernt. | Oder bis nach Basel an die Grenze. Dort habe ich meine heutige Frau kennengelernt. | |
| 24 | Wie haben Sie sich kennengelernt? Kannst du dich noch erinnern, wie das gelaufen ist? | Wie haben Sie sich kennengelernt? Kannst du dich noch erinnern, wie das gelaufen ist? | |
| 25 | Am Morgen um 2 bin ich mit zwei Kollegen von mir in Basel im Ausgang gewesen. | Am Morgen um 2 war ich mit zwei Kollegen von mir in Basel im Ausgang. | |
| 26 | In der Villa Wahnsinn, Disco, wo man früher einfach so gegangen ist. | In der Villa Wahnsinn, einer Disco, wo man früher einfach so gegangen ist. | |
| 27 | Und sie haben dort schon gefunden, hey komm, wir gehen da noch rein, ein bisschen tanzen, heizchen. | Und sie haben dort schon gesagt, hey komm, wir gehen da noch rein, ein bisschen tanzen. | |
| 28 | Ich habe gesagt, nein, heute habe ich keine Lust. | Ich habe gesagt, nein, heute habe ich keine Lust. | |
| 29 | Und dann hat mich jemand angesprochen und hat gefragt, hey, hast du ein Auto, kannst du uns da hinfahren? | Und dann hat mich jemand angesprochen und gefragt, hey, hast du ein Auto, kannst du uns da hinfahren? | |
| 30 | Und ich habe dann ziemlich direkt gesagt, sorry, wenn du eine suchst für dein Bett, dann bin ich die Falsche. | Und ich habe dann ziemlich direkt gesagt, sorry, wenn du eine suchst für dein Bett, dann bin ich die Falsche. | |
| 31 | Aber der hat mir nicht gefallen, aber der hinten dran. Der ist dort dran gestanden und hat so gelacht auf meine Antwort. | Aber der hat mir nicht gefallen, aber der hinten dran. Der hat dort gestanden und hat über meine Antwort gelacht. | |
| 32 | Und ja, ich habe dann seine blauen Augen gesehen und fand, oh, das ist ein cooler Typ. | Und ja, ich habe dann seine blauen Augen gesehen und dachte, oh, das ist ein cooler Typ. | |
| 33 | Und haben wir angefangen zu sprechen. Und dann haben wir vor der Disco weiter gesprochen und irgendwann sind sie dann nach Hause gefahren wieder auf Zürich. | Und dann haben wir angefangen zu sprechen. Und dann haben wir vor der Disco weiter gesprochen und irgendwann sind sie dann wieder nach Hause nach Zürich gefahren. | |
| 34 | Und er hat mir dann gesagt, er geht an ein Konzert vom Bon Jovi. | Und er hat mir dann gesagt, er geht zu einem Konzert von Bon Jovi. | |
| 35 | Zwei Wochen später, der hatte gar keine Tickets. Er hat einfach gewusst, dass ich... | Zwei Wochen später, der hatte gar keine Tickets. Er hat einfach gewusst, dass ich... | |
| 36 | Hast du geprahlt? Ein bisschen dick auftragen musst. | Hast du geprahlt? Musstest du ein bisschen dick auftragen? | |
| 37 | Das Highlight ist erst nachher gekommen, wie komme ich jetzt zwei Wochen vorher an so ein Ticket? | Das Highlight kam erst später, wie komme ich jetzt zwei Wochen vorher an so ein Ticket? | |
| 38 | Weil ich habe ja gesagt, ich bin dort. Und wie ist es, bekommt man es einfach? | Weil ich habe ja gesagt, ich bin dort. Und wie ist es, bekommt man es einfach? |
Teil 2/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 2/6 — Teil 2 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Das war schon eine Herausforderung. Früher konnte man im Notfall auf das Gradwohl vor das Hallenstadion und vor das Joggli in Basel auf dem Schwarzmarkt Tickets kaufen. | Das war schon eine Herausforderung. Früher konnte man im Notfall vor das Hallenstadion und vor das Joggli in Basel auf dem Schwarzmarkt Tickets kaufen. | |
| 2 | Die Preise waren noch moderat, es hat mehr gekostet als ursprünglich, aber die Tickets sind auch so schnell weg, dass man Glück oder Pech hatte. | Die Preise waren noch moderat, es hat mehr gekostet als ursprünglich, aber die Tickets sind auch so schnell weg, dass man Glück oder Pech hatte. | |
| 3 | Von daher war das eine Opportunität, vor dem Stadion noch eins zu ergattern. | Von daher war das eine Gelegenheit, vor dem Stadion noch eins zu ergattern. | |
| 4 | Das Bon Jovi Konzert war gut zum Abschluss. | Das Bon Jovi Konzert war gut zum Abschluss. | |
| 5 | Ich glaube, das Bon Jovi Konzert wäre gut gewesen, aber ich bin dann auch rein, oder wir sind rein, aber viel gesehen haben wir nicht, weil wir alles andere ausser die Bühne angeschaut haben. | Ich glaube, das Bon Jovi Konzert wäre gut gewesen, aber ich bin dann auch rein, oder wir sind rein, aber viel gesehen haben wir nicht, weil wir alles andere außer die Bühne angeschaut haben. | |
| 6 | Also euch gegenseitig. Richtig. Dann lassen wir das. Das ist jetzt 30 Jahre her. | Also euch gegenseitig. Richtig. Dann lassen wir das. Das ist jetzt 30 Jahre her. | |
| 7 | Jürg und Nadja haben viele schöne Erinnerungen an ihre Partizeit. | Jürg und Nadja haben viele schöne Erinnerungen an ihre Partizeit. | |
| 8 | Bevor sie auch heute in den Ausgang gehen, möchte ich von ihnen noch wissen, können sie verstehen, dass ihre Töchter nicht in den Club wollen? | Bevor sie auch heute in den Ausgang gehen, möchte ich von ihnen noch wissen, können sie verstehen, dass ihre Töchter nicht in den Club wollen? | |
| 9 | Die Zeit ist anders, ich kann es extrem verstehen, weil es eine ganz andere Zeit ist. | Die Zeit ist anders, ich kann es extrem verstehen, weil es eine ganz andere Zeit ist. | |
| 10 | Aber ich finde manchmal auch, sie verpassen ein wenig etwas, oder das Unbeschwerte, das wir noch hatten. | Aber ich finde manchmal auch, sie verpassen ein wenig etwas, oder das Unbeschwerte, das wir noch hatten. | |
| 11 | Eben, man geht mal in den Ausgang, man legt die Tasche irgendwo unter ein Bänkchen und eine Stunde später sucht man mal das Portemonnaie, um etwas zu trinken kaufen zu gehen. | Eben, man geht mal in den Ausgang, man legt die Tasche irgendwo unter eine Bank und eine Stunde später sucht man mal das Portemonnaie, um etwas zu trinken kaufen zu gehen. | |
| 12 | Das kannst du dir gar nicht mehr vorstellen. | Das kannst du dir gar nicht mehr vorstellen. | |
| 13 | Das finde ich manchmal schade, dass wir das nicht mehr haben. | Das finde ich manchmal schade, dass wir das nicht mehr haben. | |
| 14 | Jetzt zu den Celine, Linda und Sara. | Jetzt zu den Celine, Linda und Sara. | |
| 15 | Also was habt ihr vor heute Abend? | Also was habt ihr vor heute Abend? | |
| 16 | Wir machen einen Spieleabend und dann kochen wir etwas, reden, es macht Spass. | Wir machen einen Spieleabend und dann kochen wir etwas, reden, es macht Spaß. | |
| 17 | Das ist schon der Plan. | Das ist schon der Plan. | |
| 18 | Wir haben ein paar Spiele schon rausgenommen, die wir denken, sie werden sie wollen ausprobieren zum Spielen. | Wir haben ein paar Spiele schon herausgenommen, die wir denken, sie werden sie ausprobieren wollen. | |
| 19 | Aber jetzt müssen wir uns noch kurz entscheiden. | Aber jetzt müssen wir uns noch kurz entscheiden. | |
| 20 | Ich spiele. | Ich spiele. | |
| 21 | Wir sitzen am Küchentisch, die beiden Schwestern Celine und Sara nebeneinander, Freundin Linda gegenüber. | Wir sitzen am Küchentisch, die beiden Schwestern Celine und Sara nebeneinander, Freundin Linda gegenüber. | |
| 22 | Am Tischrand liegen Spiele, die sie für heute Abend bereit gemacht haben. | Am Tischrand liegen Spiele, die sie für heute Abend vorbereitet haben. | |
| 23 | Kartenspiele, Brettspiele, Würfel. | Kartenspiele, Brettspiele, Würfel. | |
| 24 | Am Anfang dürfen wir beide, dürfen wir alle 2 aufdecken jeweils. | Am Anfang dürfen wir beide, dürfen wir alle zwei jeweils aufdecken. | |
| 25 | Das geht sich nicht aus. | Das geht sich nicht aus. | |
| 26 | Ich starte mit einem Kartenspiel. | Ich starte mit einem Kartenspiel. | |
| 27 | Jeder hat ein Set Karten mit Zahlen vor sich und deckt eine nach der anderen auf. | Jeder hat ein Set Karten mit Zahlen vor sich und deckt eine nach der anderen auf. | |
| 28 | Das Ziel ist, möglichst kleine Zahlen aufzudecken. | Das Ziel ist, möglichst kleine Zahlen aufzudecken. | |
| 29 | Wow, ich würde sagen, auf den anderen Tages. | Wow, ich würde sagen, an den anderen Tagen. | |
| 30 | Kommt das 0. | Kommt das 0. | |
| 31 | Wieso sind wir am Samstagabend hier bei euch zu Hause und ihr macht einen Spieleabend, wieso sind ihr nicht im Ausgang im Club? | Wieso sind wir am Samstagabend hier bei euch zu Hause und ihr macht einen Spieleabend, wieso seid ihr nicht im Ausgang im Club? | |
| 32 | Ich muss sagen, heute ist jetzt gerade auch noch ein bisschen Wetter, das hätte mich jetzt heute auch nicht so angemacht, zum freiwillig rauszugehen. | Ich muss sagen, heute ist jetzt gerade auch noch ein bisschen Wetter, das hätte mich heute auch nicht so motiviert, freiwillig rauszugehen. | |
| 33 | Aber ich finde es mega gemütlich, zu Hause mit Freundinnen etwas zu machen. | Aber ich finde es mega gemütlich, zu Hause mit Freundinnen etwas zu machen. | |
| 34 | Ich finde auch so im gewohnten Umfeld oder in einer Atmosphäre, die vielleicht ein bisschen ruhiger ist, entspricht es mir auch als Person einfach mehr. | Ich finde auch so im gewohnten Umfeld oder in einer Atmosphäre, die vielleicht ein bisschen ruhiger ist, entspricht es mir auch als Person einfach mehr. | |
| 35 | Und ich lade auch mega gerne Leute zu mir nach Hause oder gehe zu ihnen nach Hause und mache zu zweit, zu dritt, ist ganz egal, einfach etwas in meiner gewohnten Umgebung. | Und ich lade auch mega gerne Leute zu mir nach Hause oder gehe zu ihnen nach Hause und mache zu zweit, zu dritt, ist ganz egal, einfach etwas in meiner gewohnten Umgebung. | |
| 36 | Es muss nicht viel sein und es muss auch nicht so, sage ich mal, mit Pauken und Trompeten sein, sondern ich geniesse es einfach mega, Zeit zusammen zu verbringen. | Es muss nicht viel sein und es muss auch nicht so, sage ich mal, mit Pauken und Trompeten sein, sondern ich genieße es einfach mega, Zeit zusammen zu verbringen. | |
| 37 | Das ist egal, ob es ein Spieleabend ist, ob es einfach reden ist, ob es ein Kinoabend ist, was auch immer. | Das ist egal, ob es ein Spieleabend ist, ob es einfach reden ist, ob es ein Kinoabend ist, was auch immer. | |
| 38 | Sagt Selin. | Sagt Selin. | |
| 39 | Und in den Freundinnen Linda geht es ganz ähnlich. | Und in den Freundinnen Linda geht es ganz ähnlich. | |
| 40 | Sie ist Mitte 20. | Sie ist Mitte 20. | |
| 41 | Also ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie häufig ich in einem Club war für eine Party. | Also ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie häufig ich in einem Club war für eine Party. | |
| 42 | Trash Pop Party oder irgendwie so eine Taylor Swift Party mit Drag Queens oder Oktoberfest. | Trash Pop Party oder irgendwie so eine Taylor Swift Party mit Drag Queens oder Oktoberfest. | |
| 43 | Das macht definitiv auch Spass, wenn du mit den richtigen Leuten unterwegs bist. | Das macht definitiv auch Spaß, wenn du mit den richtigen Leuten unterwegs bist. | |
| 44 | Aber eben, auch Linda ist nicht viel unterwegs. | Aber eben, auch Linda ist nicht viel unterwegs. | |
| 45 | Sie sagt, Ausgang, das liegt zeitlich auch gar nicht drin. | Sie sagt, Ausgang, das liegt zeitlich auch gar nicht drin. | |
| 46 | Sie arbeitet im Service in einem Altersheim und studiert Psychologie und beides auch am Wochenende. | Sie arbeitet im Service in einem Altersheim und studiert Psychologie und beides auch am Wochenende. | |
| 47 | Und Sarah, 17 und die jüngere Schwester von der Input-Hörerin Selin, sagt auch, Clubs und Bars, das reizen sie nicht. | Und Sarah, 17 und die jüngere Schwester von der Input-Hörerin Selin, sagt auch, Clubs und Bars, das reizen sie nicht. | |
| 48 | Ich bin eher ein bisschen in denen, die ein bisschen mehr Raum brauchen und wahrscheinlich ist das auch der Grund. | Ich bin eher ein bisschen in denen, die ein bisschen mehr Raum brauchen und wahrscheinlich ist das auch der Grund. | |
| 49 | Also so, dass es laut ist und viele Leute und das ist nicht etwas, was du gerne hast? | Also so, dass es laut ist und viele Leute und das ist nicht etwas, was du gerne hast? | |
| 50 | Nein, gar nicht. | Nein, gar nicht. | |
| 51 | Und ein grosser Punkt für die drei Frauen ist auch das Thema Sicherheit. | Und ein großer Punkt für die drei Frauen ist auch das Thema Sicherheit. | |
| 52 | Dass etwas geklaut werden kann im Ausgang, zum Beispiel das Portemonnaie oder die Handtasche. | Dass etwas geklaut werden kann im Ausgang, zum Beispiel das Portemonnaie oder die Handtasche. | |
| 53 | Und Selin sagt, sie habe grossen Respekt vor Chaotropfen. | Und Selin sagt, sie habe großen Respekt vor K.O.-Tropfen. | |
| 54 | Weil ich jetzt in meinem Umfeld auch schon zweimal Erzählungen bekommen habe, die nicht positiv waren, also wirklich einmal Chaotropfen. | Weil ich jetzt in meinem Umfeld auch schon zweimal Erzählungen bekommen habe, die nicht positiv waren, also wirklich einmal K.O.-Tropfen. | |
| 55 | Also dann Kolleginnen von dir? | Also dann Kolleginnen von dir? | |
| 56 | Kolleginnen. | Kolleginnen. |
Teil 3/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 3/6 — Teil 3 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Von ihren Kolleginnen, die ich auch noch kann, wo wirklich keine Koop-Tröpfchen, also sie haben es ja gesehen und die Koop-Tröpfchen siehst du ja nicht und die haben einfach gemerkt, der Zustand der anderen Person wäre ganz anders und ja am Schluss sind sie dann auf dem Notfall gelandet, also es war nicht so lustig. | Von ihren Kolleginnen, die ich auch noch kenne, wo wirklich keine Koop-Tröpfchen waren, also sie haben es ja gesehen und die Koop-Tröpfchen sieht man ja nicht und die haben einfach gemerkt, der Zustand der anderen Person war ganz anders und ja am Schluss sind sie dann im Notfall gelandet, also es war nicht so lustig. | |
| 2 | Nein, das ist nicht schön. Und bei euch? Ich glaube, es waren nicht keine Koop-Tröpfchen in diesem Fall, aber es ist tatsächlich auch mal passiert, dass wir weg waren. | Nein, das ist nicht schön. Und bei euch? Ich glaube, es waren keine Koop-Tröpfchen in diesem Fall, aber es ist tatsächlich auch mal passiert, dass wir weg waren. | |
| 3 | Auch in diesem einen Mal, als ich im Club war und diese Bekannte von mir ist plötzlich einfach zusammengebrochen und wir wussten nicht, warum. | Auch in diesem einen Mal, als ich im Club war und diese Bekannte von mir plötzlich einfach zusammengebrochen ist und wir wussten nicht, warum. | |
| 4 | Und wir wissen bis heute nicht, was passiert ist. Wir gehen nicht davon aus, dass es keine Koop-Tröpfchen waren, einfach weil sie sich dann schon auch erholt hat und weil auch ihre Brüder von ihrem Drink noch probiert hat und mitgetrunken und ihm ist es gut gegangen. | Und wir wissen bis heute nicht, was passiert ist. Wir gehen nicht davon aus, dass es keine Koop-Tröpfchen waren, einfach weil sie sich dann schon auch erholt hat und weil auch ihr Bruder von ihrem Drink noch probiert hat und mitgetrunken hat und ihm ist es gut gegangen. | |
| 5 | Aber das ist schon scary. Also sie war plötzlich nicht mehr da und wir wissen nicht, hat sie jetzt einfach den Alkohol mal nicht vertragen, sie trinkt sonst eigentlich nicht, aber sie hat wirklich nur das eine Getränk gehabt und so, das kommt plötzlich aus dem Nichts. | Aber das ist schon gruselig. Also sie war plötzlich nicht mehr da und wir wissen nicht, hat sie jetzt einfach den Alkohol mal nicht vertragen, sie trinkt sonst eigentlich nicht, aber sie hat wirklich nur das eine Getränk gehabt und so, das kommt plötzlich aus dem Nichts. | |
| 6 | Und dann fühlst du dich plötzlich komplett machtlos und du hast etliche Securities um dich herum und Leute, die sonst noch um dich herum wuseln, aber ja, in diesem Moment hast du dich einfach nicht mehr so sicher gefühlt. | Und dann fühlst du dich plötzlich komplett machtlos und du hast etliche Sicherheitsleute um dich herum und Leute, die sonst noch um dich herum wuseln, aber ja, in diesem Moment hast du dich einfach nicht mehr so sicher gefühlt. | |
| 7 | Dort hatte Linda das Gefühl, sie hätte keine Kontrolle mehr über die Situation. Das ist ihr eingefahren. | Dort hatte Linda das Gefühl, sie hätte keine Kontrolle mehr über die Situation. Das ist ihr eingefahren. | |
| 8 | Ich glaube, was mich abgeschreckt ist jetzt das falsche Wort. Was mich einfach so ein wenig davon abhält, in den Club zu gehen, ist, dass das Beste daran eigentlich immer die Leute um mich herum waren. | Ich glaube, was mich abgeschreckt hat, ist jetzt das falsche Wort. Was mich einfach so ein wenig davon abhält, in den Club zu gehen, ist, dass das Beste daran eigentlich immer die Leute um mich herum waren. | |
| 9 | Also so die Friends, mit denen man geht. Und das kannst du halt wie auch ausserhalb von diesem Setting haben. | Also die Freunde, mit denen man geht. Und das kannst du halt auch außerhalb von diesem Setting haben. | |
| 10 | Also wenn ich dich jetzt zu mir einlade und wir reden zusammen oder keine Ahnung was. Du musst dafür nicht in den Club. | Also wenn ich dich jetzt zu mir einlade und wir reden zusammen oder keine Ahnung was. Du musst dafür nicht in den Club. | |
| 11 | Nein, Linda, das spricht man aus dem Herzen. Was ist so? Was denn? | Nein, Linda, das spricht man aus dem Herzen. Was ist so? Was denn? | |
| 12 | Dass mit eben, ich glaube, das Umfeld vom Club, braucht man wie, also ist auch für mich so, brauche ich nicht so das Setting von den Leuten rundherum. | Das mit eben, ich glaube, das Umfeld vom Club braucht man wie, also ist auch für mich so, brauche ich nicht so das Setting von den Leuten rundherum. | |
| 13 | Egal, ob die im Club sind oder zu Hause. Es geht nicht um den Club, sondern es geht wie um die Leute, Menschen. | Egal, ob die im Club sind oder zu Hause. Es geht nicht um den Club, sondern es geht um die Leute, Menschen. | |
| 14 | Und das fand ich mega schön, dass sie das so gesagt hat. | Und das fand ich mega schön, dass sie das so gesagt hat. | |
| 15 | Celin sagt, der enge Austausch mit ihren Freundinnen, der gebe ihr sehr viel. | Celin sagt, der enge Austausch mit ihren Freundinnen gebe ihr sehr viel. | |
| 16 | Weil ich finde, ich kann extrem viel von denen lernen. Es gibt mir Inspiration. | Weil ich finde, ich kann extrem viel von denen lernen. Es gibt mir Inspiration. | |
| 17 | Also jetzt nicht gestellt oder einschleimen, aber wirklich Linda ist eine extrem grosse Inspiration für mich, weil sie, ich wie gesagt, am Studieren. | Also jetzt nicht gestellt oder einschleimen, aber wirklich Linda ist eine extrem große Inspiration für mich, weil sie, wie gesagt, am Studieren ist. | |
| 18 | Und sie schafft so viel, trotzdem noch neben ihrem ganzen Studium auch für andere Menschen machen. | Und sie schafft so viel, trotzdem noch neben ihrem ganzen Studium auch für andere Menschen zu machen. | |
| 19 | Und das finde ich so inspirierend und toll. Und sie ist einfach ein Mensch, der auch mega einfühlsam ist. | Und das finde ich so inspirierend und toll. Und sie ist einfach ein Mensch, der auch mega einfühlsam ist. | |
| 20 | Und das allem trotz ihrem Stress findet sie auch immer Zeit für mich oder wenn ich mal etwas habe. | Und das alles trotz ihrem Stress findet sie auch immer Zeit für mich oder wenn ich mal etwas habe. | |
| 21 | Und das ist etwas, was mich extrem inspiriert, allgemein. | Und das ist etwas, was mich extrem inspiriert, allgemein. | |
| 22 | Und das kann wie auch keinen Club ersetzen oder kein Setting von einem Club. | Und das kann wie auch keinen Club ersetzen oder kein Setting von einem Club. | |
| 23 | Und das ist für mich wie das Grösste, ich glaube. | Und das ist für mich wie das Größte, ich glaube. | |
| 24 | Ich glaube, Menschen sind mega wichtig. | Ich glaube, Menschen sind mega wichtig. | |
| 25 | Celin macht gerade Berufsmatur im Bereich Kunst und Gestaltung. | Celin macht gerade Berufsmatur im Bereich Kunst und Gestaltung. | |
| 26 | Und nach einer langen Woche schätzt sie einfach ein Gegenüber, das einen auffängt, wo einem gut zuredet oder wo vielleicht auch eine andere Perspektive parat hat. | Und nach einer langen Woche schätzt sie einfach ein Gegenüber, das einen auffängt, das einem gut zuredet oder wo vielleicht auch eine andere Perspektive parat hat. | |
| 27 | Das kann ich gut verstehen. Ich habe wie das Gefühl, ich konnte das mit 20 auch und bin trotzdem aber auch mit diesen Leuten im Club. | Das kann ich gut verstehen. Ich habe das Gefühl, ich konnte das mit 20 auch und bin trotzdem aber auch mit diesen Leuten im Club. | |
| 28 | Und das war halt ein anderes Setting, dass man sich vielleicht vor dem bereit gemacht hat, darüber gesprochen hat, hey, der schreibt mir nicht zurück oder hey, der ist blöd. | Und das war halt ein anderes Setting, dass man sich vielleicht vorher bereit gemacht hat, darüber gesprochen hat, hey, der schreibt mir nicht zurück oder hey, der ist blöd. | |
| 29 | Und danach ist man raus und dann hat man im Kontext vom Club das wie können neutralisieren. | Und danach ist man raus und dann hat man im Kontext vom Club das wie neutralisieren können. | |
| 30 | Hat man einfach so halt im das Roboter tanzen, vielleicht auch etwas trinken und so wie das alles ein wenig vergessen, die Sorgen, die man sonst hat. | Hat man einfach so halt im Roboter tanzen, vielleicht auch etwas trinken und so wie das alles ein wenig vergessen, die Sorgen, die man sonst hat. | |
| 31 | Also so habe ich das zumindest gerade in Erinnerung. | Also so habe ich das zumindest gerade in Erinnerung. | |
| 32 | Ich glaube, ich verstehe, was du meinst. | Ich glaube, ich verstehe, was du meinst. | |
| 33 | Ich glaube, für mich hat das etwas, ich kann das auch, oder ich habe das Gefühl, ich kann das mega gut neutralisieren, wenn ich einfach rausgehe oder in die Natur gehe. | Ich glaube, für mich hat das etwas, ich kann das auch, oder ich habe das Gefühl, ich kann das mega gut neutralisieren, wenn ich einfach rausgehe oder in die Natur gehe. | |
| 34 | Ich brauche nicht den Club, aber so ein wenig die Natur. | Ich brauche nicht den Club, aber so ein wenig die Natur. | |
| 35 | Gerade, ich war mit Linda auch im Januar in den Ferien, also in den Bergen. | Gerade, ich war mit Linda auch im Januar in den Ferien, also in den Bergen. | |
| 36 | Und wir hatten dort auch so gerade das Gespräch über Freunde und Freundinnen und Ex und was auch immer. | Und wir hatten dort auch so gerade das Gespräch über Freunde und Freundinnen und Ex und was auch immer. | |
| 37 | Und dann haben wir auch noch gelaufen und dann hast du ganz andere Themen oder Beschäftigst dich mit Hilfe, ich komme nicht weiter, weil der Schnee jetzt zu hoch ist oder ich stecke fest. | Und dann sind wir auch noch gelaufen und dann hast du ganz andere Themen oder beschäftigst dich mit Hilfe, ich komme nicht weiter, weil der Schnee jetzt zu hoch ist oder ich stecke fest. | |
| 38 | Und ich habe das Gefühl, das ist dann auch mega, ganz ein anderer, abrupter Wechsel, aber halt nicht im Club-Setting, sondern einfach in der Natur draussen. | Und ich habe das Gefühl, das ist dann auch mega, ganz ein anderer, abrupter Wechsel, aber halt nicht im Club-Setting, sondern einfach in der Natur draußen. | |
| 39 | Oder einfach, wenn man miteinander am Abend spazieren geht oder am See. | Oder einfach, wenn man miteinander am Abend spazieren geht oder am See. |
Teil 4/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 4/6 — Teil 4 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Dann schaust du einem zu oder schaust dem Sonnenuntergang zu und habe das Gefühl, das kann neutralisieren für mich, so ein bisschen das. | Dann schaust du jemandem zu oder schaust dem Sonnenuntergang zu und habe das Gefühl, das kann für mich neutralisieren, so ein bisschen das. | |
| 2 | Mir fällt gerade auf, ich glaube, das, was die zwei Sachen gemeinsam haben, ist so im Moment drin zu kommen. | Mir fällt gerade auf, ich glaube, das, was die zwei Sachen gemeinsam haben, ist, im Moment drin zu sein. | |
| 3 | Eben so, ah, ich stecke fest im Schnee, ich komme nicht weiter oder einfach, ah, der Song ist so gut und sich zu dem bewegen. | Eben so, ah, ich stecke fest im Schnee, ich komme nicht weiter oder einfach, ah, der Song ist so gut und sich dazu bewegen. | |
| 4 | Sonst in einem anderen Kontext, aber das neutralisieren, ist für mich das Gleiche. | Sonst in einem anderen Kontext, aber das neutralisieren ist für mich das Gleiche. | |
| 5 | Ja, ich glaube auch. Du brennst durch! Oh, oh, oh, oh! Rückauf, du heiratest! | Ja, ich glaube auch. Du brennst durch! Oh, oh, oh, oh! Rückauf, du heiratest! | |
| 6 | Und darum spielen die drei jetzt auch weiter. Das Spiel des Lebens liegt vor ihnen auf dem Tisch. | Und darum spielen die drei jetzt auch weiter. Das Spiel des Lebens liegt vor ihnen auf dem Tisch. | |
| 7 | Ein Brettspiel, in dem man die verschiedenen Stationen vom Leben einmal durchspielt. | Ein Brettspiel, in dem man die verschiedenen Stationen des Lebens einmal durchspielt. | |
| 8 | Wow! Ich habe einen Pluspunkt! Wir haben gehört, das Thema Sicherheit spielt bei ihnen eine Rolle. | Wow! Ich habe einen Pluspunkt! Wir haben gehört, dass das Thema Sicherheit bei ihnen eine Rolle spielt. | |
| 9 | Sie haben von negativen Erfahrungen im Ausgang gehört oder sie auch selber gemacht, wo der Linda ihre Kollegin zum Beispiel zusammengeklappt ist. | Sie haben von negativen Erfahrungen im Ausgang gehört oder sie auch selbst gemacht, wo Linda, ihre Kollegin, zum Beispiel zusammengeklappt ist. | |
| 10 | Alle drei Frauen sagen mir übrigens auch, sie trinken wenig oder gar keinen Alkohol. | Alle drei Frauen sagen mir übrigens auch, dass sie wenig oder gar keinen Alkohol trinken. | |
| 11 | Clubs, das reizt Celine, Linda und Sarah darum nicht. | Clubs reizen Celine, Linda und Sarah darum nicht. | |
| 12 | Grundsätzlich gibt es einen Shift in der Schweiz. | Grundsätzlich gibt es einen Wandel in der Schweiz. | |
| 13 | Ich schaue in einen Artikel von der Uni Zürich und da sehe ich ganz klar, die Jungen gehen heute viel weniger in den Ausgang wie noch in den Nullerjahren. | Ich schaue in einen Artikel von der Uni Zürich und da sehe ich ganz klar, dass die Jungen heute viel weniger in den Ausgang gehen als noch in den Nullerjahren. | |
| 14 | Dort hat noch ein Drittel von den 15- bis 24-Jährigen gesagt, ich gehe mindestens einmal pro Woche in einen Club. | Dort hat noch ein Drittel der 15- bis 24-Jährigen gesagt, dass sie mindestens einmal pro Woche in einen Club gehen. | |
| 15 | 2022 sind es weniger als 10%. | 2022 sind es weniger als 10%. | |
| 16 | Aber es gibt sie durchaus, die Jungen, die auch heute gerne in den Ausgang gehen. | Aber es gibt sie durchaus, die Jungen, die auch heute gerne in den Ausgang gehen. | |
| 17 | So auch Lea, Mitte 20. Sie hat sich versprochen, nachher bei mir gemeldet. | So auch Lea, Mitte 20. Sie hat versprochen, sich später bei mir zu melden. | |
| 18 | Meine Freundesgruppe, wir sind alle so um die 25, 24, 26 rum. | Meine Freundesgruppe, wir sind alle so um die 25, 24, 26 Jahre alt. | |
| 19 | Wir gehen regelmässig in den Club. | Wir gehen regelmäßig in den Club. | |
| 20 | Wenn man das aufs Jahr runterrechnungt, ist es vielleicht einmal im Monat. | Wenn man das aufs Jahr runterrechnet, ist es vielleicht einmal im Monat. | |
| 21 | Wir gehen gerne zu 90er-Partys, 2000er, 2010er, ein bisschen feiern. | Wir gehen gerne zu 90er-Partys, 2000er, 2010er, ein bisschen feiern. | |
| 22 | Wir sind nicht eine Gruppe, die trinkt gross. | Wir sind nicht eine Gruppe, die viel trinkt. | |
| 23 | Also wir vielleicht zum Anstossen, wenn man so will, aber vor dem Club häufig, weil im Club sind die Getränke mega teuer. | Also wir vielleicht zum Anstoßen, wenn man so will, aber häufig vor dem Club, weil im Club sind die Getränke sehr teuer. | |
| 24 | Ja, wir fühlen uns wohl und wir feiern es einfach. | Ja, wir fühlen uns wohl und wir feiern einfach. | |
| 25 | Wir bewegen uns gerne, wir tanzen gerne. | Wir bewegen uns gerne, wir tanzen gerne. | |
| 26 | Wir finden die Stimmung eben cool im Club, also wenn es läuft. | Wir finden die Stimmung im Club cool, also wenn es läuft. | |
| 27 | Und häufig, umso später der Abend wird, desto mehr läuft es. | Und häufig, je später der Abend wird, desto mehr läuft es. | |
| 28 | Aber bei uns läuft es halt gerade von Anfang an. | Aber bei uns läuft es halt gerade von Anfang an. | |
| 29 | Wir haben einfach eine gute Zeit und wir gehen wegen dem. | Wir haben einfach eine gute Zeit und wir gehen deswegen. | |
| 30 | Lea hat richtig viel Spass im Ausgang. | Lea hat richtig viel Spaß im Ausgang. | |
| 31 | Anders war das bei Vito. | Anders war das bei Vito. | |
| 32 | Er hat sich wie auch Selin per Mail bei Input gemeldet. | Er hat sich wie auch Selin per Mail bei Input gemeldet. | |
| 33 | Er ist 24, arbeitet als Kanzleimitarbeiter beim Friedensrichter in der Stadt Zürich, tut in seiner Freizeit gerne kochen und backen und erzählt, wieso er nicht in den Ausgang möchte. | Er ist 24, arbeitet als Kanzleimitarbeiter beim Friedensrichter in der Stadt Zürich, kocht und backt gerne in seiner Freizeit und erzählt, warum er nicht in den Ausgang möchte. | |
| 34 | Und eine Stelle in dieser Nachricht springt mir besonders ins Auge. | Und eine Stelle in dieser Nachricht fällt mir besonders auf. | |
| 35 | Manchmal denke ich, dass ich gerne in den 90er Jahren jung gewesen wäre, so wie meine Schwestern. | Manchmal denke ich, dass ich gerne in den 90er Jahren jung gewesen wäre, so wie meine Schwestern. | |
| 36 | Das macht mich hellhörig und ich lade Vito zu mir ins Radiostudio ein. | Das macht mich aufmerksam und ich lade Vito zu mir ins Radiostudio ein. | |
| 37 | Was fasziniert dich an dem? | Was fasziniert dich daran? | |
| 38 | Es war halt viel anders. | Es war halt viel anders. | |
| 39 | Man ging im Ausgang, um die Leute zu treffen. | Man ging in den Ausgang, um die Leute zu treffen. | |
| 40 | Man hat auch so mit neuen Freundschaften kennengelernt. | Man hat auch neue Freundschaften geschlossen. | |
| 41 | Es war voll, voll Leute. | Es war voll, viele Leute waren da. | |
| 42 | Entweder hat man drinnen dann etwas unternommen oder dann auch draussen etwas weitergezogen. | Entweder hat man drinnen etwas unternommen oder draußen weitergezogen. | |
| 43 | Ich habe es auch eben durch meine ältere Schwester mitbekommen und bin sehr fasziniert, dass man eigentlich recht Spass hatte im Ausgang. | Ich habe es auch durch meine ältere Schwester mitbekommen und bin sehr fasziniert, dass man eigentlich viel Spaß im Ausgang hatte. | |
| 44 | Fasziniert hat es ihn und Vito konnte es kaum erwarten, selber auch in den Ausgang zu gehen. | Es hat ihn fasziniert und Vito konnte es kaum erwarten, selbst auch in den Ausgang zu gehen. | |
| 45 | Seine Schwestern haben ihm ein Bild gemalt von Spass und Abenteuer im Nachtleben. | Seine Schwestern haben ihm ein Bild von Spaß und Abenteuer im Nachtleben gemalt. | |
| 46 | Ich weiss noch, als ich 18 geworden bin, war es ein Mittwoch. | Ich weiß noch, als ich 18 geworden bin, war es ein Mittwoch. | |
| 47 | Und gerade am Freitag darauf bin ich gerade mit dem Kollegenkreis ins Mascot. | Und gerade am Freitag darauf bin ich mit meinem Freundeskreis ins Mascot gegangen. | |
| 48 | Das fand ich Hammer. | Das fand ich großartig. | |
| 49 | Und das erste Erlebnis war cool, mal wirklich etwas Neues. | Und das erste Erlebnis war cool, wirklich etwas Neues. | |
| 50 | Man kennt halt nur das. | Man kennt halt nur das. | |
| 51 | Und dann mit der Zeit aber hat man vielleicht verschiedene Clubs besucht, auch verschiedene Erfahrungen gesammelt und dann gemerkt, hey, aber das ist doch nicht so, wie es eben vielleicht meine Schwester erzählt hat. | Und dann hat man mit der Zeit vielleicht verschiedene Clubs besucht, auch verschiedene Erfahrungen gesammelt und dann gemerkt, hey, aber das ist doch nicht so, wie meine Schwester es erzählt hat. | |
| 52 | Ich bin auch oft mit ihnen noch im Ausgang gewesen und sie selber haben gesagt, hey, das ist einfach anders. | Ich bin auch oft mit ihnen im Ausgang gewesen und sie selbst haben gesagt, hey, das ist einfach anders. | |
| 53 | Das ist einfach nicht mehr, wie sie es in Erinnerung haben. | Das ist einfach nicht mehr, wie sie es in Erinnerung haben. | |
| 54 | Also er hat sich so vorgestellt. | Also hat er sich das so vorgestellt. | |
| 55 | Im Club trifft man neu coole Leute, schliesst Freundschaften und lernt vielleicht sogar jemanden für eine Beziehung kennen. | Im Club trifft man neue coole Leute, schließt Freundschaften und lernt vielleicht sogar jemanden für eine Beziehung kennen. | |
| 56 | Ja, meistens sind es einfach so Grüppchenweise. | Ja, meistens sind es einfach so in Grüppchen. | |
| 57 | Dann, wenn man versucht, vielleicht eine Frau anzusprechen, zieht sich die Kollegin wieder weg. | Dann, wenn man versucht, vielleicht eine Frau anzusprechen, zieht sich die Freundin wieder weg. | |
| 58 | Ich weiss nicht, ob man eben das Gefühl hat, dass dann einfach jeder Typ ein Ziel hat. | Ich weiß nicht, ob man das Gefühl hat, dass jeder Typ einfach ein Ziel hat. | |
| 59 | Das ist irgendwie die Abbaggerer oder einfach Anmacher. | Das sind irgendwie die Anmacher oder einfach Aufreißer. |
Teil 5/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 5/6 — Teil 5 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Und man einfach nöd daran gewohnt isch, dass es Leute git, die einfach es Gespräch führe wöi und somit vielleicht e Freundschaft entsteht und weiteres. | Und man einfach nicht daran gewöhnt ist, dass es Leute gibt, die einfach ein Gespräch führen wollen und somit vielleicht eine Freundschaft entsteht und weiteres. | |
| 2 | Und einfach, ja, einen gemütlichen Abend zäme geniessen, kennenlernen und somit no weitere Leute kennenlernen. | Und einfach, ja, einen gemütlichen Abend zusammen genießen, kennenlernen und somit noch weitere Leute kennenlernen. | |
| 3 | Und das isch wie nöd gange im Club? Nein. Das war eine Enttäuschung für Vito. | Und das ist wie nicht gegangen im Club? Nein. Das war eine Enttäuschung für Vito. | |
| 4 | Wenn man in einen Club gaht und für Eintritt und Getränke zahlt, chunt man schnell uf 100 Franken für einen Abend. | Wenn man in einen Club geht und für Eintritt und Getränke zahlt, kommt man schnell auf 100 Franken für einen Abend. | |
| 5 | Das isch eine Rechnung, die für Vito nöd ufgeht. | Das ist eine Rechnung, die für Vito nicht aufgeht. | |
| 6 | Und dann macht er no eine andere Erfahrung. Aneinanderchun im Club und dann grad jemanden vielleicht z'treffe, der es bisschen aggressiv isch, der sagt, hey, hesch du es Problem und so. | Und dann macht er noch eine andere Erfahrung. Aneinanderkommen im Club und dann gerade jemanden vielleicht zu treffen, der ein bisschen aggressiv ist, der sagt, hey, hast du ein Problem und so. | |
| 7 | Und eigentlich finde ich immer grad im Club, um es bisschen Spass z'hä, um es guets Feeling z'hä. | Und eigentlich finde ich immer gerade im Club, um ein bisschen Spaß zu haben, um ein gutes Feeling zu haben. | |
| 8 | Und doch trifft man halt Leute, die anders sueche oder einfach anders eingestellt sind. | Und doch trifft man halt Leute, die anderes suchen oder einfach anders eingestellt sind. | |
| 9 | Also du hesch wie die Erfahrung gmacht, dass du uf Leute getroffen bisch, die pöbelt unterwegs waren und den Stress sueche händ? | Also du hast wie die Erfahrung gemacht, dass du auf Leute getroffen bist, die pöbeln unterwegs waren und den Stress gesucht haben? | |
| 10 | Ja, exakt. Da chan ich mich erinnere, da war es, ich glaube, Neujahr 2024. | Ja, exakt. Da kann ich mich erinnern, da war es, ich glaube, Neujahr 2024. | |
| 11 | Und dort isch es fast zu einer Auseinandersetzung cho gegenüber meinem Kollegenkreis mit einem anderen. | Und dort ist es fast zu einer Auseinandersetzung gekommen gegenüber meinem Kollegenkreis mit einem anderen. | |
| 12 | So hat er sich das nöd vorgestellt. Es muss mich ja nöd persönlich betreffe, aber au nur schon die Atmosphäre ändert sich. | So hat er sich das nicht vorgestellt. Es muss mich ja nicht persönlich betreffen, aber auch nur schon die Atmosphäre ändert sich. | |
| 13 | Wenn ich jetzt sehe, irgendwie 3, 4 werde rausgeworfen vo den Securities oder Securities müend reinspringe, um die z'beruhige. | Wenn ich jetzt sehe, irgendwie 3, 4 werden rausgeworfen von den Securities oder Securities müssen reinspringen, um die zu beruhigen. | |
| 14 | Und wenn er kei Spass hat im Ausgang? Dann chan ich eigentlich grad z'Haus blibe. | Und wenn er keinen Spaß hat im Ausgang? Dann kann ich eigentlich gerade zu Hause bleiben. | |
| 15 | Das isch schon das zweite Mal, dass in dieser Sendung das Thema Sicherheit und Gewalt auftaucht. | Das ist schon das zweite Mal, dass in dieser Sendung das Thema Sicherheit und Gewalt auftaucht. | |
| 16 | Einmal bi den drei junge Frauen mit den K.O.-Tropfen und jetzt au bi Vito. | Einmal bei den drei jungen Frauen mit den K.O.-Tropfen und jetzt auch beim Vito. | |
| 17 | Und ich frage mich darum, hat die Gewalt im Nachtleben in den letzten Jahren zugenommen? | Und ich frage mich darum, hat die Gewalt im Nachtleben in den letzten Jahren zugenommen? | |
| 18 | Und frage an bi Bund, bi der Kantonspolizei Bern und der Stadt Zürich als Ausgangs-Hotspot. | Und frage an beim Bund, bei der Kantonspolizei Bern und der Stadt Zürich als Ausgangs-Hotspot. | |
| 19 | Und die Zahlen zeigen kei eindeutigs Bild, weil es git gar kei eindeutige Zahlen. | Und die Zahlen zeigen kein eindeutiges Bild, weil es gibt gar keine eindeutigen Zahlen. | |
| 20 | Es git kei Statistik, die sich uf Gewalt in und um Nachtclubs fokussiert. | Es gibt keine Statistik, die sich auf Gewalt in und um Nachtclubs fokussiert. | |
| 21 | Die Kantonspolizei Bern schreibt mir, eine Tendenz würd man sehe. Die Gewalt im Nachtleben, die nehmt zu. | Die Kantonspolizei Bern schreibt mir, eine Tendenz würde man sehen. Die Gewalt im Nachtleben, die nehme zu. | |
| 22 | Die Stadt Zürich schreibt, sie nehmt einen leichten Rückgang bi der Gewalt wahr. | Die Stadt Zürich schreibt, sie nehme einen leichten Rückgang bei der Gewalt wahr. | |
| 23 | Au das isch eine Tendenz. Eben, es isch es diffuses Bild und pauschale Aussagen chan man an dieser Stelle nöd mache. | Auch das ist eine Tendenz. Eben, es ist ein diffuses Bild und pauschale Aussagen kann man an dieser Stelle nicht machen. | |
| 24 | Das würd au den Rahmen dieser Sendung sprenge. | Das würde auch den Rahmen dieser Sendung sprengen. | |
| 25 | Darum goht mir zurück zu Vito. Er hat schnell gemerkt, im Club lernt er niemanden kenne. | Darum gehen wir zurück zu Vito. Er hat schnell gemerkt, im Club lernt er niemanden kennen. | |
| 26 | Aber die sozialen Kontakte, die händ ihm gefehlt. | Aber die sozialen Kontakte, die haben ihm gefehlt. | |
| 27 | Er hat sich darum eine Alternative gsuecht. Ja, ich ge in s'Gym, weil ich chume dort mega einfach ins Gespräch mit den Leute. | Er hat sich darum eine Alternative gesucht. Ja, ich gehe ins Gym, weil ich komme dort mega einfach ins Gespräch mit den Leuten. | |
| 28 | Ich weiss nöd, ob ich so extrovertiert bin oder einfach die Leute aaziehe. | Ich weiß nicht, ob ich so extrovertiert bin oder einfach die Leute anziehe. | |
| 29 | Und man chan sich über alles unterhalte. | Und man kann sich über alles unterhalten. | |
| 30 | Also wie die Woche war, was man für Pläne hat für die Ferien, wie es einem gaht. | Also wie die Woche war, was man für Pläne hat für die Ferien, wie es einem geht. | |
| 31 | Jeder sagt ihm Gym anders und trotzdem finde mir schnell den Zugang zueinander. | Jeder sagt im Gym anders und trotzdem finden wir schnell den Zugang zueinander. | |
| 32 | Das Fitness als gemeinsamer Nenner sozusagen. | Das Fitness als gemeinsamer Nenner sozusagen. | |
| 33 | Vito hat au schon Freundschaften geschlossen im Gym. | Vito hat auch schon Freundschaften geschlossen im Gym. | |
| 34 | Und mit sine neue Freunde geit er zum Beispiel Billard spiele oder au mal in eine Bar. | Und mit seinen neuen Freunden geht er zum Beispiel Billard spielen oder auch mal in eine Bar. | |
| 35 | Für ihn isch das ein grosser Unterschied zum Club. | Für ihn ist das ein großer Unterschied zum Club. | |
| 36 | Ja, in einer Bar chan man sich guet unterhalte und die Atmosphäre stimmt. | Ja, in einer Bar kann man sich gut unterhalten und die Atmosphäre stimmt. | |
| 37 | Eben, man hat jetzt nöd grad Leute, die aggressiv unterwegs sind oder vollbesoffen. | Eben, man hat jetzt nicht gerade Leute, die aggressiv unterwegs sind oder vollbesoffen. | |
| 38 | Und die Musik isch recht gemütlich und die Atmosphäre stimmt einfach. | Und die Musik ist recht gemütlich und die Atmosphäre stimmt einfach. | |
| 39 | Au wenn für ihn vieles gegen einen Besuch im Club spricht, der Wunsch, gleich nochmal z'gehe, lässt ihn nöd ganz los. | Auch wenn für ihn vieles gegen einen Besuch im Club spricht, der Wunsch, gleich nochmal zu gehen, lässt ihn nicht ganz los. | |
| 40 | Er wünscht sich, dass es mehr Platz uf der Tanzfläche gäbe, damit man sich nöd so in die Quere chöme. | Er wünscht sich, dass es mehr Platz auf der Tanzfläche gäbe, damit man sich nicht so in die Quere kommen. | |
| 41 | Und dass man mehr Rücksicht uf einand nimmt und es au mal locker sieht, wenn man eben gleich mal aneinander anchunnt. | Und dass man mehr Rücksicht aufeinander nimmt und es auch mal locker sieht, wenn man eben gleich mal aneinander ankommt. | |
| 42 | Ich finde einfach, die Leute sollten in den Club ga, sich kennenlernen, es bisschen weniger an den Handys sitze. | Ich finde einfach, die Leute sollten in den Club gehen, sich kennenlernen, ein bisschen weniger an den Handys sitzen. | |
| 43 | Und dann chummst du vielleicht au wieder mal mit. | Und dann kommst du vielleicht auch wieder mal mit. | |
| 44 | Genau, dann tauch ich aufs Mal dort uf. | Genau, dann tauche ich auf einmal dort auf. | |
| 45 | Warum gehn junge Menschen in der Schweiz nöd mehr in den Ausgang? Das isch die Frage dieser Sendung. | Warum gehen junge Menschen in der Schweiz nicht mehr in den Ausgang? Das ist die Frage dieser Sendung. | |
| 46 | Und au eine Frage, die die Wissenschaft beschäftigt. | Und auch eine Frage, die die Wissenschaft beschäftigt. | |
| 47 | Die Bar- und Clubmission Zürich führt zäme mit der ZHW grad eine Studie durch. | Die Bar- und Clubmission Zürich führt zusammen mit der ZHW gerade eine Studie durch. | |
| 48 | Die Zahlen sind also no provisorisch, aber sie zeigen in eine gewisse Richtung. | Die Zahlen sind also noch provisorisch, aber sie zeigen in eine gewisse Richtung. | |
| 49 | Rund zwei Drittel vo den 18- bis 25-Jährigen in der Schweiz gehn nöd in den Ausgang, weil ihnen die Preise für den Eintritt und Getränke z'teuer sind. | Rund zwei Drittel der 18- bis 25-Jährigen in der Schweiz gehen nicht in den Ausgang, weil ihnen die Preise für den Eintritt und Getränke zu teuer sind. | |
| 50 | Au für Vito ein Grund, mir händ es grad ghört. | Auch für Vito ein Grund, wir haben es gerade gehört. | |
| 51 | Okay, aber was mache die Junge denn in ihrer Freizeit, wenn sie nöd... | Okay, aber was machen die Jungen dann in ihrer Freizeit, wenn sie nicht... |
Teil 6/6
Quelle: Jung und nöd im Uusgang (SRF Input) — Teil 6/6 — Teil 6 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Ausgang wollen, Club und Disco. Sie treffen sich gern mit Freunden und Freundinnen, sie machen Sport, sie wandern. | Ausgang wollen, Club und Disco. Sie treffen sich gerne mit Freunden und Freundinnen, sie machen Sport, sie wandern. | |
| 2 | Das zahlen vom Bund 2025. Und was ich besonders schön finde, zusammen Spiele spielen, taucht auch in dieser Statistik auf. | Das zahlen vom Bund 2025. Und was ich besonders schön finde, zusammen Spiele spielen, taucht auch in dieser Statistik auf. | |
| 3 | Was mich überrascht, Vito und auch Selin finden, wenn sie früher auf die Welt gekommen wären, dann wären sie gerne in den Ausgang gegangen. | Was mich überrascht, Vito und auch Selin finden, wenn sie früher auf die Welt gekommen wären, dann wären sie gerne in den Ausgang gegangen. | |
| 4 | Was ich von meinen Eltern gehört habe, oder wenn ich mit ihnen rede, ich glaube, dann hätte ich es gerne mal ausprobiert, wie es meine Mami gesagt hat, einfach mal deine Sachen irgendwo hinlegen und du musst dich nicht darum kümmern. | Was ich von meinen Eltern gehört habe, oder wenn ich mit ihnen rede, ich glaube, dann hätte ich es gerne mal ausprobiert, wie es meine Mami gesagt hat, einfach mal deine Sachen irgendwo hinlegen und du musst dich nicht darum kümmern. | |
| 5 | Du musst sie einfach mal ein bisschen hintere stopfen und du musst keine Angst haben, dass dir deine Sachen geklaut werden oder so, oder dass unbeschwerten. | Du musst sie einfach mal ein bisschen hintere stopfen und du musst keine Angst haben, dass dir deine Sachen geklaut werden oder so, oder dass unbeschwerten. | |
| 6 | Ich glaube auch, dass ein bisschen das Verlässliche auf eine Art auch mit, hey, wir treffen uns um 6 Uhr da und da, du musst dort sein und nicht, ah, ich verspäte mich jetzt, ich kann ja noch schnell schreiben, ich verspäte mich so. | Ich glaube auch, dass ein bisschen das Verlässliche auf eine Art auch mit, hey, wir treffen uns um 6 Uhr da und da, du musst dort sein und nicht, ah, ich verspäte mich jetzt, ich kann ja noch schnell schreiben, ich verspäte mich so. | |
| 7 | Ich glaube, das ist etwas, wo ich merke, das würde ich glaube gerne mal erleben. | Ich glaube, das ist etwas, wo ich merke, das würde ich glaube gerne mal erleben. | |
| 8 | Und Linda, die Freundin von Selin, sagt. Ich glaube, was bei ihren Eltern viel mehr rausgekommen ist, ist so ein bisschen das Gefühl von Unbeschwertheit. | Und Linda, die Freundin von Selin, sagt. Ich glaube, was bei ihren Eltern viel mehr rausgekommen ist, ist so ein bisschen das Gefühl von Unbeschwertheit. | |
| 9 | Und so loslassen können. Und einfach sein und ich glaube, das habe ich nie gehabt im Ausgang. | Und so loslassen können. Und einfach sein und ich glaube, das habe ich nie gehabt im Ausgang. | |
| 10 | Wir haben in dieser Sendung ganz verschiedene Gründe gehört, warum junge Leute nicht in den Ausgang gehen. | Wir haben in dieser Sendung ganz verschiedene Gründe gehört, warum junge Leute nicht in den Ausgang gehen. | |
| 11 | Sicherheit im Nachtleben, kein Interesse an Alkohol, die Preise vom Club, Eintritt und den Getränken. | Sicherheit im Nachtleben, kein Interesse an Alkohol, die Preise vom Club, Eintritt und den Getränken. | |
| 12 | Wenn man keinen Spass hat, lohnt sich das nicht. | Wenn man keinen Spaß hat, lohnt sich das nicht. | |
| 13 | Was mir von diesen Gesprächen bleibt, Vito und auch die drei Frauen wollen sich verbunden fühlen mit anderen Menschen. | Was mir von diesen Gesprächen bleibt, Vito und auch die drei Frauen wollen sich verbunden fühlen mit anderen Menschen. | |
| 14 | Sie wollen keine oberflächlichen Kontakte, sondern gute Gespräche und gemeinsame Interessen mit Freunden und Freundinnen etwas unternehmen. | Sie wollen keine oberflächlichen Kontakte, sondern gute Gespräche und gemeinsame Interessen mit Freunden und Freundinnen etwas unternehmen. | |
| 15 | Und das finden sie aber nicht im Nachtleben, sondern am Spieli-Abend in der kleinen Runde oder im Gym, wo man die gleichen Interessen hat. | Und das finden sie aber nicht im Nachtleben, sondern am Spieli-Abend in der kleinen Runde oder im Gym, wo man die gleichen Interessen hat. | |
| 16 | Vito und Selin haben mir übrigens beide gesagt, dass sie gerne tanzen. | Vito und Selin haben mir übrigens beide gesagt, dass sie gerne tanzen. | |
| 17 | Selin in einem Tanzkurs und Vito sagt mir, dass er eigentlich auch ganz gerne im Ausgang tanzen würde. | Selin in einem Tanzkurs und Vito sagt mir, dass er eigentlich auch ganz gerne im Ausgang tanzen würde. | |
| 18 | Und das führt mich zu der nächsten Frage und zu meiner nächsten Inputs-Sendung. | Und das führt mich zu der nächsten Frage und zu meiner nächsten Inputs-Sendung. | |
| 19 | Ich habe mega gerne getanzt, vor so zehn Jahren. Heute nicht mehr so. | Ich habe mega gerne getanzt, vor so zehn Jahren. Heute nicht mehr so. | |
| 20 | Das ist irgendwie einfach verschwunden bei mir. | Das ist irgendwie einfach verschwunden bei mir. | |
| 21 | Wo tanzt man in der Schweiz noch, wenn immer weniger junge Menschen in den Club gehen? | Wo tanzt man in der Schweiz noch, wenn immer weniger junge Menschen in den Club gehen? | |
| 22 | Und warum tanzen wir überhaupt? | Und warum tanzen wir überhaupt? | |
| 23 | Mein Name ist Anna Kreidler und zum Einstimmen auf das Thema hier schon mal ein paar Stimmen aus der Input-Community. | Mein Name ist Anna Kreidler und zum Einstimmen auf das Thema hier schon mal ein paar Stimmen aus der Input-Community. | |
| 24 | Was mich am Tanzen fasziniert, ist die Komplexität der Bewegung zusammen mit der Musik, zusammen mit der Partnerin oder mit dem Partner. | Was mich am Tanzen fasziniert, ist die Komplexität der Bewegung zusammen mit der Musik, zusammen mit der Partnerin oder mit dem Partner. | |
| 25 | Ihr hört Samuel, Tanzlehrer aus dem Kanton Luzern. | Ihr hört Samuel, Tanzlehrer aus dem Kanton Luzern. | |
| 26 | Sein Favorit, der englische Walzer. | Sein Favorit, der englische Walzer. | |
| 27 | Es sind Glückshormone, die ausgeschüttet werden. | Es sind Glückshormone, die ausgeschüttet werden. | |
| 28 | Wenn man zusammen tanzt und ein Vibe hat und eine gute Song, wo man zusammen tanzen kann, ist das etwas Wunderschönes, zu erleben. | Wenn man zusammen tanzt und ein Vibe hat und einen guten Song, wo man zusammen tanzen kann, ist das etwas Wunderschönes, zu erleben. | |
| 29 | Und auch Lisa hat sich bei mir gemeldet. | Und auch Lisa hat sich bei mir gemeldet. | |
| 30 | Früher war sie jedes Wochenende in den Ausgang. | Früher war sie jedes Wochenende in den Ausgang. | |
| 31 | Und jetzt, wo sie älter ist, im Abschlussjahr ihrer Ausbildung steckt, hat der Ausgang nicht mehr so Platz. | Und jetzt, wo sie älter ist, im Abschlussjahr ihrer Ausbildung steckt, hat der Ausgang nicht mehr so Platz. | |
| 32 | Aber das Tanzen, das vermisst sie. | Aber das Tanzen, das vermisst sie. | |
| 33 | Und darum hat sie einen ganz anderen Ort zum Tanzen gefunden. | Und darum hat sie einen ganz anderen Ort zum Tanzen gefunden. | |
| 34 | Jetzt tanze ich vor allem zu Hause. | Jetzt tanze ich vor allem zu Hause. | |
| 35 | Wenn sie Stress hat oder es ihr einfach nicht so gut geht, dann tanzt sie durch ihre Wohnung. | Wenn sie Stress hat oder es ihr einfach nicht so gut geht, dann tanzt sie durch ihre Wohnung. | |
| 36 | Ihr hört sie hier auch gerade im Hintergrund. | Ihr hört sie hier auch gerade im Hintergrund. | |
| 37 | Es ist meistens so ein bisschen hüpfen und ein komisches Bewegen mit meinem Körper. | Es ist meistens so ein bisschen hüpfen und ein komisches Bewegen mit meinem Körper. | |
| 38 | Ja, es sieht wahrscheinlich mega komisch aus, aber es tut mega gut, so alles so ein bisschen loszulassen. | Ja, es sieht wahrscheinlich mega komisch aus, aber es tut mega gut, so alles so ein bisschen loszulassen. | |
| 39 | Sie können so alles vergessen, was sie gerade beschäftigt und einfach im Moment sein. | Sie können so alles vergessen, was sie gerade beschäftigt und einfach im Moment sein. | |
| 40 | Das war ein Podcast von SRF. Produziert im Auftrag der SRG. | Das war ein Podcast von SRF. Produziert im Auftrag der SRG. |
Teil 1/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 1/6 — Teil 1 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Wir sind gelaufen, wir sind viel Kaffee trinken gegangen, haben uns oftmals auch jeweils bei uns zu Hause getroffen und dort Sex gehabt, und ja, es war auf jeden Fall eine coole Zeit und schön, sie kennenzulernen mit ihr. | Wir sind spazieren gegangen, haben viel Kaffee getrunken, uns oft bei uns zu Hause getroffen und dort Sex gehabt, und ja, es war auf jeden Fall eine coole Zeit und schön, sie kennenzulernen. | |
| 2 | Wir haben uns viel gesehen, wir haben uns viel getroffen, hat sehr interessiert gewirkt. | Wir haben uns oft gesehen, wir haben uns oft getroffen, es hat sehr interessiert gewirkt. | |
| 3 | Er hat mir sogar seine Schwester vorstellen wollen oder mich fragen, dass ich mit seiner Mutter am Sonntag essen gehe. | Er wollte mir sogar seine Schwester vorstellen oder mich fragen, ob ich am Sonntag mit seiner Mutter essen gehe. | |
| 4 | Und genau an diesem Punkt fragen uns sicher, okay, das ist ja Dating. | Und genau an diesem Punkt fragen wir uns sicher, okay, das ist ja Dating. | |
| 5 | Was ist jetzt genau der Unterschied zu einer Situationship und Dating? | Was ist jetzt genau der Unterschied zwischen einer Situationship und Dating? | |
| 6 | Weil ich stelle erst, das geht mir so zumindest, ich stelle erst jemanden meiner Mutter vor, wenn ich mir sicher bin, dass es ein längerfristiges Dating wird oder vielleicht sogar erst, wenn wir fix zusammen sind. | Weil ich stelle erst, so geht es mir zumindest, ich stelle erst jemanden meiner Mutter vor, wenn ich mir sicher bin, dass es ein längerfristiges Dating wird oder vielleicht sogar erst, wenn wir fest zusammen sind. | |
| 7 | Um diese Frage zu klären, habe ich die Therapeutin, Psychiaterin und Buchautorin Miriam Tanner angerufen. | Um diese Frage zu klären, habe ich die Therapeutin, Psychiaterin und Buchautorin Miriam Tanner angerufen. | |
| 8 | Sie befasst sich unter anderem mit Bindungsstil und Umgang mit Verbindlichkeit. | Sie beschäftigt sich unter anderem mit Bindungsstil und Umgang mit Verbindlichkeit. | |
| 9 | Wir hören jetzt immer wieder in diesem Input. | Wir hören jetzt immer wieder in diesem Input. | |
| 10 | Also es ist sicher Beziehung, wenn zwei Leute eine Rolle spielen und sich einlassen auf irgendeine Form einer Beziehung, wo es Platz hat für romantische Gefühle, wo es Platz hat für Sexualität, aber keinen Platz hat für ein Commitment oder eben für so einfach eine Klärung, was jetzt diese Beziehung genau ist. | Also es ist sicher eine Beziehung, wenn zwei Leute eine Rolle spielen und sich auf irgendeine Form einer Beziehung einlassen, wo es Platz für romantische Gefühle gibt, wo es Platz für Sexualität gibt, aber keinen Platz für ein Commitment oder eben für eine Klärung, was diese Beziehung genau ist. | |
| 11 | Situationship ist also eine Beziehung, aber mit viel Offenheit, was z.B. das monogame Dating im Gegenzug nicht hat. | Situationship ist also eine Beziehung, aber mit viel Offenheit, was zum Beispiel das monogame Dating im Gegensatz nicht hat. | |
| 12 | Dort ist klar, beide sind aus auf eine feste Liebesbeziehung. | Dort ist klar, beide sind auf eine feste Liebesbeziehung aus. | |
| 13 | Und auch die Absichten bei Freundschaft Plus seien viel klarer als bei Situationships. | Und auch die Absichten bei Freundschaft Plus sind viel klarer als bei Situationships. | |
| 14 | Dass bei Freundschaft Plus eher die Romantik ganz draussen bleibt, dass es dort wirklich mehr ist, wir kennen uns, wir sind befreundet und haben noch Sex, aber dort hat es wie die Klarheit, es wird nicht mehr geben. | Bei Freundschaft Plus bleibt die Romantik eher ganz außen vor, es ist dort wirklich mehr so, wir kennen uns, wir sind befreundet und haben Sex, aber dort gibt es die Klarheit, dass es nicht mehr geben wird. | |
| 15 | Und in einer Situationship ist das offen und unklar. | In einer Situationship ist das offen und unklar. | |
| 16 | Unklar war es vor allem auch am Anfang für Giuseppe und Alex, was für Absichten sie haben. | Unklar war es vor allem auch am Anfang für Giuseppe und Alex, welche Absichten sie haben. |
Teil 2/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 2/6 — Teil 2 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Der Giuseppe isch davon ausgegangen, dass der Alex und er sich daten tun. | Giuseppe ging davon aus, dass Alex und er sich daten. | |
| 2 | Klar, sie haben sich ja auf einer Dating-Plattform kennengelernt. | Klar, sie haben sich ja auf einer Dating-Plattform kennengelernt. | |
| 3 | Und warum wäre er sonst so bemüht, wenn es nicht Dating wäre? | Und warum wäre er sonst so bemüht, wenn es kein Dating wäre? | |
| 4 | Das isch nöd untypisch für es Situationship. | Das ist nicht untypisch für eine Situationship. | |
| 5 | Am Anfang isch alles super toll. | Am Anfang ist alles super toll. | |
| 6 | Bei mir hat es auch so angefangen. | Bei mir hat es auch so angefangen. | |
| 7 | Zuerst haben wir festgemacht, es isch etwas Lockeres. | Zuerst haben wir festgelegt, es ist etwas Lockeres. | |
| 8 | Dann haben wir täglich geschrieben und verhalten uns so, als würden wir uns wirklich daten. | Dann haben wir täglich geschrieben und verhielten uns so, als würden wir uns wirklich daten. | |
| 9 | Wo wir ja ganz am Anfang gesagt haben, es isch etwas Lockeres. | Wo wir ja ganz am Anfang gesagt haben, es ist etwas Lockeres. | |
| 10 | Ich war in einer langen Beziehung und er auch. | Ich war in einer langen Beziehung und er auch. | |
| 11 | Und er war sogar verlobt. | Und er war sogar verlobt. | |
| 12 | Wir wollten beide nöd gleich in die nächste Beziehung springen. | Wir wollten beide nicht gleich in die nächste Beziehung springen. | |
| 13 | Aber sind wir ehrlich, so Sätze wie, ich brauche noch ein bisschen mehr Zeit, oder lassen wir uns Zeit, oder ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung, das sind doch einfach Ausreden. | Aber seien wir ehrlich, Sätze wie, ich brauche noch ein bisschen mehr Zeit, oder lass uns Zeit, oder ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung, das sind doch einfach Ausreden. | |
| 14 | Er hat mir nach dem fünften oder sechsten Date, er hat eigentlich mehr gesagt, er will sich Zeit lassen. | Er hat mir nach dem fünften oder sechsten Date gesagt, er will sich Zeit lassen. | |
| 15 | So, er will mich trotzdem sehen, aber er würde sich gerne Zeit lassen und halt die Möglichkeit offen lassen, dass wenn sich etwas ergibt, dass er kein schlechtes Gewissen haben muss. | Er will mich trotzdem sehen, aber er möchte sich gerne Zeit lassen und die Möglichkeit offen lassen, dass, wenn sich etwas ergibt, er kein schlechtes Gewissen haben muss. | |
| 16 | Eigentlich isch das der Moment, wo man gehen sollte. | Eigentlich ist das der Moment, wo man gehen sollte. | |
| 17 | Das hat der Giuseppe auch gemacht, aber der Alex hat ihn einfach nöd gehen lassen. | Das hat Giuseppe auch gemacht, aber Alex hat ihn einfach nicht gehen lassen. | |
| 18 | Er hat natürlich noch auf meinen Social Medias geschaut und er hat immer wieder meine Posts geliked. | Er hat natürlich noch auf meinen Social Media geschaut und meine Posts immer wieder geliked. | |
| 19 | Also jeder Post, den ich hatte, er hat alles geliked. | Also jeden Post, den ich hatte, hat er geliked. | |
| 20 | Und er mir dann geschrieben hat, wo ich in den Ferien war, so, wenn chunsch du wieder zurück, weil ich muss dich unbedingt wieder sehen. | Und er hat mir dann geschrieben, als ich in den Ferien war, wann kommst du wieder zurück, weil ich muss dich unbedingt wiedersehen. | |
| 21 | Und dadurch bin ich dann, ich habe ihm dann knallhart einfach zurückgeschrieben, so, du kannst mir eh nöd geben, was ich will. | Und dadurch habe ich ihm dann knallhart zurückgeschrieben, du kannst mir eh nicht geben, was ich will. | |
| 22 | Ich will keine Zeit vergeuden. | Ich will keine Zeit vergeuden. | |
| 23 | Und er hat dann gefunden, so, ja, ich bin reifer geworden, ich weiss jetzt, was ich will. | Und er hat dann gesagt, ja, ich bin reifer geworden, ich weiß jetzt, was ich will. | |
| 24 | Und das hat mich wahrscheinlich ein bisschen verwirrt. | Und das hat mich wahrscheinlich ein bisschen verwirrt. | |
| 25 | Aber ich bin aber nachher nach Hause gegangen und dachte, so, der will wirklich jetzt mehr. | Aber ich bin nachher nach Hause gegangen und dachte, der will wirklich jetzt mehr. | |
| 26 | Und das war aber mein Fehler, weil ich wirklich das Gefühl hatte, er meint es ernst. | Und das war aber mein Fehler, weil ich wirklich das Gefühl hatte, er meint es ernst. | |
| 27 | Kaum möchte sich eine Person aus der Situationship befreien, bekommt die andere Person Panik über. | Kaum möchte sich eine Person aus der Situationship befreien, bekommt die andere Person Panik. | |
| 28 | Ich habe zum Beispiel gemerkt, ich kann nöd einfach etwas Lockeres haben mit jemandem. | Ich habe zum Beispiel gemerkt, ich kann nicht einfach etwas Lockeres mit jemandem haben. | |
| 29 | Das geht für mich nöd. | Das geht für mich nicht. | |
| 30 | Ich kann auch nöd mit anderen oder mit mehreren Leuten gleichzeitig etwas am Laufen haben. | Ich kann auch nicht mit anderen oder mehreren Leuten gleichzeitig etwas am Laufen haben. | |
| 31 | Und als ich das gemerkt habe, habe ich meiner Situationship auch gesagt, hey, irgendwie, ich weiss, man sagt, es isch etwas Lockeres, aber ich habe das Gefühl, ich verschwende meine Zeit hier. | Und als ich das gemerkt habe, habe ich meiner Situationship gesagt, hey, irgendwie, ich weiß, man sagt, es ist etwas Lockeres, aber ich habe das Gefühl, ich verschwende meine Zeit hier. | |
| 32 | Ich bin loyal und fokussiere mich automatisch nur auf dich. | Ich bin loyal und fokussiere mich automatisch nur auf dich. | |
| 33 | Darum will ich das nöd mehr. | Darum will ich das nicht mehr. | |
| 34 | Weil vielleicht wartet da draussen wirklich jemand auf mich und ich verpasse meine Chance. | Weil vielleicht wartet da draußen wirklich jemand auf mich und ich verpasse meine Chance. | |
| 35 | Er war daraufhin sehr verständnisvoll. | Er war daraufhin sehr verständnisvoll. | |
| 36 | Ich bin nach Hause und am nächsten Tag. | Ich bin nach Hause gegangen und am nächsten Tag. | |
| 37 | Ich habe dich heute vermisst und ich kann mir nöd vorstellen, dass wir uns einfach nöd mehr sehen. | Ich habe dich heute vermisst und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns einfach nicht mehr sehen. | |
| 38 | Warum wollen Menschen einen genau dann behalten, wenn man eigentlich gehen will? | Warum wollen Menschen einen genau dann behalten, wenn man eigentlich gehen will? | |
| 39 | Also die Verlustangst spielt eine Rolle. | Also die Verlustangst spielt eine Rolle. | |
| 40 | Etwas, was auch in unserer Natur eigentlich verankert isch, nöd immer uns bewusst isch, häufig vielleicht auch auf die Seite geschoben, vielleicht auch aufgrund von Verletzungen nöd mehr spürbar isch, aber eigentlich isch es ein Teil unserer Natur. | Etwas, was auch in unserer Natur verankert ist, nicht immer uns bewusst ist, häufig vielleicht auch beiseite geschoben, vielleicht auch aufgrund von Verletzungen nicht mehr spürbar ist, aber eigentlich ist es ein Teil unserer Natur. | |
| 41 | Und die Ambivalenz, die in einer Situationship ja auch rum isch. | Und die Ambivalenz, die in einer Situationship auch vorhanden ist. | |
| 42 | Also man will ja schon, man will einfach nöd klar. | Also man will ja schon, man will einfach nicht klar. | |
| 43 | Vielleicht weil man vor dem klaren Respekt oder auch ein bisschen Angst hat. | Vielleicht weil man vor dem klaren Respekt oder auch ein bisschen Angst hat. | |
| 44 | Ja, ein Elend. | Ja, ein Elend. | |
| 45 | Ja, wirklich ein Elend. | Ja, wirklich ein Elend. | |
| 46 | Weil ich bin natürlich wieder voll reingefallen. | Weil ich bin natürlich wieder voll reingefallen. | |
| 47 | Statt zu erkennen, dass meine Situationship vielleicht Verlustangst hat, weil er ja schon seine Verlobte verloren hat, habe ich stattdessen gemeint, okay, jetzt will er mich wirklich. | Statt zu erkennen, dass meine Situationship vielleicht Verlustangst hat, weil er ja schon seine Verlobte verloren hat, habe ich stattdessen gedacht, okay, jetzt will er mich wirklich. | |
| 48 | Und das isch zu einem Wechselspiel geworden über mehrere Monate lang. | Und das ist zu einem Wechselspiel über mehrere Monate geworden. | |
| 49 | Und das Hin und Her und die Unklarheit, das macht öppis mit einem. | Und das Hin und Her und die Unklarheit, das macht etwas mit einem. | |
| 50 | Er hat mir auch wirklich das Gefühl gegeben, dass ich nüt wert bin. | Er hat mir auch wirklich das Gefühl gegeben, dass ich nichts wert bin. | |
| 51 | Das isch eigentlich so das, was traurig isch und was ich nöd okay finde an dieser Situationship. | Das ist eigentlich das, was traurig ist und was ich nicht okay finde an dieser Situationship. | |
| 52 | Und in diesem Fall war es ja wirklich so, dass er mir eigentlich gesagt hat, so hey, du bist mein Fokus. | Und in diesem Fall war es wirklich so, dass er mir gesagt hat, hey, du bist mein Fokus. | |
| 53 | Wiederum hat er dann können ein Wochenende auf Köln gehen, weisst du. | Wiederum konnte er dann ein Wochenende nach Köln gehen, weißt du. | |
| 54 | Und dann bin ich auf einmal geghostet worden, bis es geht nöd mehr. | Und dann wurde ich auf einmal geghostet, bis es nicht mehr ging. | |
| 55 | Und das Krasse isch aber eben, teilweise passieren diese Sachen so in einer kurzen Frequenz. | Und das Krasse ist aber, dass diese Dinge teilweise in kurzer Frequenz passieren. | |
| 56 | Also der Disrespect, Love, Disrespect isch so. | Also der Disrespect, Liebe, Disrespect ist so. | |
| 57 | Und ich glaube, das verwirrt dann einen auch. | Und ich glaube, das verwirrt einen auch. | |
| 58 | Das zu hören hat mir zwar leid getan, aber ich muss sagen, es hat auch gut getan zu wissen, dass ich nöd die Einzige bin. | Das zu hören hat mir zwar leid getan, aber ich muss sagen, es hat auch gut getan zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin. | |
| 59 | Aber es fühlt sich... | Aber es fühlt sich... |
Teil 3/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 3/6 — Teil 3 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Das geht einfach nicht. Das hätte ich auch viel früher erkennen können, weil für viele ist die Situationship wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. | Das geht einfach nicht. Das hätte ich auch viel früher erkennen können, denn für viele ist die Situationship wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. | |
| 2 | Die Überbrückungszeit, bis man seinen Traumpartner oder Partnerin findet. | Die Überbrückungszeit, bis man seinen Traumpartner oder seine Partnerin findet. | |
| 3 | Oh, das ist nur schon, wie das klingt. Und das Schlimme an dem Ganzen ist, das zieht sich über Monate und genau dann wird es toxisch, wenn einem Hoffnung gemacht wird. | Oh, das ist schon allein, wie das klingt. Und das Schlimme an dem Ganzen ist, dass es sich über Monate zieht und genau dann wird es toxisch, wenn einem Hoffnung gemacht wird. | |
| 4 | In einer toxischen Beziehung spielt Abhängigkeit immer eine Rolle, weil sonst würde man auch genau gehen. | In einer toxischen Beziehung spielt Abhängigkeit immer eine Rolle, denn sonst würde man auch einfach gehen. | |
| 5 | Und Abhängigkeit wird geschürt durchs Unklare. Also weil wahrscheinlich passiert es besonders dann, wenn immer wieder durchgesickert wird, ja, aber der andere ist ja gleich auch irgendwie verliebt und ein bisschen romantisch. | Und Abhängigkeit wird durch das Unklare geschürt. Also wahrscheinlich passiert es besonders dann, wenn immer wieder durchgesickert wird, dass der andere ja auch irgendwie verliebt und ein bisschen romantisch ist. | |
| 6 | Es hat ja Platz in dieser Situationship für solche Gefühle. Dann aber wieder nicht. Es kippt hin und her. | Es gibt ja Platz in dieser Situationship für solche Gefühle. Dann aber wieder nicht. Es kippt hin und her. | |
| 7 | Mal ist es, hat es Platz für Verliebte, dann wieder nicht. Ich sage auch ehrlich, auch ich war, glaube ich, ein bisschen abhängig. | Mal hat es Platz für Verliebte, dann wieder nicht. Ich sage auch ehrlich, ich war, glaube ich, ein bisschen abhängig. | |
| 8 | Also nicht nach ihm, sondern nach dem, was er mir am Anfang gegeben hat. Und dann immer weniger davon gegeben hat. | Also nicht nach ihm, sondern nach dem, was er mir am Anfang gegeben hat. Und dann hat er immer weniger davon gegeben. | |
| 9 | Das nennt sich übrigens auch Lovebombing, also zuerst überschütten mit Liebe und dann auf einmal wieder auf Abstand und dann wieder ein bisschen Liebe geben, dann wieder auf Abstand. | Das nennt sich übrigens auch Lovebombing, also zuerst mit Liebe überschütten und dann auf einmal wieder auf Abstand gehen und dann wieder ein bisschen Liebe geben, dann wieder auf Abstand. | |
| 10 | Und mich hat das extrem getriggert. Aber es waren auch andere Sachen, die mich glauben liessen, er will doch mehr. | Und das hat mich extrem getriggert. Aber es gab auch andere Dinge, die mich glauben ließen, dass er doch mehr will. | |
| 11 | Zum Beispiel wollte er, dass wenn wir uns am Ausgang oder so sehen, mit niemand anderem etwas haben. Es sei halt respektlos. | Zum Beispiel wollte er, dass wenn wir uns am Ausgang oder so sehen, er mit niemand anderem etwas hat. Das wäre respektlos. | |
| 12 | Oder wir haben zum Beispiel abgemacht gehabt, auch seine Idee, dass wenn wir mit anderen Leuten etwas haben, wir uns das gegenseitig sagen. Einfach aus Respekt. | Oder wir hatten zum Beispiel abgemacht, auch seine Idee, dass wenn wir mit anderen Leuten etwas haben, wir uns das gegenseitig sagen. Einfach aus Respekt. | |
| 13 | Und darf ich dir mal raten, wer sich daran gehalten hat und wer nicht? | Und darf ich dir mal raten, wer sich daran gehalten hat und wer nicht? | |
| 14 | Und ja, ich würde es ja jetzt vielleicht so ein bisschen lustig finden, wenn ich jetzt daran denke, ja, ich kann es immer noch nicht glauben, aber es hat irgendetwas mit mir gemacht und schlimm ist es aber erst nachher geworden, als wir das Ganze beendet haben. | Und ja, ich würde es jetzt vielleicht so ein bisschen lustig finden, wenn ich daran denke, ja, ich kann es immer noch nicht glauben, aber es hat irgendetwas mit mir gemacht und schlimm ist es erst nachher geworden, als wir das Ganze beendet haben. | |
| 15 | Weil er hätte ja schon Gefühle für mich, aber es reicht nicht für eine Beziehung. Das war für mich der Cut. | Denn er hatte ja schon Gefühle für mich, aber es reicht nicht für eine Beziehung. Das war für mich der Cut. | |
| 16 | Und ich bin wirklich eine selbstbewusste Person und habe es ihm auch nicht böse genommen, aber als ich ihn eine Woche später, nachdem ich den Satz von ihm gehört habe, Hand in Hand mit seiner anscheinend neuen Freundin in der Badewanne gesehen habe, habe ich mich noch nie so wertlos gefühlt wie dort. | Und ich bin wirklich eine selbstbewusste Person und habe es ihm auch nicht böse genommen, aber als ich ihn eine Woche später, nachdem ich seinen Satz gehört habe, Hand in Hand mit seiner anscheinend neuen Freundin in der Badewanne gesehen habe, habe ich mich noch nie so wertlos gefühlt wie dort. | |
| 17 | Es ist eine Woche Unterschied zwischen mir und ihr und ich habe es komplett auf mich genommen. | Es ist eine Woche Unterschied zwischen mir und ihr und ich habe es komplett auf mich genommen. | |
| 18 | Ich habe mich wirklich gefragt, bin ich ihm zu wenig schweizerisch gewesen, bin ich zu laut gewesen, bin ich ihm zu viel gewesen, bin ich ihm zu wenig blond gewesen, bin ich zu wenig gross? | Ich habe mich wirklich gefragt, ob ich ihm zu wenig schweizerisch gewesen bin, ob ich zu laut gewesen bin, ob ich ihm zu viel gewesen bin, ob ich ihm zu wenig blond gewesen bin, ob ich zu wenig groß gewesen bin? | |
| 19 | Sachen, die ich vorher noch nie an mir angezweifelt habe. Und ich konnte wirklich eine ganze Woche nichts essen. | Sachen, die ich vorher noch nie an mir angezweifelt habe. Und ich konnte wirklich eine ganze Woche nichts essen. | |
| 20 | Mir war von all dem nur noch schlecht. Warum kann eine Person, die nicht mal wirklich mit mir zusammen gewesen ist, so viel mit meinem Selbstwert machen? | Mir war von all dem nur noch schlecht. Warum kann eine Person, die nicht einmal wirklich mit mir zusammen gewesen ist, so viel mit meinem Selbstwert machen? | |
| 21 | Wir haben von Natur aus ein grosses Sicherheitsbedürfnis und wenn man sich in eine Beziehung einlassen, was einerseits Platz hat für Gefühle, Romantik, aber eben nicht für einen sicheren Rahmen, dann kann das Selbstwertgefühl, was darunter liegt, und zu Selbstzweifeln anfangen führen. | Wir haben von Natur aus ein großes Sicherheitsbedürfnis und wenn man sich in eine Beziehung einlässt, die einerseits Platz für Gefühle und Romantik hat, aber eben nicht für einen sicheren Rahmen, dann kann das Selbstwertgefühl, das darunter liegt, und zu Selbstzweifeln führen. | |
| 22 | Und man hat den Eindruck, ja, jetzt habe ich es ja fast geschafft, wenn ich mir noch ein bisschen mehr Mühe gebe, dann kommt es. | Und man hat den Eindruck, ja, jetzt habe ich es ja fast geschafft, wenn ich mir noch ein bisschen mehr Mühe gebe, dann kommt es. | |
| 23 | Man hat immer das Gefühl, ich kann ja noch irgendwas in den Händen, weil es ist ja nicht nichts. | Man hat immer das Gefühl, ich kann ja noch irgendetwas in den Händen halten, denn es ist ja nicht nichts. | |
| 24 | Dann kommt immer noch die Hoffnung und ich probiere noch besser und noch schöner und cooler oder was immer zu sein. | Dann kommt immer noch die Hoffnung und ich versuche, noch besser und noch schöner und cooler oder was auch immer zu sein. | |
| 25 | Ich frage mich einfach, warum bin ich so blind gewesen? Warum habe ich meinen Wert nicht erkannt? | Ich frage mich einfach, warum ich so blind gewesen bin? Warum habe ich meinen Wert nicht erkannt? | |
| 26 | Und vor allem, wieso bin ich so lange geblieben? Die Fragen beschäftigen mich bis heute noch und ich habe immer noch keine Antwort darauf. | Und vor allem, warum bin ich so lange geblieben? Diese Fragen beschäftigen mich bis heute noch und ich habe immer noch keine Antwort darauf. | |
| 27 | Darum frage ich den Giuseppe. Wieso bist du jetzt trotzdem geblieben? | Darum frage ich den Giuseppe. Warum bist du jetzt trotzdem geblieben? | |
| 28 | Gute Frage. Man hat ja den Menschen trotzdem gerne. | Gute Frage. Man hat ja den Menschen trotzdem gern. | |
| 29 | Und ich merke schnell, ob ich mir jemand vorstellen könnte neben mir. | Und ich merke schnell, ob ich mir jemanden neben mir vorstellen könnte. | |
| 30 | Und dann kommt halt wirklich, das ist nicht wirklich etwas Gesundes, aber dann kommt halt das Wunschdenken, so ja, ich werde ihn davon überzeugen. | Und dann kommt halt wirklich, das ist nicht wirklich etwas Gesundes, aber dann kommt halt das Wunschdenken, dass ich ihn davon überzeugen werde. |
Teil 4/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 4/6 — Teil 4 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Man liebt sich ja mir, es liebt sowieso andere. Und vielleicht braucht er einfach auch seine Zeit zum Wachsen, weil wir kennen uns ja schlussendlich trotzdem erst seit sechs Monaten. | Man liebt sich ja, aber man liebt sowieso andere. Und vielleicht braucht er einfach auch seine Zeit zum Wachsen, weil wir uns ja schließlich erst seit sechs Monaten kennen. | |
| 2 | Bis jetzt haben wir vor allem die verletzte Seite gehört. Aber wie tun es eigentlich auf der anderen Seite? | Bis jetzt haben wir vor allem die verletzte Seite gehört. Aber wie ist es eigentlich auf der anderen Seite? | |
| 3 | Ich bin Timmy, ich bin 27 Jahre alt und wohne in Zürich. | Ich bin Timmy, ich bin 27 Jahre alt und wohne in Zürich. | |
| 4 | Der Timmy sitzt bei mir im Radiostudio und erzählt, er habe schon mehrere Situationships gehabt. | Der Timmy sitzt bei mir im Radiostudio und erzählt, dass er schon mehrere Situationships hatte. | |
| 5 | Ich würde sagen, es waren drei, vier Stück insgesamt, die ich miterlebt habe. | Ich würde sagen, es waren insgesamt drei oder vier Stück, die ich miterlebt habe. | |
| 6 | Als ich jünger war, bin ich halt oftmals oder ich mehr so ein bisschen ohne Kopf in eine Beziehung eingestürzt oder in eine zwischenmenschliche Beziehung, ohne mir wirklich Gedanken zu machen, wo führt das jetzt wirklich hin. | Als ich jünger war, bin ich oft ohne nachzudenken in eine Beziehung gestürzt oder in eine zwischenmenschliche Beziehung, ohne mir wirklich Gedanken zu machen, wohin das führt. | |
| 7 | Die längste ist sechs Monate gegangen. Auch er hat sie auf einer Datingplattform kennengelernt. | Die längste hat sechs Monate gedauert. Auch er hat sie auf einer Datingplattform kennengelernt. | |
| 8 | Wir haben dort angefangen zu schreiben, sind uns beide sehr sympathisch gewesen und dann haben wir uns halt mal getroffen. | Wir haben dort angefangen zu schreiben, fanden uns beide sehr sympathisch und haben uns dann getroffen. | |
| 9 | Und sie war auch so ein bisschen ein Freigeist, also wirklich cool zum Reden. | Und sie war auch ein bisschen ein Freigeist, also wirklich cool zum Reden. | |
| 10 | Wir sind auch beide uns auf einer Augenhöhe begegnet, wo ich das Gefühl habe, keiner von uns beiden hat sich verändern müssen. | Wir sind uns auch auf Augenhöhe begegnet, wo ich das Gefühl habe, dass sich keiner von uns verändern musste. | |
| 11 | Und ja, es war auf jeden Fall eine coole Zeit und auch schön, sie kennenzulernen mit ihr. | Und ja, es war auf jeden Fall eine coole Zeit und auch schön, sie kennenzulernen. | |
| 12 | Aber es hat einfach nicht genügt, um mit ihr eine Beziehung einzugehen. | Aber es hat einfach nicht gereicht, um mit ihr eine Beziehung einzugehen. | |
| 13 | Der Timmy sagt, dass er relativ schnell gemerkt hat, eine Beziehung wird das nicht. | Der Timmy sagt, dass er relativ schnell gemerkt hat, dass das keine Beziehung wird. | |
| 14 | Er karriereorientiert, ambitioniert und hat klare Ziele im Leben. | Er ist karriereorientiert, ambitioniert und hat klare Ziele im Leben. | |
| 15 | Sie in der spontan frei in den Tag hineingelebt. | Sie hat spontan in den Tag hineingelebt. | |
| 16 | Und trotzdem haben sie das Ganze fortgeführt. | Und trotzdem haben sie das Ganze fortgeführt. | |
| 17 | Wir sind laufen gegangen, wir sind viel Kaffee trinken gegangen, haben uns halt oftmals auch jeweils bei uns zu Hause getroffen und dann dort auch Sex gehabt. | Wir sind spazieren gegangen, viel Kaffee trinken gegangen und haben uns oft bei uns zu Hause getroffen und dort auch Sex gehabt. | |
| 18 | Sex haben, miteinander Kaffee trinken, lachen, Zeit verbringen, aber keine Gefühle für die andere Person entwickeln. | Sex haben, Kaffee trinken, lachen, Zeit verbringen, aber keine Gefühle für die andere Person entwickeln. | |
| 19 | Geht das überhaupt? Also ich konnte das nicht auseinandertrennen und ich frage mich wirklich, ist das überhaupt möglich? | Geht das überhaupt? Ich konnte das nicht auseinanderhalten und frage mich wirklich, ob das möglich ist. | |
| 20 | Miriam Tanner, Paartherapeutin und Psychologin, erklärt. | Miriam Tanner, Paartherapeutin und Psychologin, erklärt. | |
| 21 | Also keine Gefühle haben können wir grundsätzlich nicht. | Also keine Gefühle haben, das können wir grundsätzlich nicht. | |
| 22 | Aber man kann sicher nicht Intimität haben ohne Gefühle. | Aber man kann sicher keine Intimität ohne Gefühle haben. | |
| 23 | Man kann einfach die Gefühle nicht wahrnehmen, man kann sie wegschieben, man kann sie nicht wollen haben. | Man kann die Gefühle einfach nicht wahrnehmen, sie wegschieben oder nicht haben wollen. | |
| 24 | Aber eine Beziehung ohne Gefühl, ich glaube nicht, dass es das gibt. | Aber eine Beziehung ohne Gefühl, ich glaube nicht, dass es das gibt. | |
| 25 | Und genau das war der Haken bei Timmy und seiner Situationship. | Und genau das war der Haken bei Timmy und seiner Situationship. | |
| 26 | Das ist das Problem aus meiner Sicht an den Situationships oder oftmals in den allermeisten Fällen, dass einer von beiden Gefühle entwickelt und das nicht rechtzeitig kommentiert oder zeigt. | Das ist das Problem aus meiner Sicht bei den Situationships, dass einer von beiden Gefühle entwickelt und das nicht rechtzeitig kommuniziert oder zeigt. | |
| 27 | Ich habe übrigens vor ein paar Wochen einen Input gemacht über Freundschaft zwischen Mann und Frau und ob dort mit der Zeit nicht auch romantische Gefühle entwickelt. | Ich habe übrigens vor ein paar Wochen einen Input über Freundschaft zwischen Mann und Frau gemacht und ob dort nicht auch mit der Zeit romantische Gefühle entstehen. | |
| 28 | Aber zurück zum Timmy. Er erzählt, er habe zwar Gefühle gehabt, aber halt eher auf der Art Sex- und Freundschaftsebene. | Aber zurück zu Timmy. Er erzählt, dass er zwar Gefühle hatte, aber eher auf der Ebene von Sex und Freundschaft. | |
| 29 | Es ist mir sicher nicht egal gewesen, wie es ihr geht. | Es war mir sicher nicht egal, wie es ihr geht. | |
| 30 | Ich glaube, es sind immer Gefühle gegenüber einer anderen Person da, egal ob du möchtest oder nicht. | Ich glaube, es sind immer Gefühle für eine andere Person da, egal ob man will oder nicht. | |
| 31 | Aber es ist jetzt wirklich in einer Beziehung Beziehung ist es dann schon noch mal etwas anderes. | Aber in einer richtigen Beziehung ist es dann schon etwas anderes. | |
| 32 | Wenn du das Gefühl hast, weil dort gehst du auch mit einer sehr, sehr starken Verliebtheit am Anfang vor und diese Verliebtheit ist bei mir in dieser Beziehung mit ihr wie ausgefallen. | Wenn du das Gefühl hast, weil dort gehst du auch mit einer sehr starken Verliebtheit am Anfang vor und diese Verliebtheit war bei mir in dieser Beziehung mit ihr nicht wirklich vorhanden. | |
| 33 | Und darum ist es mir auch einfacher gefallen, diese Dame ein bisschen mehr auf Abstand zu halten und das Ganze ein bisschen cooler zu sehen. | Und deshalb fiel es mir auch leichter, diese Dame ein bisschen mehr auf Abstand zu halten und das Ganze etwas cooler zu sehen. | |
| 34 | Aber auf Abstand sind sie nicht wirklich gewesen. | Aber auf Abstand waren sie nicht wirklich. | |
| 35 | Und darum, währenddem der Timmy sie einfach hat mögen und attraktiv gefunden hat, haben sich bei ihr romantische Gefühle entwickelt. | Und während Timmy sie einfach mochte und attraktiv fand, haben sich bei ihr romantische Gefühle entwickelt. | |
| 36 | Also haben ihr dann in den Zwischenzeiten mal nach sechs Monaten wieder mal so geklärt, was ihr seid? | Also haben sie nach sechs Monaten mal geklärt, was sie sind? | |
| 37 | Es ist wirklich die ganze Zeit so gelaufen. | Es ist wirklich die ganze Zeit so gelaufen. |
Teil 5/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 5/6 — Teil 5 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Und mit anderen getroffen hatte. Nicht regelmässig, aber das war so. | Und mit anderen getroffen hatte. Nicht regelmäßig, aber das war so. | |
| 2 | Ich habe gedacht, wenn du neben dir noch jemanden kennenlernst, der es auch sonst irgendwie nicht passt, dann lerne die Person auch kennen, weil du bist ja nicht in einer Beziehung. | Ich habe gedacht, wenn du neben dir noch jemanden kennenlernst, der es auch sonst irgendwie nicht passt, dann lerne die Person auch kennen, weil du bist ja nicht in einer Beziehung. | |
| 3 | Hast du das Gefühl, dass du dich damals auch warm gehalten hast? | Hast du das Gefühl, dass du dich damals auch warm gehalten hast? | |
| 4 | Ja, man kann es natürlich so nennen. Aber ich glaube, hätte sie in dieser Zeit jemanden kennengelernt, der sie voll geflasht hätte, ob es mir wehtan hätte, ich nehme es schon an. | Ja, man kann es natürlich so nennen. Aber ich glaube, hätte sie in dieser Zeit jemanden kennengelernt, der sie voll geflasht hätte, ob es mir weh getan hätte, ich nehme es schon an. | |
| 5 | Weil irgendwo weiss, es kratzt ja schon ein bisschen am eigenen Ego. | Weil irgendwo weiß, es kratzt ja schon ein bisschen am eigenen Ego. | |
| 6 | Man fragt sich dann, okay, bin ich nicht genug gut gewesen? Wieso hat sich die Person von mir getrennt? | Man fragt sich dann, okay, bin ich nicht genug gut gewesen? Wieso hat sich die Person von mir getrennt? | |
| 7 | Ja, klar, verlassen werden ist schlimm. Aber verlassen werden, weil man ersetzt worden ist, das tut nur langweh. | Ja, klar, verlassen werden ist schlimm. Aber verlassen werden, weil man ersetzt worden ist, das tut nur lange weh. | |
| 8 | So war es bei mir zumindest. Timmy hat nach sechs Monaten selber den Schlussstrich gezogen. | So war es bei mir zumindest. Timmy hat nach sechs Monaten selbst den Schlussstrich gezogen. | |
| 9 | Aber nicht wegen einer anderen Frau. Der ist ziemlich aus dem Nichts gekommen. | Aber nicht wegen einer anderen Frau. Der ist ziemlich aus dem Nichts gekommen. | |
| 10 | Ich habe dort einen neuen Job bekommen, wo ich als Quereinsteiger reingekommen bin. | Ich habe dort einen neuen Job bekommen, wo ich als Quereinsteiger reingekommen bin. | |
| 11 | Und musst dir vorstellen, das war damals das Risikomanagement von Fremdwährungen von internationalen Unternehmungen. | Und musst dir vorstellen, das war damals das Risikomanagement von Fremdwährungen von internationalen Unternehmen. | |
| 12 | Und ich bin überhaupt nicht aus dieser Branche gekommen. | Und ich bin überhaupt nicht aus dieser Branche gekommen. | |
| 13 | Und ich habe gewusst, das ist eine Chance für mich, die ich jetzt mit wahrnehme, um Gas zu geben. | Und ich habe gewusst, das ist eine Chance für mich, die ich jetzt mit wahrnehme, um Gas zu geben. | |
| 14 | Und für das brauche ich halt aktuell einfach meinen Kopf. | Und dafür brauche ich halt aktuell einfach meinen Kopf. | |
| 15 | Gleichzeitig habe ich dort auch das BWL-Studium angefangen. | Gleichzeitig habe ich dort auch das BWL-Studium angefangen. | |
| 16 | Also ich habe dort 100% gearbeitet und nebenbei noch studiert. | Also ich habe dort 100% gearbeitet und nebenbei noch studiert. | |
| 17 | Und dann hat man halt automatisch weniger Freizeit. | Und dann hat man halt automatisch weniger Freizeit. | |
| 18 | Und die Freizeit, die ich hatte, habe ich gewusst, die möchte ich in etwas Wertvolles oder meiner Meinung nach Wertvolleres investieren, was für mich Familie und Friends ist. | Und die Freizeit, die ich hatte, habe ich gewusst, die möchte ich in etwas Wertvolles oder meiner Meinung nach Wertvolleres investieren, was für mich Familie und Freunde ist. | |
| 19 | Autsch, das tut hart. | Autsch, das tut weh. | |
| 20 | Dass er das Ganze auch noch im WhatsApp beendet hat, weiss auch er. | Dass er das Ganze auch noch in WhatsApp beendet hat, weiß auch er. | |
| 21 | Jetzt im Nachhinein ist fies. | Jetzt im Nachhinein ist es fies. | |
| 22 | Es hätte aber noch ein persönliches Treffen kurz darauf abgegeben. | Es hätte aber noch ein persönliches Treffen kurz darauf gegeben. | |
| 23 | Mit dem Fazit, sie hat sich verliebt, er nicht. Ende der Situation. | Mit dem Fazit, sie hat sich verliebt, er nicht. Ende der Situation. | |
| 24 | Aber ich frage mich, hat es wirklich keine Anzeichen gegeben schon vorher, dass sie mehr will? | Aber ich frage mich, hat es wirklich keine Anzeichen gegeben schon vorher, dass sie mehr will? | |
| 25 | Oder hat er das einfach ausgenutzt oder ignoriert? | Oder hat er das einfach ausgenutzt oder ignoriert? | |
| 26 | Ich kann es wie nicht glauben. | Ich kann es kaum glauben. | |
| 27 | Ja, doch, jetzt so im Nachhinein betrachtet, hätte es vielleicht schon Anzeichen gegeben, dass sie doch interessiert gewesen wäre, um viel Zeit mit mir zu verbringen. | Ja, doch, jetzt so im Nachhinein betrachtet, hätte es vielleicht schon Anzeichen gegeben, dass sie doch interessiert gewesen wäre, um viel Zeit mit mir zu verbringen. | |
| 28 | Wenn sie so herzige kleine Sachen gemacht hat, wie ich würde jetzt etwas für dich kochen und dann hat sie mir so Cupcakes mitgebracht. | Wenn sie so herzige kleine Sachen gemacht hat, wie ich würde jetzt etwas für dich kochen und dann hat sie mir so Cupcakes mitgebracht. | |
| 29 | So Sachen, weisst du? | So Sachen, weißt du? | |
| 30 | Würdest du jetzt sagen, wenn man in einer Situation ist, reicht es einmal nur zu sagen, ich möchte nichts Ernstes? | Würdest du jetzt sagen, wenn man in einer Situation ist, reicht es einmal nur zu sagen, ich möchte nichts Ernstes? | |
| 31 | Nein, weil Gefühle entwickeln sich ja. | Nein, weil Gefühle sich ja entwickeln. | |
| 32 | Heute ist ein Tag und morgen kommt ein anderer Tag. | Heute ist ein Tag und morgen kommt ein anderer Tag. | |
| 33 | Ich habe gewisse Sachen gemacht, auf die ich nicht megastolz bin. | Ich habe gewisse Sachen gemacht, auf die ich nicht megastolz bin. | |
| 34 | Aber ich konnte aus jeder Situation lernen und es hat mich zu dem gestaltet, was ich heute bin. | Aber ich konnte aus jeder Situation lernen und es hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. | |
| 35 | Ich hoffe, meine Situation hat auch daraus gelernt. | Ich hoffe, meine Situation hat auch daraus gelernt. | |
| 36 | Nachdem wir es beendet haben, habe ich ihm übrigens auch gesagt, Du, gell? | Nachdem wir es beendet haben, habe ich ihm übrigens auch gesagt, Du, gell? | |
| 37 | Das nächste Mal, wenn du etwas Lockeres hast oder in einer Situation bist, empfehle ich dir, sie nicht auf die Stirn zu küssen. | Das nächste Mal, wenn du etwas Lockeres hast oder in einer Situation bist, empfehle ich dir, sie nicht auf die Stirn zu küssen. | |
| 38 | Weil das ist etwas sehr Intimes. | Weil das ist etwas sehr Intimes. | |
| 39 | Ich würde dir auch nicht empfehlen, deine Freunde vorzustellen oder Regeln aufzustellen, die eigentlich eher für eine Beziehung gelten, statt für etwas Lockeres. | Ich würde dir auch nicht empfehlen, deine Freunde vorzustellen oder Regeln aufzustellen, die eigentlich eher für eine Beziehung gelten, statt für etwas Lockeres. | |
| 40 | Und bitte das nächste Mal, wenn jemand gehen will, dann lass sie einfach gehen. | Und bitte das nächste Mal, wenn jemand gehen will, dann lass sie einfach gehen. | |
| 41 | Aber statt sich in irgendeiner Art und Weise dafür zu entschuldigen, war er fest davon überzeugt, wir haben ja am Anfang gesagt, es wird etwas Lockeres. | Aber statt sich in irgendeiner Art und Weise dafür zu entschuldigen, war er fest davon überzeugt, wir haben ja am Anfang gesagt, es wird etwas Lockeres. | |
| 42 | Ja, aber dann verhalte ich auch so. | Ja, aber dann verhalte ich mich auch so. | |
| 43 | Da sind wir wieder bei dem Thema, Verliebe, Nähe, Zeit ist mir gut, aber für etwas Festes, nein, sicher nicht. | Da sind wir wieder bei dem Thema, Verliebe, Nähe, Zeit ist mir gut, aber für etwas Festes, nein, sicher nicht. | |
| 44 | Warum sind wir so? Ich komme nicht draus. | Warum sind wir so? Ich komme nicht drauf. | |
| 45 | Wir haben Verlustängste, aber gleichzeitig auch Angst, uns zu binden. | Wir haben Verlustängste, aber gleichzeitig auch Angst, uns zu binden. | |
| 46 | Weil wir Angst vor Nähe haben. | Weil wir Angst vor Nähe haben. | |
| 47 | An was liegt das? Liegt das an den Gen Z? | An was liegt das? Liegt das an der Gen Z? | |
| 48 | Was jetzt in der heutigen Zeit wirklich ein bisschen speziell ist, ist, es gibt ja wirklich null Orientierung oder null Wertvorstellungen oder sogar Regeln, wie man miteinander Beziehungen führt. | Was jetzt in der heutigen Zeit wirklich ein bisschen speziell ist, ist, es gibt ja wirklich null Orientierung oder null Wertvorstellungen oder sogar Regeln, wie man miteinander Beziehungen führt. | |
| 49 | Auch intime Beziehungen. | Auch intime Beziehungen. | |
| 50 | Junge Menschen sind einfach auf sich gestellt und alles ist möglich. | Junge Menschen sind einfach auf sich gestellt und alles ist möglich. | |
| 51 | Es gibt ja fast nichts, was nicht geht. | Es gibt ja fast nichts, was nicht geht. | |
| 52 | Das kann dazu führen, dass man sich in Sachen einlässt, wo man sehr verletzt wird und dann nachher ein bisschen Mühe hat, um eben wieder aufzutun. | Das kann dazu führen, dass man sich in Sachen einlässt, wo man sehr verletzt wird und dann nachher ein bisschen Mühe hat, um eben wieder aufzutun. | |
| 53 | Und die Zeit im Moment, wo alles möglich ist, ohne Orientierung und Wert, ist ein bisschen überfordernd. | Und die Zeit im Moment, wo alles möglich ist, ohne Orientierung und Wert, ist ein bisschen überfordernd. | |
| 54 | Studien in der Schweiz zum Thema Situationships habe ich keine gefunden. | Studien in der Schweiz zum Thema Situationships habe ich keine gefunden. | |
| 55 | Aber laut dem Tinder Report vom Jahr 2022 sei der Begriff | Aber laut dem Tinder Report vom Jahr 2022 sei der Begriff |
Teil 6/6
Quelle: Situationships (SRF Input) — Teil 6/6 — Teil 6 vo 6 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Situationships um 49% gestiegen in den Profilbeschreibungen. | Situationships sind um 49% in den Profilbeschreibungen gestiegen. | |
| 2 | Richtig bekannt wurde er aber im 2017, als eine Cosmopolitan-Autorin dem Phänomen in einem Artikel einen Namen gegeben hat. | Richtig bekannt wurde es aber 2017, als eine Cosmopolitan-Autorin dem Phänomen in einem Artikel einen Namen gegeben hat. | |
| 3 | Sie hat Situationenhips als eine Art Hook-up mit emotionalen Benefits beschrieben. | Sie hat Situationships als eine Art Hook-up mit emotionalen Vorteilen beschrieben. | |
| 4 | Über Dating-Apps, TikTok und andere Social-Media-Plattformen hat sich der Begriff dann rasant verbreitet. | Über Dating-Apps, TikTok und andere Social-Media-Plattformen hat sich der Begriff dann schnell verbreitet. | |
| 5 | Aber zurück zu dem, was Miriam Tanner gesagt hat. | Aber zurück zu dem, was Miriam Tanner gesagt hat. | |
| 6 | Die heutigen Zeiten, wo alles so undefinierbar ist in Beziehungen, können verwirren und überfordern. | Die heutigen Zeiten, in denen alles so undefinierbar in Beziehungen ist, können verwirrend und überwältigend sein. | |
| 7 | Das macht uns aber noch lange nicht beziehungsunfähig. | Das macht uns aber noch lange nicht beziehungsunfähig. | |
| 8 | Wir müssen einfach besser auf unsere Bedürfnisse hören und uns trauen, die Leute auszusprechen. | Wir müssen einfach besser auf unsere Bedürfnisse hören und uns trauen, die Dinge auszusprechen. | |
| 9 | Für mich wäre es wichtig, in Zukunft, wenn ich jemanden kennenlerne, dass beide Seiten extrem ehrlich und offen miteinander sind, was das anbelangt. | Für mich wäre es wichtig, in Zukunft, wenn ich jemanden kennenlerne, dass beide Seiten extrem ehrlich und offen miteinander sind, was das betrifft. | |
| 10 | Wenn man ehrlich wäre und seine Gefühlslage immer wieder sich gegenseitig mitteilen würde, dann würden viele Situationships gar nicht so lange dauern, sagt auch die Therapeutin Miriam Tanner. | Wenn man ehrlich wäre und seine Gefühlslage immer wieder gegenseitig mitteilen würde, dann würden viele Situationships gar nicht so lange dauern, sagt auch die Therapeutin Miriam Tanner. | |
| 11 | Es ist wahrscheinlich eines der herausforderndsten Beziehungsettinge, die man sich vorstellen kann. | Es ist wahrscheinlich eines der herausforderndsten Beziehungsszenarien, die man sich vorstellen kann. | |
| 12 | Viele, viele, viele, wenn nicht die meisten, werden scheitern früher oder später. | Viele, viele, viele, wenn nicht die meisten, werden früher oder später scheitern. | |
| 13 | Also bei mir ist die Situationship für mich in einem Heartbreak geendet. | Also bei mir hat die Situationship in einem Heartbreak geendet. | |
| 14 | Und beim Giuseppe? Er ist dann auf Bali gegangen und ich habe dann drei Wochen auf seine Katze geguckt, bis er dann zurückgekommen ist und mir eigentlich klar und deutlich gesagt hat, wie er sich dort ausgelebt hat. | Und bei Giuseppe? Er ist dann nach Bali gegangen und ich habe drei Wochen auf seine Katze aufgepasst, bis er zurückgekommen ist und mir klar und deutlich gesagt hat, wie er sich dort verhalten hat. | |
| 15 | Und das hat mich mega verletzt gehabt. | Und das hat mich sehr verletzt. | |
| 16 | Ich habe eigentlich drei Wochen auf ihn wie gewartet. | Ich habe eigentlich drei Wochen auf ihn gewartet. | |
| 17 | Ich habe mich ja auch auf ihn gefreut und vermisst. | Ich habe mich auch auf ihn gefreut und ihn vermisst. | |
| 18 | Und dann hat er mir eigentlich so gezeigt, dass ich für ihn etwas anderes gewesen bin. | Und dann hat er mir gezeigt, dass ich für ihn etwas anderes war. | |
| 19 | Und das ist schon, ja, ich glaube, ich werde da nie mehr in eine Situationship wieder bewusst eingehen. | Und das ist schon, ja, ich glaube, ich werde nie mehr bewusst in eine Situationship eingehen. | |
| 20 | Und der Timmy? Stand jetzt würde ich sagen, nein. | Und Timmy? Im Moment würde ich sagen, nein. | |
| 21 | Und ich? Definitiv nie mehr. | Und ich? Definitiv nie mehr. | |
| 22 | Es war meine erste und letzte, weil heute weiss ich, wenn du mehr Energie dafür aufwendest, Signale zu entschlüsseln, statt einfach geliebt zu werden, dann ist es vielleicht Zeit zum Gehen. | Es war meine erste und letzte, denn heute weiß ich, wenn du mehr Energie darauf verwendest, Signale zu entschlüsseln, anstatt einfach geliebt zu werden, dann ist es vielleicht Zeit zu gehen. | |
| 23 | Fassen wir zusammen. | Fassen wir zusammen. | |
| 24 | Ein Situationship ist meistens eine enge Beziehung zwischen zwei Leuten mit Intimität, Nähe, Vertrautheit, Geborgenheit, die mehrere Monate geht. | Ein Situationship ist meistens eine enge Beziehung zwischen zwei Personen mit Intimität, Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit, die mehrere Monate dauert. | |
| 25 | Aber ohne einen Rahmen für Beziehungsregeln, Exklusivität oder Verpflichtungen. | Aber ohne einen Rahmen für Beziehungsregeln, Exklusivität oder Verpflichtungen. | |
| 26 | Es gibt kein klares Ja, aber auch oft kein klares Nein. | Es gibt kein klares Ja, aber oft auch kein klares Nein. | |
| 27 | Und genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Situationships so oft mit einem Heartbreak endet. | Und genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Situationships so oft mit einem Heartbreak enden. | |
| 28 | Nicht weil keine Gefühle im Spiel sind, sondern weil meistens sogar sehr viele Gefühle im Spiel sind. | Nicht weil keine Gefühle im Spiel sind, sondern weil meistens sehr viele Gefühle im Spiel sind. | |
| 29 | Bei der einen Person mehr, bei der anderen vielleicht ein bisschen weniger. | Bei der einen Person mehr, bei der anderen vielleicht ein bisschen weniger. | |
| 30 | Und irgendwo zwischen all diesen Nachrichten, Treffen und schönen Momenten fängt man an, sich etwas auszumalen. | Und irgendwo zwischen all diesen Nachrichten, Treffen und schönen Momenten beginnt man, sich etwas auszumalen. | |
| 31 | Eine Zukunft, eine Möglichkeit, eine Hoffnung. | Eine Zukunft, eine Möglichkeit, eine Hoffnung. | |
| 32 | Wir gehen rein, weil wir hoffen, dass aus etwas Unklarem irgendwann doch noch etwas Klares wird. | Wir gehen hinein, weil wir hoffen, dass aus etwas Unklarem irgendwann doch noch etwas Klares wird. | |
| 33 | Und vielleicht tut es am Schluss genau darum so weh. | Und vielleicht tut es am Ende genau deshalb so weh. | |
| 34 | Weil man nicht nur eine Person verliert, man verliert die Vorstellung von dem, was hätte können sein. | Weil man nicht nur eine Person verliert, sondern auch die Vorstellung von dem, was hätte sein können. | |
| 35 | Ich hoffe, ihr habt gerne zugehört und ich bin mir sicher, dass ihr euch in die eine oder andere Situation wiedererkannt habt. | Ich hoffe, ihr habt gerne zugehört und ich bin mir sicher, dass ihr euch in die eine oder andere Situation wiedererkannt habt. | |
| 36 | Erzählt es mir über input.srf.ch. | Erzählt es mir über input.srf.ch. | |
| 37 | Eure Geschichten sind übrigens immer wieder sehr gefragt bei Input. | Eure Geschichten sind übrigens immer wieder sehr gefragt bei Input. | |
| 38 | Und jetzt aktuell macht uns gespannt in Mauro, seine allererste Input-Folge zum Thema Zurückziehen zu den Eltern. | Und jetzt macht uns Mauro gespannt auf seine allererste Input-Folge zum Thema Zurückziehen zu den Eltern. | |
| 39 | Mauro, erzähl mal. | Mauro, erzähl mal. | |
| 40 | Ja, hey, es gibt einen Haufen Gründe, dass man wieder zurück zu den Eltern zieht. | Ja, hey, es gibt viele Gründe, warum man wieder zu den Eltern zurückzieht. | |
| 41 | Vielleicht hat man eine Trennung hinter sich, vielleicht ist es finanziell gerade schwierig. | Vielleicht hat man eine Trennung hinter sich, vielleicht ist es finanziell gerade schwierig. | |
| 42 | Natürlich gibt es aber auch die Familien, die ganz bewusst und auf lange Sicht aus wieder wollen miteinander wohnen. | Natürlich gibt es auch Familien, die ganz bewusst und auf lange Sicht wieder zusammen wohnen wollen. | |
| 43 | Ich will herausfinden, wie das ist, wenn man plötzlich wieder alles miteinander teilt. | Ich möchte herausfinden, wie es ist, wenn man plötzlich wieder alles miteinander teilt. | |
| 44 | Wie schafft man, sich selber treu zu bleiben? | Wie schafft man es, sich selbst treu zu bleiben? | |
| 45 | Und was können einem Eltern geben, was andere nicht können? | Und was können Eltern einem geben, was andere nicht können? | |
| 46 | Wenn du also wieder mit deinen Eltern oder deinem erwachsenen Kind zusammenlebst oder das Experiment in eurer Familie gescheitert ist, dann melde dich mit einem kurzen Mail an input.srf.ch. | Wenn du also wieder mit deinen Eltern oder deinem erwachsenen Kind zusammenlebst oder das Experiment in eurer Familie gescheitert ist, dann melde dich mit einer kurzen E-Mail an input.srf.ch. | |
| 47 | Ich freue mich sehr, von euch zu hören und euch kennenzulernen. | Ich freue mich sehr, von euch zu hören und euch kennenzulernen. | |
| 48 | Das war ein Podcast von SRF, produziert im Auftrag der SRG. | Das war ein Podcast von SRF, produziert im Auftrag der SRG. |