Ghör-Transkript — Level A2
Jedes Segmänt: Dialäkt näbe em Hochdüütsch. Bitte i de ✏️ Korrektur-Spalte markiere, wo de Dialäkt oder d Übersetzig nöd stimmt.
Teil 1/5
Quelle: Schlummerland — Folge 1 — Teil 1/5 — Teil 1 vo 5 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis, uf en Bsuech ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise, auf einen Besuch ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liecht zum Iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, ihm es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Bäume läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nume gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Chunsch miit uf e chlini Reis, uf en Bsuech ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise, auf einen Besuch ins Schlummerland? | |
| 8 | Hüt fallt's dem Gluri nöd so liecht zum Iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 9 | Sinn Fründ Flick het drum d Idee, ihm es paar Liechtli übers Bett z hänge. | Sein Freund Flick hat deshalb die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 10 | Für das frögt er d Paw, es Wese, wo am Himmel d Stärne azündet. | Für das fragt er die Paw, ein Wesen, das am Himmel die Sterne anzündet. | |
| 11 | Mit de funkelnde Sternli vo de Paw chönd de Gluri und de Flick denn ganz friedlich eibuesse. | Mit den funkelnden Sternen von der Paw können der Gluri und der Flick dann ganz friedlich einschlafen. | |
| 12 | Also, denn machst der jetzt es o bequem, wie's nume gaht. | Also, dann machst du dir jetzt auch bequem, wie es nur geht. | |
| 13 | Und denn machsch dini Auge zue. | Und dann machst du deine Augen zu. | |
| 14 | De Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wenn du d Auge zuehesch. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen schließt. | |
| 15 | Und jetzt stellst der vor, dass irgendwo da in de Nähe um dich ume e Tüüre gsehsch. | Und jetzt stellst du dir vor, dass irgendwo da in der Nähe um dich herum eine Tür siehst. | |
| 16 | E Tüüre mit ere Tüürfalle. | Eine Tür mit einer Türfalle. | |
| 17 | Wenn d jetzt die Tüürfalle abedrucksch und dur die Tüüre duregahsch, bisch da. | Wenn du jetzt die Türfalle drückst und durch die Tür gehst, bist du da. | |
| 18 | Im schöneste Land, wo's gibt. | Im schönsten Land, das es gibt. | |
| 19 | Im Schlummerland. | Im Schlummerland. | |
| 20 | Es git Täg, da isch es im Schlummerland lang dunkel. | Es gibt Tage, da ist es im Schlummerland lange dunkel. | |
| 21 | Täg, wo d Sunne spat am Himmel uftaucht und wo sie früeh wieder goht. | Tage, an denen die Sonne spät am Himmel aufgeht und wo sie früh wieder geht. | |
| 22 | Mit de Sunne isch es im Schlummerland es so, dass sie nöd uf und undergoht wie bi eus. | Mit der Sonne ist es im Schlummerland so, dass sie nicht aufgeht und untergeht wie bei uns. | |
| 23 | Vielmehr entschtaat sie als chlises Pünktli und wird denn grösser, bis sie als runde Ball am Himmel schiint. | Vielmehr entsteht sie als kleines Pünktchen und wird dann größer, bis sie als runder Ball am Himmel scheint. | |
| 24 | Wenn's denn zitisch für sie, zum Mond und de Nacht Platz mached, wird sie wieder chline und chline, bis sie denn zletscht als Tüpfli wieder verschwindet. | Wenn es dann Zeit für sie ist, um dem Mond und der Nacht Platz zu machen, wird sie wieder klein und klein, bis sie dann zuletzt als Pünktchen wieder verschwindet. | |
| 25 | An dene Täg, wo's lang dunkel isch im Schlummerland, wird de Sunnepunkt nöd richtig gross, sondern schimmeret nume fiin als chlini Kugle am Himmel zelt. | An diesen Tagen, wo es lange dunkel ist im Schlummerland, wird der Sonnenpunkt nicht richtig groß, sondern schimmert nur fein als kleine Kugel am Himmel. | |
| 26 | Au d Monds chönd die Sunne denn gseh. | Auch die Monde können die Sonne dann sehen. | |
| 27 | Monds sind weiche, liebe Wese mit grosse Auge, Händ und Füss. | Monde sind weiche, liebe Wesen mit großen Augen, Händen und Füßen. | |
| 28 | Ir Chiakarakter sind so unterschiedlich wie bi eus Mensche. | Ihre Charaktere sind so unterschiedlich wie bei uns Menschen. | |
| 29 | Es git lustigi, neugierigi, ruhigi und scheuhi. | Es gibt lustige, neugierige, ruhige und scheue. | |
| 30 | Jede Monds hät im Schlummerland sin Platz, ganz gliich, was er gern macht oder wie er sich grad fühlt. | Jeder Mond hat im Schlummerland seinen Platz, ganz gleich, was er gerne macht oder wie er sich gerade fühlt. | |
| 31 | Au de Flick und de Gluri sind Monds. | Auch der Flick und der Gluri sind Monde. | |
| 32 | De Flick isch e chli länger scho im Schlummerland als de Gluri, aber beide Monds sind eher jung. | Der Flick ist ein bisschen länger schon im Schlummerland als der Gluri, aber beide Monde sind eher jung. | |
| 33 | De Flick isch debi gsi, wo de Gluri das erste Mal im Schlummerland ufgetaucht isch und sitto verbringet die beide sehr gern Ziit miteinander. | Der Flick war dabei, als der Gluri das erste Mal im Schlummerland aufgetaucht ist und seitdem verbringen die beiden sehr gerne Zeit miteinander. | |
| 34 | De Gluri schlaft au oft beim Flick. | Der Gluri schläft auch oft beim Flick. | |
| 35 | De wohnt scho sit emme ganze Wiehli in eme Pflanzezimmer, inere Kugle us Zwieg und Blätter und Blüete und Moos. | Der wohnt schon seit einer ganzen Weile in einem Pflanzezimmer, in einer Kugel aus Zweigen und Blättern und Blüten und Moos. | |
| 36 | De Bolle schwebt glich über em Boden und hät en runde Iigang, wo direkt in es kuschligs mit Küssi und Decke uspolschterts Nest schiirt. | Der Bolle schwebt gleich über dem Boden und hat einen runden Eingang, der direkt in ein kuscheliges mit Kissen und Decke ausgestattetes Nest führt. | |
| 37 | Au jetzt liget de Flick und de Gluri in dem Pflanzezimmer und luged ufe, zu de dichtgrün bewachsne Decki. | Auch jetzt liegen der Flick und der Gluri in dem Pflanzezimmer und schauen nach oben, zu den dichtgrün bewachsenen Decken. | |
| 38 | Am Morge sind sie no am See gsi go spaziere und häm denn Lust übercho, zum wieder zrug ins Pflanzezimmer schlafe. | Am Morgen sind sie noch am See spazieren gegangen und haben dann Lust bekommen, wieder zurück ins Pflanzezimmer zu schlafen. | |
| 39 | De Gluri isch müed. | Der Gluri ist müde. | |
| 40 | Er weiss das, weil sin Körper sich ganz schwer afühlt und sini Auge au. | Er weiß das, weil sein Körper sich ganz schwer anfühlt und seine Augen auch. | |
| 41 | Und wenn er d Auge zuumacht, denn isch es angenehm und er fühlt sich ruhig und weich. | Und wenn er die Augen zumacht, dann ist es angenehm und er fühlt sich ruhig und weich. | |
| 42 | Drum het er denkt, dass er da ins Bett wott en chlini Fuus go mache, au wenn es no nöd Abend isch. | Darum hat er gedacht, dass er da ins Bett eine kleine Pause machen will, auch wenn es noch nicht Abend ist. | |
| 43 | Bi de Monds passiert das allerdings sehr oft vor, dass sie eifach irgendwan anelige und schlafe. | Bei den Monden passiert das allerdings sehr oft, dass sie einfach irgendwann einschlafen. | |
| 44 | Eifach, weil sie Lust druf hend und gschpüret, dass ihnen das jetzt guet tut. | Einfach, weil sie Lust darauf haben und spüren, dass es ihnen jetzt gut tut. |
Teil 2/5
Quelle: Schlummerland — Folge 1 — Teil 2/5 — Teil 2 vo 5 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | De Flix ligt au bim Gluri. | Der Flix liegt auch beim Gluri. | |
| 2 | Au wenn er selber noch nid richtig müed isch. | Auch wenn er selbst noch nicht richtig müde ist. | |
| 3 | Aber e chli da ligge und i die Blätter luege, wo alli e chli anderi Form händ, das findet er grad a soemene dunkle Tag au sehr schön. | Aber ein bisschen da liegen und in die Blätter schauen, die alle ein bisschen andere Formen haben, das findet er an so einem dunklen Tag auch sehr schön. | |
| 4 | De Gluri fährt sich im Bett uf di eine di Site und denn uf di ander. | Der Gluri dreht sich im Bett auf die eine Seite und dann auf die andere. | |
| 5 | Es isch scho bequem und er isch au müed. | Es ist schon bequem und er ist auch müde. | |
| 6 | Aber irgendwie schafft er es nid zum so ligge, dass er chan uschlafe. | Aber irgendwie schafft er es nicht, so zu liegen, dass er einschlafen kann. | |
| 7 | Er büschelet sich es Chüssi under de Kopf und zieht di weichi blau-weissi Wulletdecke bis zum Chini ufe. | Er stopft sich ein Kissen unter den Kopf und zieht die weiche blau-weiße Wolldecke bis zum Kinn hoch. | |
| 8 | Hmm, irgendwie immer no nid. | Hmm, irgendwie immer noch nicht. | |
| 9 | De Flix unterdessen ligt ganz ruig nebe dem Gluri und hat sin Kopf i sini Hand gstützt. | Der Flix liegt unterdessen ganz ruhig neben dem Gluri und hat seinen Kopf in seine Hand gestützt. | |
| 10 | Isch chli schwierig zum uschlafe, Gluri, fragt de Flix sin Fründ. | Ist ein bisschen schwierig zum Einschlafen, Gluri, fragt der Flix seinen Freund. | |
| 11 | Mhm, grummelt de Gluri und kehrt sich normal. | Mhm, grummelt der Gluri und dreht sich normal. | |
| 12 | De Flix überlegt, das han ich mängisch au. | Der Flix überlegt, das habe ich manchmal auch. | |
| 13 | Ich bi müed, bi zschlafe, aber irgendwie gaht's nid. | Ich bin müde, bin am Einschlafen, aber irgendwie geht's nicht. | |
| 14 | Dann studiere ich a Sache umme oder denk, was morn isch oder was übermorn passiert. | Dann studiere ich an Sachen um mich herum oder denke, was morgen ist oder was übermorgen passiert. | |
| 15 | Was mir denn amol hilft, isch schnufe. | Was mir dann manchmal hilft, ist schnaufen. | |
| 16 | Ganz tüf, es so, dass ich gspür, wie sich min Bauch lupft und senkt. | Ganz tief, so dass ich spüre, wie sich mein Bauch hebt und senkt. | |
| 17 | Manchmal hilft's au, sagt de Flix, zum öpis um sich umme verändere. | Manchmal hilft's auch, sagt der Flix, um etwas um sich herum zu verändern. | |
| 18 | Zum Beispiel d'Decke umkehre. | Zum Beispiel die Decke umkehren. | |
| 19 | Oh, oder mir könntet au anders Licht mache. | Oh, oder wir könnten auch anderes Licht machen. | |
| 20 | Was meinsch, wenn mir lueged, ob mir da a Decke vom Pflanzezimmer es paar Sternli chönd zaubere? | Was meinst du, wenn wir schauen, ob wir da eine Decke vom Pflanzenzimmer ein paar Sternchen zaubern können? | |
| 21 | De Gluri nickt. | Der Gluri nickt. | |
| 22 | Das stellt er sich sehr schön vor, wenn da inne i dem grüenlichschimmenderne Raum no es paar Sternli würdet leuchte. | Das stellt er sich sehr schön vor, wenn da drinnen in dem grünlich schimmernden Raum noch ein paar Sternchen leuchten würden. | |
| 23 | Da chunt dem Flix öpis i de Sinn. | Da kommt dem Flix etwas in den Sinn. | |
| 24 | Er erinnert sich dran, dass er mal mit simere Fründin Fanyan im Himmel gfloge isch und dort het er de Pa vom Volk vo de Etolis kenneglernt. | Er erinnert sich daran, dass er mal mit seiner Freundin Fanyan im Himmel geflogen ist und dort hat er den Pa vom Volk der Etolis kennengelernt. | |
| 25 | De Pa isch eins vo dene Wese, wo, wenns Nacht wird im Schlummerland, d'Sternli agnipst. | Der Pa ist eins von diesen Wesen, die, wenn es Nacht wird im Schlummerland, die Sternchen anzünden. | |
| 26 | Es wär doch schön, denkt de Flix, wenn de Pa au da im Pflanzezimmer es paar Sternli chönd anzünde. | Es wäre doch schön, denkt der Flix, wenn der Pa auch da im Pflanzenzimmer ein paar Sternchen anzünden könnte. | |
| 27 | Vielleicht gaht das ja. | Vielleicht geht das ja. | |
| 28 | De Flix weiss, dass es bei de Etolis es so isch, dass sie alli für es Sternebild am Himmel verantwortlich sind. | Der Flix weiß, dass es bei den Etolis so ist, dass sie alle für ein Sternenbild am Himmel verantwortlich sind. | |
| 29 | Das stellet sie in de Nacht a und am Morge wieder ab. | Das stellen sie in der Nacht an und am Morgen wieder aus. | |
| 30 | Es isch em au klar, dass de Etolis eigetlich schlofe am Tag und dafür eben in de Nacht wach sind. | Es ist ihm auch klar, dass die Etolis eigentlich am Tag schlafen und dafür eben in der Nacht wach sind. | |
| 31 | Aber vielleicht... «Isch chans ja eifach mal probiere», seit de Flix jetzt laut und de Gluri luegt en e chli verwundert a. | Aber vielleicht... „Ich kann's ja einfach mal probieren“, sagt der Flix jetzt laut und der Gluri schaut ihn ein bisschen verwundert an. | |
| 32 | De Flix leiht sin Finger uf sin Bauchnabel. | Der Flix zeigt seinen Finger auf seinen Bauchnabel. | |
| 33 | De Bauchnabel, das isch Zentrum vo de Muns ihrerer Kraft. | Der Bauchnabel, das ist das Zentrum von der Macht ihrer Muns. | |
| 34 | Mit dem Bauchnabel chönd sie zaubere. | Mit dem Bauchnabel können sie zaubern. | |
| 35 | Und sie chönd au Verbindig ufneh mit andere Wese, wo im Schlummerland wone. | Und sie können auch Verbindungen aufnehmen mit anderen Wesen, die im Schlummerland wohnen. | |
| 36 | Für das tüend sie nid wie bim Zaubere dreimal uf de Bauchnabel klöpfe, sondern eimal, dafür e chli länger. | Für das tun sie nicht wie beim Zaubern dreimal auf den Bauchnabel klopfen, sondern einmal, dafür ein bisschen länger. |
Teil 3/5
Quelle: Schlummerland — Folge 1 — Teil 3/5 — Teil 3 vo 5 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Dabei denken sie ganz fest an das Wesen, wo sie möchten eine Nachricht schicken. | Dabei denken sie ganz fest an das Wesen, dem sie eine Nachricht schicken möchten. | |
| 2 | Manchmal sieht man die Nachricht, die rausgeht, aber oft ist es mehr so ein wenig wie Gedankenübertragung. | Manchmal sieht man die Nachricht, die rausgeht, aber oft ist es mehr so ein bisschen wie Gedankenübertragung. | |
| 3 | So machen die Monds auch untereinander ab. | So machen die Monds auch untereinander ab. | |
| 4 | Also wenn der Flick zum Beispiel will, die Fannian nochmals treffen, dann drückt er einmal lang in die Bauchnabelmulde und denkt das ein. | Also wenn der Flick zum Beispiel will, die Fannian nochmals treffen, dann drückt er einmal lang in die Bauchnabelmulde und denkt das ein. | |
| 5 | Und auch an den Ort und an den Moment im Tag, wo sie sich treffen wollen. | Und auch an den Ort und an den Moment im Tag, an dem sie sich treffen wollen. | |
| 6 | Fast gleichzeitig leuchtet dem der Fannian ihre Bauchnabel auf und sie spürt, was der Flicks ihr mitteilen. | Fast gleichzeitig leuchtet dem der Fannian ihre Bauchnabel auf und sie spürt, was der Flicks ihr mitteilen möchte. | |
| 7 | Ort und Moment von ihrem nächsten Treffen weiss sie dann aufs Mal einfach. | Ort und Moment von ihrem nächsten Treffen weiß sie dann auf einmal einfach. | |
| 8 | Eigentlich, denkt der Flicks, könnte das gut auch mit den Paaren funktionieren. | Eigentlich, denkt der Flicks, könnte das gut auch mit den Paaren funktionieren. | |
| 9 | Er drückt seinen Finger fein auf seinen Bauchnabel und denkt das ein. | Er drückt seinen Finger sanft auf seinen Bauchnabel und denkt das ein. | |
| 10 | Er fragt sie still und mit zugeknöpften Augen, ob sie echt aufwachen und runterkommen, um dem Gluri und ihm ein paar Sternchen zu schenken. | Er fragt sie still und mit zugeknöpften Augen, ob sie wirklich aufwachen und runterkommen, um dem Gluri und ihm ein paar Sternchen zu schenken. | |
| 11 | Mal schauen, was passiert, sagt der Flicks zum Gluri, der immer noch nicht ganz draus kommt, was sein Freund da macht. | Mal schauen, was passiert, sagt der Flicks zum Gluri, der immer noch nicht ganz versteht, was sein Freund da macht. | |
| 12 | Der Flicks lächelt ihn an. | Der Flicks lächelt ihn an. | |
| 13 | Weisst du, ich habe eine Freundin von mir gefragt, ob sie uns echt ein paar Sternchen bringen mag. | Weißt du, ich habe eine Freundin von mir gefragt, ob sie uns wirklich ein paar Sternchen bringen möchte. | |
| 14 | Der Flicks und der Gluri schauen raus in den dunklen Tag. | Der Flicks und der Gluri schauen hinaus in den dunklen Tag. | |
| 15 | Es ist ein wenig neblig da am Ufer vom See. | Es ist ein bisschen neblig am Ufer des Sees. | |
| 16 | Sie warten und warten. | Sie warten und warten. | |
| 17 | Der Gluri spürt, wie ihn das Stillsein noch müder macht. | Der Gluri spürt, wie ihn das Stillsein noch müder macht. | |
| 18 | Er kuschelt sich an den Flicks an und seufzt. | Er kuschelt sich an den Flicks und seufzt. | |
| 19 | Und dann, dann hört es paar. | Und dann, dann hört es paar. | |
| 20 | Zuerst ist es ein Glas klares Flirren in der Luft, das näher und näher kommt. | Zuerst ist es ein glasklares Flirren in der Luft, das näher und näher kommt. | |
| 21 | Und dann, dann schwebt sie auf ihrem gläsernen Teller durch den runden Eingang vom Pflanzenzimmer. | Und dann, dann schwebt sie auf ihrem gläsernen Teller durch den runden Eingang des Pflanzenzimmers. | |
| 22 | Sie sieht noch genau so aus, wie der Flicks in Erinnerung hat. | Sie sieht noch genau so aus, wie der Flicks sich erinnert. | |
| 23 | Ihre Haut schimmert hell, glänzig und glatt. | Ihre Haut schimmert hell, glänzend und glatt. | |
| 24 | Klein ist sie, ihr Körper sehr schlank und ihre weissen Haare sind wie aus weichem, beweglichem Glas und fallen ihr in grossen Wellen auf die zarten Schulterchen. | Klein ist sie, ihr Körper sehr schlank und ihre weißen Haare sind wie aus weichem, beweglichem Glas und fallen ihr in großen Wellen auf die zarten Schultern. | |
| 25 | Sie hat weite Hosen und ein weites Oberteil mit langen Ärmeln an. | Sie trägt weite Hosen und ein weites Oberteil mit langen Ärmeln. | |
| 26 | Beides aus einem schimmerig hellen Stoff. | Beides aus einem schimmernd hellen Stoff. | |
| 27 | Im Schneidersitz sitzt sie auf ihrem fliegenden Glasteller. | Im Schneidersitz sitzt sie auf ihrem fliegenden Glasteller. | |
| 28 | Über sich eine dünne Decke, die wie aus silbrig glitzernden Fäden gewoben ist. | Über sich hat sie eine dünne Decke, die wie aus silbrig glitzernden Fäden gewoben ist. | |
| 29 | Sie lächelt den Flicks und den Gluri verschmitzt an. | Sie lächelt den Flicks und den Gluri verschmitzt an. | |
| 30 | Ein paar Strähnen von ihren Haaren fallen ihr ins Gesicht und mit einer schimmerigen Hand streicht sie sie zurück. | Ein paar Strähnen ihrer Haare fallen ihr ins Gesicht und mit einer schimmernden Hand streicht sie sie zurück. | |
| 31 | «Hoi Flick», sagt Pa. | «Hallo Flick», sagt Pa. | |
| 32 | «Ich habe deine Nachricht bekommen. | «Ich habe deine Nachricht bekommen. | |
| 33 | Ich war am Fusen in unserem Heimatstern mit allen anderen Etolis. | Ich war am Fusen in unserem Heimatstern mit allen anderen Etolis. | |
| 34 | Träumt habe ich vom Sternenhimmel, wo ich plötzlich dich gesehen habe im Traum. | Ich habe geträumt vom Sternenhimmel, wo ich plötzlich dich im Traum gesehen habe. | |
| 35 | Du hast mich gefragt, ob ich da unten ein paar Sternchen für euch anzünden könnte. | Du hast mich gefragt, ob ich da unten ein paar Sternchen für euch anzünden könnte. | |
| 36 | Also für dich und den Gluri, oder?» | Also für dich und den Gluri, oder?» | |
| 37 | Der Gluri nickt, ganz fasziniert von dem besonderen Wesen. | Der Gluri nickt, ganz fasziniert von dem besonderen Wesen. |
Teil 4/5
Quelle: Schlummerland — Folge 1 — Teil 4/5 — Teil 4 vo 5 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Im Traum habe ich oidand gseh, da im Pflanzezimmer und kurz druf abe bin ich verwacht. | Im Traum habe ich irgendwann gesehen, da im Pflanzenzimmer und kurz darauf bin ich erwacht. | |
| 2 | Ich bi ganz liisig losgange, verbi an mine fuusende Fründinne und Fründe und jetzt bin ich da. | Ich bin ganz leise losgegangen, vorbei an meinen schlafenden Freundinnen und Freunden und jetzt bin ich hier. | |
| 3 | Es isch s erscht Mal, dass ich am Tag durchs Schlummerland gfloge bin und au s erscht Mal, dass ich de Himmel verlah ha. | Es ist das erste Mal, dass ich am Tag durchs Schlummerland geflogen bin und auch das erste Mal, dass ich den Himmel verlassen habe. | |
| 4 | Isch no schön da bi öi, grüen und wohlig. | Es ist noch schön hier bei euch, grün und wohlig. | |
| 5 | Zuest gseh ich die Welt da ja amol nume vo obe und znacht. | Zuerst sehe ich die Welt hier ja einmal nur von oben und nachts. | |
| 6 | De Fliix würd Pa am liebschte umarme. | Der Fliix würde Pa am liebsten umarmen. | |
| 7 | Es so lieb, dass sie cho isch, zum ine e chli Liecht bringe, e chli Glanz zum einschlafe. | Es ist so lieb, dass sie gekommen ist, um ihm ein bisschen Licht zu bringen, ein bisschen Glanz zum Einschlafen. | |
| 8 | So schön, Pa, dass du da bisch und dass du für üs ufgstande bisch, het de Fliix. | So schön, Pa, dass du da bist und dass du für uns aufgestanden bist, hat der Fliix. | |
| 9 | Meinst du, chönntisch eus es paar Sternli da a d Decke vom Pflanzezimmer hänge? | Meinst du, könntest du uns ein paar Sternchen da an die Decke vom Pflanzenzimmer hängen? | |
| 10 | Das mach ich gern, Fliix, seit Pa. | Das mache ich gern, Fliix, sagt Pa. | |
| 11 | Ich gsehne de Gluri isch müed und mini Sternli hälfed sicher, dass er wohlig und bald chan einschlafe. | Ich sehe, der Gluri ist müde und meine Sternchen helfen sicher, dass er wohlig und bald einschlafen kann. | |
| 12 | Im Himmel obe sind ja d Sternebilder scho da und ich tu sie nume aazünde. | Im Himmel oben sind ja die Sternbilder schon da und ich tue sie nur anzünden. | |
| 13 | Aber da, da bruucht es no hie. | Aber hier, da braucht es noch welche. | |
| 14 | Es neus Sternebild, so zäge. | Ein neues Sternbild, so zeige. | |
| 15 | Eins, wo zu öi passt. | Eins, das zu euch passt. | |
| 16 | De Pa luggt de Gluri und de Fliix lang und genau a und lächelt. | Der Pa schaut den Gluri und den Fliix lange und genau an und lächelt. | |
| 17 | Dann flügt sie uf ihrem Teller zu de gwölbte Decke vom Pflanzezimmer. | Dann fliegt sie auf ihrem Teller zur gewölbten Decke vom Pflanzenzimmer. | |
| 18 | Sie streckt ihre Zeigfinger us und tippt a verschidnige Stelle i die grüne Fläche us Zweigli, Blätter und Blueme. | Sie streckt ihre Zeigefinger aus und tippt an verschiedene Stellen in die grüne Fläche aus Zweigen, Blättern und Blumen. | |
| 19 | Immer mal wieder macht sie e kurze Pause, hebt de Kopf schräg überleit und berührt dem da und det wieder en Teil vo de Innenwand vo de Pflanzehule. | Immer mal wieder macht sie eine kurze Pause, hebt den Kopf schräg überlegt und berührt hier und dort wieder einen Teil der Innenwand der Pflanzenhöhle. | |
| 20 | Nach enem ganze Wiil schwebt Pa wieder abe zum Fliix und dem Gluri. | Nach einer ganzen Weile schwebt Pa wieder zurück zum Fliix und dem Gluri. | |
| 21 | So, und jetzt zünde mer s a. | So, und jetzt zünden wir es an. | |
| 22 | Pa schnipst mit ihre glazige Finger in d Luft. | Pa schnipst mit ihren glitzernden Fingern in die Luft. | |
| 23 | In de dichte Pflanzedecke vom Zimmer gsehnd die beide Muns jetzt eins Sternli nach em andere ufblinke. | In der dichten Pflanzendecke vom Zimmer sehen die beiden Muns jetzt ein Sternchen nach dem anderen aufblitzen. | |
| 24 | Hell, klar und zärtlich. | Hell, klar und zärtlich. | |
| 25 | Nah dis nah gsehnd de Fliix und de Gluri, was für es Sternebild Pa ine da hanne zeichet het. | Na dies nah sehen der Fliix und der Gluri, was für ein Sternbild Pa ihnen da haben gezeichnet hat. | |
| 26 | Mit jedem Sternli, wo aufleuchtet, wird s Bild e chli dichter, bis es am Schluss ganz klar z'erkenne isch. | Mit jedem Sternchen, das aufleuchtet, wird das Bild ein bisschen dichter, bis es am Schluss ganz klar zu erkennen ist. | |
| 27 | Es isch en grosse Baum mit Wurzel, emene dicke Stamm und enere grosse, breite Krone. | Es ist ein großer Baum mit Wurzeln, einem dicken Stamm und einer großen, breiten Krone. | |
| 28 | De Gluri juchzt vor Freud. | Der Gluri juchzt vor Freude. | |
| 29 | Zeichne us Sterne glitzert über ine, es so hell, dass d Fell vo de Muns im Licht schimmeret. | Zeichen aus Sternen glitzern über ihnen, so hell, dass das Fell der Muns im Licht schimmert. | |
| 30 | De Gluri kuschlet sich no chli tiefer i de weiche Kissi und Decke, wo um ihn umme verteilt sind. | Der Gluri kuschelt sich noch ein bisschen tiefer in die weichen Kissen und Decken, die um ihn herum verteilt sind. | |
| 31 | Mit müde Ougli luggt er ufe i d Sterne, wo sich funkelnd i sine Auge spiegelt. | Mit müden Augen schaut er nach oben in die Sterne, die sich funkelnd in seinen Augen spiegeln. | |
| 32 | Nah dis nah werde sine Auge schwerer und irgendwann macht er s nümme uf, nach em Blinzle. | Na dies nah werden seine Augen schwerer und irgendwann macht er sie nicht mehr auf, nach dem Blinzeln. | |
| 33 | Au de Fliix legt zich zu. | Auch der Fliix legt sich zu. |
Teil 5/5
Quelle: Schlummerland — Folge 1 — Teil 5/5 — Teil 5 vo 5 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Er spürt dem Gluri seine vertraute Wärme neben sich und legt einen Arm um den kleinen Mund. | Er spürt die vertraute Wärme des Gluri neben sich und legt einen Arm um den kleinen Mund. | |
| 2 | Der Pa schwebt jetzt auf ihrem Glastellerli vor ihnen. | Der Pa schwebt jetzt auf ihrem Glasteller vor ihnen. | |
| 3 | Der Flick nickt ihr zu und flüstert ein ruhiges Danke. | Der Flick nickt ihr zu und flüstert ein ruhiges Danke. | |
| 4 | Sie lächelt die beiden Muns an, winkt und liegt dann auch ab auf ihrer Unterlage, die Silberdecke über sich. | Sie lächelt die beiden an, winkt und legt sich dann auch auf ihre Unterlage, die Silberdecke über sich. | |
| 5 | Ein kurzes, feines Klirren geht von ihr aus, etwas, was im Flicks seinen Ohren tönt wie ein leises Tschüss. | Ein kurzes, feines Klirren geht von ihr aus, etwas, das in Flicks Ohren wie ein leises Tschüss klingt. | |
| 6 | Sie liegt auf dem Rücken, ihre Arme hinter dem Kopf verschränkt. | Sie liegt auf dem Rücken, ihre Arme hinter dem Kopf verschränkt. | |
| 7 | Und dann schwebt das Tellerli mit dem Pa drauf zum Zimmer raus, wieder Richtung Himmel, Richtung Sternenboot, in Toli schlafen. | Und dann schwebt das Tellerchen mit dem Pa darauf aus dem Zimmer, wieder Richtung Himmel, Richtung Sternenboot, um in Toli zu schlafen. | |
| 8 | Im Pflanzenzimmer ist es still. | Im Pflanzenzimmer ist es still. | |
| 9 | Der Gluri schläft und auch der Flick fühlt sich wohlig schwer. | Der Gluri schläft und auch der Flick fühlt sich angenehm schwer. | |
| 10 | Einmal mehr ist er froh und dankbar, dass er da im Schlummerland wohnt, dass er da so viel Magie, Liebe und Mitgefühl erlebt. | Einmal mehr ist er froh und dankbar, dass er im Schlummerland wohnt, dass er dort so viel Magie, Liebe und Mitgefühl erlebt. | |
| 11 | Wie lieb, dass der Pa aufgewacht und runtergekommen ist, einfach um ihnen eine Freude zu machen. | Wie schön, dass der Pa aufgewacht und heruntergekommen ist, einfach um ihnen eine Freude zu machen. | |
| 12 | Wie sie sich Mühe gegeben hat beim Sternenbild, dem grossen Baum, der jetzt an der Decke über ihnen funkelt. | Wie sie sich Mühe gegeben hat beim Sternenbild, dem großen Baum, der jetzt an der Decke über ihnen funkelt. | |
| 13 | Es ist gemacht mit Sorgfalt und Achtsamkeit, mit Geduld und Ruhe und ganz viel Fürsorge. | Es ist mit Sorgfalt und Achtsamkeit, mit Geduld und Ruhe und ganz viel Fürsorge gemacht. | |
| 14 | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | Und alles ist, wie es im Schlummerland ist. | |
| 15 | Der Flick und der Gluri schlafen tief und fest. | Der Flick und der Gluri schlafen tief und fest. | |
| 16 | Und der Rinne und überin ist alles weich und still. | Und der Rinne und drüben ist alles weich und still. | |
| 17 | Nur ganz ein feines und langsames Schnaufen kann man noch hören. | Nur ein ganz feines und langsames Schnaufen kann man noch hören. | |
| 18 | Und aus. | Und aus. | |
| 19 | Und aus. | Und aus. | |
| 20 | Und aus. | Und aus. | |
| 21 | Und aus. | Und aus. | |
| 22 | Und aus. | Und aus. | |
| 23 | Und aus. | Und aus. |
Teil 1/3
Quelle: Schlummerland — 3. Dezämber — Teil 1/3 — Teil 1 vo 3 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis uf en Besuch ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch im Schlummerland? | |
| 2 | Hüt falt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht einzuschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nume gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Chunsch mit uf e chlini Reis, uf en Besuch ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch im Schlummerland? | |
| 8 | Hüt geit's ums Wasser und was mir vo ihm chönd lerne. | Heute geht es um das Wasser und was wir von ihm lernen können. | |
| 9 | Villicht hesch scho mal es Flüssli beobachtet. | Vielleicht hast du schon einmal einen kleinen Fluss beobachtet. | |
| 10 | Das Flüssli tüf einfach det dur, wo es wott, es so schnell wie es wott. | Der Fluss fließt einfach dort hin, wo er will, so schnell wie er will. | |
| 11 | Das Wasser isch frei und mir sind's au. | Das Wasser ist frei und wir sind es auch. | |
| 12 | Also, denn mach der doch jetzt es so bequem, wie's nume gaht. | Also, dann mach dir doch jetzt so bequem, wie es nur geht. | |
| 13 | Und denn machst dini Auge zu. | Und dann machst du deine Augen zu. | |
| 14 | De Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wenn du d'Auge zu hesch. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen zu hast. | |
| 15 | Und jetzt stellst du dir vor, dass irgendwo in diner Nähe e Türe gsehsch. | Und jetzt stellst du dir vor, dass irgendwo in deiner Nähe eine Tür siehst. | |
| 16 | E Türe mit ere Türfalle. | Eine Tür mit einer Türfalle. | |
| 17 | Drück jetzt die Türfalle abe und gang dur dini Türe dur. | Drück jetzt die Türfalle herunter und geh durch deine Tür hindurch. | |
| 18 | Und scho bisch da, im schönschte Land, wo es git, im Schlummerland. | Und schon bist du da, im schönsten Land, das es gibt, im Schlummerland. | |
| 19 | Das Schlummerland isch es wunderbares Land. | Das Schlummerland ist ein wunderbares Land. | |
| 20 | Es Land, wo alli Tiere und alli Bäume, Gebüsch und Blume friedlich zämelebed. | Ein Land, wo alle Tiere und alle Bäume, Büsche und Blumen friedlich zusammenleben. | |
| 21 | Aus schmälste Flüssli und de tüfste See, die höchschte Berge und die chlinste Chisselsteinli hälfed mit, dass es Tag und Nacht schön isch im Schlummerland. | Aus dem kleinsten Fluss und dem tiefsten See, den höchsten Bergen und den kleinsten Kieselsteinen helfen mit, dass es Tag und Nacht schön ist im Schlummerland. | |
| 22 | Und au d'Sunne, de Regen, de Wind und d'Erde machet, dass im Schlummerland en ewige, tiefe Friede herrscht. | Und auch die Sonne, der Regen, der Wind und die Erde sorgen dafür, dass im Schlummerland ein ewiger, tiefer Frieden herrscht. | |
| 23 | Mensche gibt's bis hüt kei im Schlummerland. | Menschen gibt es bis heute keine im Schlummerland. | |
| 24 | Amal nid a so Mensche, wie mir sie kenne. | Manchmal nicht solche Menschen, wie wir sie kennen. | |
| 25 | Und doch gibt's Wese, wo uns ähnlich sind. | Und doch gibt es Wesen, die uns ähnlich sind. | |
| 26 | Die Wese giesse sich Muns. | Diese Wesen nennen sich Muns. | |
| 27 | Es sind chlini, haarigi Geschöpf, wo sehr gern lache. | Es sind kleine, haarige Geschöpfe, die sehr gerne lachen. | |
| 28 | Au wenn mer das unter ihrem zottige farbige Fell mängmal gar nöd so guet gsehtt. | Auch wenn man das unter ihrem zotteligen, farbigen Fell manchmal gar nicht so gut sieht. | |
| 29 | Aber ihre runde Knopfauge strahle denn voller Freud und Zufriedenheit. | Aber ihre runden Knopfaugen strahlen dann voller Freude und Zufriedenheit. | |
| 30 | Und es isch fast, als würde drus use Funke sprüeh. | Und es ist fast, als würden daraus Funken sprühen. | |
| 31 | Die Muns sind aber au sehr gemütliche Wese, wo vil und gern schlafe. | Die Muns sind aber auch sehr gemütliche Wesen, die viel und gerne schlafen. | |
| 32 | Also eigentli ist Schlafe sogar so öpis wie ihre Lieblingsbeschäftigung. | Also eigentlich ist Schlafen sogar so etwas wie ihre Lieblingsbeschäftigung. | |
| 33 | Eine vo dene Muns heisst Flick. | Einer von diesen Muns heißt Flick. | |
| 34 | De Flick isch bi de Muns einer vo de Jüngere, au wenn mer bi ine gar nöd so genau weiss, wer wie alt isch. | Der Flick ist bei den Muns einer der Jüngeren, auch wenn man bei ihnen gar nicht so genau weiß, wer wie alt ist. | |
| 35 | So öpis wie en Geburtstag händ Muns nämlich nöd. | So etwas wie einen Geburtstag haben Muns nämlich nicht. | |
| 36 | Wenns Lust uf es Fest händ, denn ladet sie eifach es paar Fründine und Fründe i und feiere und tanze und spiele, bis alli so müed sind, dass sie sich anenand kuschlet, zu decket und im weiche Moos miteinander iischlafe. | Wenn sie Lust auf ein Fest haben, dann laden sie einfach ein paar Freundinnen und Freunde ein und feiern und tanzen und spielen, bis alle so müde sind, dass sie sich aneinander kuscheln, zudecken und im weichen Moos miteinander einschlafen. | |
| 37 | Oder wenn en Muns Lust hat uf es Geburtstagsesse, en Chueche zum Bispil, denn macht er eifach d'Auge zu für es Momentli, legt e Hand uf de Bauch und klöpflet mit dem Zeigfinger ganz fein gäge sin Bauchnabel. | Oder wenn ein Muns Lust auf ein Geburtstagsessen hat, einen Kuchen zum Beispiel, dann macht er einfach die Augen für einen Moment zu, legt eine Hand auf den Bauch und klopft mit dem Zeigefinger ganz sanft gegen seinen Bauchnabel. | |
| 38 | Eso tünd nämlich d Muns zaubere. | So können nämlich die Muns zaubern. | |
| 39 | Ein, zwei, dreimal uf de Bauchnabel pöpplet und scho staht en Chueche vor i. | Ein, zwei, dreimal auf den Bauchnabel gepopelt und schon steht ein Kuchen vor ihm. | |
| 40 | gmacht us Chrütli und Honig und ganz viel frische Blume. | Gemacht aus Kräutern und Honig und ganz vielen frischen Blumen. | |
| 41 | De Flick isch ganz oft ohne öpper im Schlummerland unterwägs, weil er das am schönschte findt. | Der Flick ist ganz oft ohne jemanden im Schlummerland unterwegs, weil er das am schönsten findet. | |
| 42 | Trotzdem fühlt sich de Flick nie allei, ganz und gar nöd. | Trotzdem fühlt sich der Flick nie allein, ganz und gar nicht. | |
| 43 | Er het nämlich wie mir Mami und Papi. | Er hat nämlich wie wir Mama und Papa. | |
| 44 | Aber de Flick het nid nume eins Mami und ein Papi, nei, bi de Muns isch es ebe n bissl andersch. | Aber der Flick hat nicht nur eine Mama und einen Papa, nein, bei den Muns ist es eben ein bisschen anders. | |
| 45 | Weil bi de Muns sind alli fürenand Mami und Papi, Brüeder und Schwöschter, Fründ und Fründin. | Weil bei den Muns sind alle füreinander Mama und Papa, Brüder und Schwestern, Freunde und Freundinnen. |
Teil 2/3
Quelle: Schlummerland — 3. Dezämber — Teil 2/3 — Teil 2 vo 3 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Düen alle ufeinander glich guet luege, händ sich gern und hälfed einander, wenns üpperem grad nöd so guet gaht. | Wenn alle einander gleich gut anschauen, helfen sie sich gerne und unterstützen einander, wenn es jemandem gerade nicht so gut geht. | |
| 2 | Das chunt im Schlummerland allerdings nume sehr selte vor, wil s Schlummerland isch so gwachsen, dass sich da alli Wese wohlfühled. | Das kommt im Schlummerland allerdings nur sehr selten vor, weil das Schlummerland so gewachsen ist, dass sich dort alle Wesen wohlfühlen. | |
| 3 | D Pflanze händ ihre Platz im Schlummerland, genau so wie d Munds und alli chline, mittlere und grosse Tier. | Die Pflanzen haben ihren Platz im Schlummerland, genauso wie die Munds und alle kleinen, mittleren und großen Tiere. | |
| 4 | Alli Gschöpf hend genau es so viel Platz, wies brucht. | Alle Geschöpfe haben genau so viel Platz, wie sie brauchen. | |
| 5 | Alli ässet und trinke genau so viel, wies müend, nie mehr oder weniger. | Alle essen und trinken genau so viel, wie sie müssen, nie mehr oder weniger. | |
| 6 | Drum häts immer vo allem gnueg und alli chönd neh, uf was sie grad Lust hend. | Deshalb hat es immer von allem genug und alle können nehmen, wonach sie gerade Lust haben. | |
| 7 | De Flick zum Bsüpiel hät besunders gern die reife, dunkelviolette Beeri vo de grosse Büsch. | Der Junge zum Beispiel hat besonders gerne die reifen, dunkelvioletten Beeren von den großen Büschen. | |
| 8 | Die Beeri sind süss und sur glichzeitig, saftig und warm. | Die Beeren sind süß und sauer gleichzeitig, saftig und warm. | |
| 9 | D Büsch mit dem Flick sine Lieblingsbeeri wachsed ganz nöch am Wasser und dünked ihri Würzeli ins flüssende, frische, kristallklare Wasser und trinke. | Die Büsche mit den Lieblingsbeeren des Jungen wachsen ganz nahe am Wasser und tauchen ihre Wurzeln ins flüssige, frische, kristallklare Wasser und trinken. | |
| 10 | Si bruched das Wasser, zum si de Beere i den feini, süsse Saft verwandle, wo de Flick so gern hät. | Sie brauchen das Wasser, um die Beeren in den feinen, süßen Saft zu verwandeln, den der Junge so gerne hat. | |
| 11 | Hm. Hm. Hm. | Hm. Hm. Hm. | |
| 12 | Hüt scheint Sunne warm vom Himmel und es blast en chühle, angenehme Wind. | Heute scheint die Sonne warm vom Himmel und es bläst ein kühler, angenehmer Wind. | |
| 13 | De Flick sitzt unter sim Beeribusch am Wasser und pflückt die süsse Kügeli ab de Äst und schogget sie sich gnüsslich is Muul. | Der Junge sitzt unter seinem Beerbusch am Wasser und pflückt die süßen Kügelchen von den Ästen und steckt sie sich genüsslich in den Mund. | |
| 14 | Hm. | Hm. | |
| 15 | Er schleckt sich grad de dunkelrote Saft vo de Finger, da merkt er, dass sich nebe sine Füess eppes bewegt. | Er leckt sich gerade den dunkelroten Saft von den Fingern, da merkt er, dass sich neben seinen Füßen etwas bewegt. | |
| 16 | Mit grosse, neugierige Auge luegt er an de Ort am Rand vom plätscherende Flüssli. | Mit großen, neugierigen Augen schaut er an den Ort am Rand des plätschernden Flüsschens. | |
| 17 | Uf eme Stein im Wasser gseht de Flick eppes sitze. | Auf einem Stein im Wasser sieht der Junge etwas sitzen. | |
| 18 | Es Wese, wo fast durchsichtig isch. | Es Wesen, das fast durchsichtig ist. | |
| 19 | Es schwimmert. | Es schwimmt. | |
| 20 | Es isch munzig-klii, wie es Mückli so klii. | Es ist winzig klein, wie ein Mückchen so klein. | |
| 21 | Es hät es Chleid a, wo us Müscheli gmacht isch. | Es hat ein Kleid an, das aus Muscheln gemacht ist. | |
| 22 | Es schwimmert, rosarot-silbrig und tönt, wenn sich das Mückli-Wese bewegt. | Es schwimmt, rosarot-silbrig und klingt, wenn sich das Mückli-Wesen bewegt. | |
| 23 | Das Wese hät ganz kurze, hellblonde Haar und lange Ohreringli. | Das Wesen hat ganz kurze, hellblonde Haare und lange Ohrringe. | |
| 24 | Ohreringli, wo sind wie e Kette us Wassertröpfli. | Ohrringe, die wie eine Kette aus Wassertropfen sind. | |
| 25 | Au um de Hals hat sie e Wassertröpfli-Kette, ganz viel devo, eso, dass alles umsume klimpert, wie Kristall, wo aneinandertänglet. | Auch um den Hals hat sie eine Wassertropfen-Kette, ganz viele davon, sodass alles um sie herum klimpert, wie Kristall, das aneinandertönt. | |
| 26 | Das Mückli-Wese isch es Wassergeistli, wo überall dort lebt, wo Wasser fliesst. | Das Mückli-Wesen ist ein Wassergeist, der überall dort lebt, wo Wasser fließt. | |
| 27 | Das Wassergeistli luegt de Flick a und de Flick luegt das Wassergeistli an. | Der Wassergeist schaut den Jungen an und der Junge schaut den Wassergeist an. | |
| 28 | Ob sie mich echt versteht, fragt sich de Flick. | Ob sie mich wirklich versteht, fragt sich der Junge. | |
| 29 | Da nickt das Wassergeistli nume. | Da nickt der Wassergeist nur. | |
| 30 | De Flick denkt, hm, ich glauub das Wassergeistli chan mieni Gedanke läse. | Der Junge denkt, hm, ich glaube, der Wassergeist kann meine Gedanken lesen. | |
| 31 | Und au da nickt das Wassergeistli wieder. | Und auch da nickt der Wassergeist wieder. | |
| 32 | em Flick gfällt das Spiel. | Dem Jungen gefällt das Spiel. | |
| 33 | Er denkt eppes, das Wassergeistli nickt und so weiss er, dass es verstande hät. | Er denkt etwas, der Wassergeist nickt und so weiß er, dass es verstanden hat. | |
| 34 | Er denkt, ich würd gerne mal wie die Würzeli vo dem Gebüsch da im Wasser hin und her schwinge und mich treibe lah. | Er denkt, ich würde gerne mal wie die Wurzeln von dem Gebüsch da im Wasser hin und her schwingen und mich treiben lassen. | |
| 35 | Das wär sicher schön, wie schwebe und schwimme glichzeitig. | Das wäre sicher schön, wie schweben und schwimmen gleichzeitig. | |
| 36 | Das chline Flügelwese sitz uf uss im Schneidersitz und setzt sine Flügel in Bewegung. | Das kleine Flügelwesen sitzt draußen im Schneidersitz und setzt seine Flügel in Bewegung. | |
| 37 | Es fiinzs Ture isch z'ghöre und de Flick spürt en fine Luftzug, wo d'Haare an sim Kopf streichelt. | Es klingt fein und der Junge spürt einen feinen Luftzug, der die Haare auf seinem Kopf streichelt. | |
| 38 | Das Wassergeistli hebt sin winzig-kline Zeigfinger in d'Luft und de Flick spürt, wie er lichter wird. | Der Wassergeist hebt seinen winzig kleinen Zeigefinger in die Luft und der Junge spürt, wie er leichter wird. | |
| 39 | Es isch wie wenn sin Körper en Ballon wär und mit Luft würd gfüllt werde. | Es ist wie wenn sein Körper ein Ballon wäre und mit Luft gefüllt werden würde. | |
| 40 | Er wird lichter und lichter, eso licht, dass er anfängt zu schwebe. | Er wird leichter und leichter, so leicht, dass er anfängt zu schweben. | |
| 41 | Es isch es wunderschöns Gfühl, wo de Flick vom Boden abhebt, nume ganz wenig. | Es ist ein wunderschönes Gefühl, wo der Junge vom Boden abhebt, nur ganz wenig. | |
| 42 | Sanft schwankt er i de Luft. | Sanft schwankt er in der Luft. |
Teil 3/3
Quelle: Schlummerland — 3. Dezämber — Teil 3/3 — Teil 3 vo 3 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis is Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüt falt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hatte die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's no gaht. | Mach es dir bequem, so gut es geht. | |
| 7 | Hin und her und hin und her. | Hin und her und hin und her. | |
| 8 | Tarof sin Körper bewegt sich hin und her, werdet fein bespränklet vom Wasser aus em Fluss. | Darauf bewegt sich sein Körper hin und her, wird sanft besprenkelt vom Wasser aus dem Fluss. | |
| 9 | Das lichtert Werden, das Schwanke vom Flick in de Luft. | Das Licht wird, das Schwanken des Flicks in der Luft. | |
| 10 | All das macht das Wassergeistli mit sim Finger, wo sich wie de Flick im en ganz langsame Takt hin und her bewegt. | All das macht das Wassergeistchen mit seinem Finger, der sich wie der Flick in einem ganz langsamen Takt hin und her bewegt. | |
| 11 | De Flick schwebt über dem Wasser. | Der Flick schwebt über dem Wasser. | |
| 12 | Er macht sine Auge es bitzli uf, lugt das Wassergeistli a und nickt. | Er macht seine Augen ein bisschen auf, schaut das Wassergeistchen an und nickt. | |
| 13 | Und das Wassergeistli nickt zrug. | Und das Wassergeistchen nickt zurück. | |
| 14 | Und denn tauchter ganz langsam mit dem ganze Körper i, is Wasser. | Und dann taucht er ganz langsam mit dem ganzen Körper ins Wasser. | |
| 15 | Das Wasser ist sparm und weich, fast wie ne flüssige Decke. | Das Wasser ist warm und weich, fast wie eine flüssige Decke. | |
| 16 | Sie berührt em Flick sine Schulter, sine Ärmel, sine Händ und Finger, sin Rücken, s Füdli, d Bein, d Chnü, sine Wädli und Füess, Zehe. | Es berührt den Flicks Schulter, seine Ärmel, seine Hände und Finger, seinen Rücken, sein Gesäss, die Beine, die Knie, seine Waden und Füße, Zehen. | |
| 17 | Alles wird ganz langsam umflosse vom Wasser. | Alles wird ganz langsam vom Wasser umflossen. | |
| 18 | De Flick hat sine Ohre itz underem Wasser und d Welt um ihn ume isch still. | Der Flick hat seine Ohren jetzt unter Wasser und die Welt um ihn herum ist still. | |
| 19 | Er ghört sin Schnuuf. | Er hört seinen Atem. | |
| 20 | I und uus. | In und aus. | |
| 21 | De Flick isch Teil vom Wasser und s Wasser isch Teil vom Flick. | Der Flick ist Teil des Wassers und das Wasser ist Teil des Flicks. | |
| 22 | Alles fliisst im Flick und um de Flick und er isch ganz allei mit sich und sim Schnuuf. | Alles fließt im Flick und um den Flick und er ist ganz allein mit sich und seinem Atem. | |
| 23 | In dem Wasser isch es so ruhig und das, obwohl s Wasser in Bewegung isch. | In diesem Wasser ist es so ruhig und das, obwohl das Wasser in Bewegung ist. | |
| 24 | S Wasser bewegt sich und steht doch irgendwie still. | Das Wasser bewegt sich und steht doch irgendwie still. | |
| 25 | Umgäh vo Wasser döst de Flick ein. | Umgeben von Wasser döst der Flick ein. | |
| 26 | Das Wassergeistli, wo ihn ins Wasser träit hat mit sine Zauberkräften, hältet de Flick an d Wasseroberfläche. | Das Wassergeistchen, das ihn ins Wasser trägt mit seinen Zauberkräften, hält den Flick an der Wasseroberfläche. | |
| 27 | Sines Gesicht lugt zum Wasser us. | Sein Gesicht schaut zum Wasser hinaus. | |
| 28 | In sine Wimpern hange durchsichtige Tröpfli wie Perlen. | In seinen Wimpern hängen durchsichtige Tröpfchen wie Perlen. | |
| 29 | Er schläft und s Wasser um ihn ume fliesst über sine Schulter, sin Rücken, sine Bein und Füess. | Er schläft und das Wasser um ihn herum fließt über seine Schulter, seinen Rücken, seine Beine und Füße. | |
| 30 | Das Wassergeistli schmunzlet. | Das Wassergeistchen schmunzelt. | |
| 31 | Es chend das Gfühl, wo de Flick itz grad gspürt. | Es kennt das Gefühl, das der Flick jetzt gerade spürt. | |
| 32 | Es chend es, wils Wassergeistli besteht selber us Wasser. | Es kennt es, weil das Wassergeistchen selbst aus Wasser besteht. | |
| 33 | Wenn s nöd in de Form vo mne Wassergeist isch, isch es en Wassertropfe. | Wenn es nicht in der Form eines Wassergeistes ist, ist es ein Wassertropfen. | |
| 34 | Ein einziger, umgäh vo alle andre Tropfe im Fluss. | Ein einziger, umgeben von allen anderen Tropfen im Fluss. | |
| 35 | Und mängmal isch es de Fluss und mängmal en Tropfe. | Und manchmal ist es der Fluss und manchmal ein Tropfen. | |
| 36 | Und beides isch schön, wil beides isch us em gliiche gmacht, us Wasser, wo fliesst. | Und beides ist schön, weil beides aus dem gleichen gemacht ist, aus Wasser, das fließt. | |
| 37 | Und alles isch, wie es isch im Schlummerland. | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | |
| 38 | De Flick schläft tief und fest. | Der Flick schläft tief und fest. | |
| 39 | Unter ihm und über ihm isch alles weich und still. | Unter ihm und über ihm ist alles weich und still. | |
| 40 | Nume ganz es fiins und langsams Schnuufe chan mer no ghöre. | Nur ganz ein feines und langsames Schnaufen kann man noch hören. | |
| 41 | I und uus. | In und aus. | |
| 42 | Und i und uus. | Und in und aus. |
Teil 1/4
Quelle: Schlummerland — 10. Dezämber — Teil 1/4 — Teil 1 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis uf en Besuch ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch im Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänge. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's dir bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Chunsch mit uf e chlini Reis? | Kommst du mit auf eine kleine Reise? | |
| 8 | Uf en Besuch ins Schlummerland. | Zu einem Besuch im Schlummerland. | |
| 9 | Hüüt gaats um d Weisheit, wo üs lehrt, zu alle Lebewese lieb z'si. | Heute geht es um die Weisheit, die uns lehrt, allen Lebewesen lieb zu sein. | |
| 10 | Ganz glich wie chlii sie au sind. | Ganz gleich wie klein sie auch sind. | |
| 11 | Also, denn chasch du dir etz so bequem mache, wies nume gaht. | Also, dann kannst du dir jetzt so bequem machen, wie es nur geht. | |
| 12 | Und denn chasch dini Auge zuetue. | Und dann kannst du deine Augen schließen. | |
| 13 | De Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wänn du d Auge zueh hesch. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen zu hast. | |
| 14 | Und jetzt stelsch dir vor, dass irgendwo da i dinere Nähe e Türe gsehsch. | Und jetzt stell dir vor, dass irgendwo da in deiner Nähe eine Tür siehst. | |
| 15 | E Türe mit ere Türfalle. | Eine Tür mit einer Türfalle. | |
| 16 | Drück jetzt die Türfalle abä und gang durch die Türe dur. | Drück jetzt die Türfalle runter und geh durch die Tür hindurch. | |
| 17 | Und scho bisch da, im schönschte Land, wo es git. | Und schon bist du da, im schönsten Land, das es gibt. | |
| 18 | Im Schlummerland. | Im Schlummerland. | |
| 19 | Im Schlummerland stönd überall grossi Bäum mit Baumrinde, so dick und knorzig, dass sie usgsehnd wie die faltige Huut vo ner ganz, ganz alten Frau. | Im Schlummerland stehen überall große Bäume mit Baumrinde, so dick und knorrig, dass sie aussehen wie die faltige Haut von einer ganz, ganz alten Frau. | |
| 20 | Die Rinde schimmert i mone dunkle Bruune de Stamm druf und obe i de grosse, breite Baumchrone hangt Sunelicht. | Die Rinde schimmert in einem dunklen Braun am Stamm und oben in der großen, breiten Baumkrone hängt Sonnenlicht. | |
| 21 | Es fangt sich de in de chline Wassertröpfli, wo de hange, ziits letztisch Mal geregnet het. | Es fängt sich in den kleinen Wassertropfen, die dort hängen, seit zuletzt geregnet hat. | |
| 22 | Erst grad vorher hats im Schlummerland chline, herzige Tröpfli geregnet. | Gerade vorher hat es im Schlummerland kleine, herzige Tropfen geregnet. | |
| 23 | Eso, wie wänn d Finger nass machsch und denn schüttli. | So, wie wenn du die Finger nass machst und dann schüttelst. | |
| 24 | Eppene so hets geregnet. | Etwa so hat es geregnet. | |
| 25 | Man isch nöd richtig nass worde. | Man ist nicht richtig nass geworden. | |
| 26 | Es isch mehr e chlini Erfrüschig gseh, i dem Land, wo es so oft warm und trocken isch. | Es ist mehr eine kleine Erfrischung gesehen, in dem Land, wo es so oft warm und trocken ist. | |
| 27 | Au de Flick hat de Regen uf siner Huut gspürt. | Auch der Flick hat den Regen auf seiner Haut gespürt. | |
| 28 | Immer no het er chline, glitzrigi Tröpfli i sine farbige Haare. | Immer noch hat er kleine, glitzernde Tropfen in seinen bunten Haaren. | |
| 29 | Wer de Flick isch? | Wer der Flick ist? | |
| 30 | De Flick isch en Munds. | Der Flick ist ein Munds. | |
| 31 | Und d' Munds sind Wese, wo ne ville anere Geschöpf da im Schlummerland wonne. | Und die Munds sind Wesen, die viele andere Geschöpfe dort im Schlummerland wohnen. | |
| 32 | Sie sind chli wie Zwergli und a ihrem ganze Körper hend farbige Haare. | Sie sind ein bisschen wie Zwerge und an ihrem ganzen Körper haben sie bunte Haare. | |
| 33 | Am Flicksini schimmert hüt i ganz verschidnige Blau. | Am Flick schimmert heute in ganz verschiedenen Blautönen. | |
| 34 | A sine Füess sind d'Haare düunkelblau wie s Meer ganz wit ussse. | An seinen Füßen sind die Haare dunkelblau wie das Meer ganz weit draußen. | |
| 35 | A sine Bei, hellblau wie de Himmel, wänn d Sunne scheint. | An seinen Beinen, hellblau wie der Himmel, wenn die Sonne scheint. | |
| 36 | Und a sim runde Büchli und sim Kopf werde d'Haare immer heller, fascht weiss, eso wie d'Wolche aneme schöne Tag. | Und an seinem runden Bauch und seinem Kopf werden die Haare immer heller, fast weiß, so wie die Wolken an einem schönen Tag. | |
| 37 | Am Flicksini Haare wechslet d'Farbe ebe wänn er wott, oder sie passet sich am Wetter oder de Tageszyt a. | An Flicks Haaren wechselt die Farbe eben wenn er will, oder sie passt sich dem Wetter oder der Tageszeit an. | |
| 38 | De Flick gnüsst die Regentröpfli uf sine Füess, uf sine Bei und uf de wiese Haare vo sim Kopf. | Der Flick genießt die Regentropfen auf seinen Füßen, auf seinen Beinen und auf den vielen Haaren seines Kopfes. | |
| 39 | Er schüttlet sich und Tröpfli flüge us sine Haare wie chli silbrigi Fügeli. | Er schüttelt sich und Tropfen fliegen aus seinen Haaren wie kleine silbrige Flügelchen. | |
| 40 | Chum sind Tröpfli wäg, streckt sich de Flick im Sunnelicht. | Komm, die Tropfen weg, streckt sich der Flick im Sonnenlicht. | |
| 41 | Will obwol da im Schlummerland Bäume nöch biinander stöhnd unds überall Pflanze hät, schimmert doch immer wieder helle Strahle durch d'Blätter. | Denn obwohl hier im Schlummerland Bäume nah beieinander stehen und es überall Pflanzen hat, schimmert doch immer wieder helles Licht durch die Blätter. | |
| 42 | Es wird langsam Abig im Schlummerland und d'Liecht isch nume so gelb wie am Morge, eher orange, eso wie d'Gluse vomene grosse, warme Füür. | Es wird langsam Abend im Schlummerland und das Licht ist nur so gelb wie am Morgen, eher orange, so wie die Glut von einem großen, warmen Feuer. | |
| 43 | De Flick isch scho fascht parat zum Fause, aber doch lustet's en no, zum es chlis Abigspaziergängli mache. | Der Flick ist schon fast bereit zum Faulenzen, aber trotzdem hat er noch Lust, einen kleinen Abendspaziergang zu machen. | |
| 44 | Das isch nämlich das, wo er am liebschte macht. | Das ist nämlich das, was er am liebsten macht. | |
| 45 | Spaziere durs Schlummerland. | Spazieren durch das Schlummerland. | |
| 46 | Er kennt da jedes Blatt und jede Wurzel und trozdem gseht er jedes Mal öpis neus. | Er kennt da jedes Blatt und jede Wurzel und trotzdem sieht er jedes Mal etwas Neues. | |
| 47 | Jedes Mal lernt er es neus Pflänzli oder Tier kenne und wengmal begegnet er au amene Mundsfründ oder einem vo sine Verwandte. | Jedes Mal lernt er ein neues Pflänzchen oder Tier kennen und manchmal begegnet er auch einem Mundsfreund oder einem seiner Verwandten. | |
| 48 | Alli Munds sind nämlich miteinander verwandt, händ sich gern und verbringet gern Zyt miteinander. | Alle Munds sind nämlich miteinander verwandt, haben sich gern und verbringen gern Zeit miteinander. | |
| 49 | De Flick spaziert los, über grosse Wurzel, wo sich wie starke, beschützende Ärme über d'Erde leged. | Der Flick spaziert los, über große Wurzeln, die sich wie starke, schützende Arme über die Erde legen. | |
| 50 | De Bode isch no chli feucht vom Regen. | Der Boden ist noch ein bisschen feucht vom Regen. | |
| 51 | Ds Moos ganz weich und voll Wasser. | Das Moos ganz weich und voll Wasser. | |
| 52 | Und wänn de Flick druf stah, gibt es e chlis Geräusch, e chli wie wänn de Bode ganz gnüssig. | Und wenn der Flick darauf steht, gibt es ein kleines Geräusch, ein bisschen wie wenn der Boden ganz genüsslich ist. |
Teil 2/4
Quelle: Schlummerland — 10. Dezämber — Teil 2/4 — Teil 2 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis is Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüüt falt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht einzuschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Schritt für Schritt lauft de Flick dürs Schlummerland, gaat emol links und emol rechts. | Schritt für Schritt läuft der Flick durchs Schlummerland, geht einmal links und einmal rechts. | |
| 8 | Obwohl d Mund so öppis wie links und rechts gar nöd kenne. | Obwohl der Mund so etwas wie links und rechts gar nicht kennt. | |
| 9 | Für sie gits eifach gradus, d Richtig, wo iri Nase dure zeigt. | Für sie gibt es einfach geradeaus, die Richtung, wo ihre Nase hinzeigt. | |
| 10 | Grad i selber Richtig ligt es chlises Bächli. | Gerade in derselben Richtung liegt ein kleines Bächlein. | |
| 11 | Es plätschert vor sich hanne und niemand kann em säge, es sölli schneller oder langsamer sii. | Es plätschert vor sich hin und niemand kann ihm sagen, es solle schneller oder langsamer sein. | |
| 12 | Es fliesst eifach grad so schnell, wie es flysst. | Es fließt einfach genau so schnell, wie es fließt. | |
| 13 | Das Bächli bahnt sich sin Weg dürs grüne Moos, im Wasser ligget farbige Stei, grüni, graui, gääli, rosaroti, chline und grossi. | Das Bächlein bahnt sich seinen Weg durchs grüne Moos, im Wasser liegen farbige Steine, grüne, graue, gelbe, rosarote, kleine und große. | |
| 14 | Und über alli strichts glyche frische Wasser. | Und über allem strömt gleich frisches Wasser. | |
| 15 | Das Wasser chunt usera Quelle tief im Boden, aber das Wasser chunt au vom Himmel oben abe, vom Rege, wo vorher grads Schlummerland mit neuem Läbe versorgt het. | Das Wasser kommt aus unserer Quelle tief im Boden, aber das Wasser kommt auch vom Himmel oben herab, vom Regen, der vorher gerade das Schlummerland mit neuem Leben versorgt hat. | |
| 16 | De Flick lost dem Plätschere zue, dem schöne Lied, wo das Wasser singt. | Der Flick lauscht dem Plätschern zu, dem schönen Lied, das das Wasser singt. | |
| 17 | Neben em Plätschere vom Wasser ghört er aber no öppis anderes. | Neben dem Plätschern des Wassers hört er aber noch etwas anderes. | |
| 18 | Er spitzt sine Iure. | Er spitzt seine Ohren. | |
| 19 | Er kennt das Geräusch, es ist die Melodie, wo Wassergeischtli mit ihne Schmuckstücke, ihne Ohrrügli und Ketteli us funkelnden Wassertröpfli Perle spilet. | Er kennt das Geräusch, es ist die Melodie, die Wassergeister mit ihren Schmuckstücken, ihren Ohrringen und Kettchen aus funkelnden Wassertröpfchen spielen. | |
| 20 | Zerscht lost er eifach zue und laht sich verzauberä vo dene Töne, wo so glasklar sind, dass es dem Flick ganz weit wird ums Herz. | Zuerst lauscht er einfach und lässt sich von den Tönen verzaubern, die so glasklar sind, dass es dem Flick ganz warm ums Herz wird. | |
| 21 | Vor ihm, ufemene Stein im Wasser, sitzt das Wassergeischtli, chli und fein wie es Mückli mit durchsichtige Flügli und ganz viele Ketteli, wo klimperet, Kette wie us härtgwordene Wasserkügeli. | Vor ihm, auf einem Stein im Wasser, sitzt das Wassergeistchen, klein und fein wie ein Mückchen mit durchsichtigen Flügeln und ganz vielen Kettchen, die klimpern, Ketten wie aus hartgewordenen Wasserperlen. | |
| 22 | Mit dene Ketteli machts Musik, das Geischtli, wenns wott, de ganze Tag und die ganze Nacht lang. | Mit diesen Kettchen macht das Geistchen Musik, wenn es will, den ganzen Tag und die ganze Nacht lang. | |
| 23 | De Flick beobachtet das Wassergeischtli mit grosse Auge, wie es sinn Schmuckbüschelet und dezitzt uf sim chline Stein im Wasser. | Der Flick beobachtet das Wassergeistchen mit großen Augen, wie es sein Schmuckbüschel und jetzt auf seinem kleinen Stein im Wasser hat. | |
| 24 | Man gseht die chline Wassergeister nöd immer, au im Schlummerland nöd, nume wenn mer ganz, ganz genau hanschaut und wenn mer still isch und allei. | Man sieht die kleinen Wassergeister nicht immer, auch im Schlummerland nicht, nur wenn man ganz, ganz genau hinschaut und wenn man still ist und allein. | |
| 25 | Das Wassergeischtli winkt dem Flick, es lacht. | Das Wassergeistchen winkt dem Flick, es lacht. | |
| 26 | De Flick winkt und lacht zruck. | Der Flick winkt und lacht zurück. | |
| 27 | Da flügt das Wassergeischtli uf, mit Flügel so durchsichtig, dass mers fast nöd gseht. | Da fliegt das Wassergeistchen auf, mit Flügeln so durchsichtig, dass man sie fast nicht sieht. | |
| 28 | Flügel wie von einer Libelle. | Flügel wie von einer Libelle. | |
| 29 | Langsam suerets uf de Flick zu, fascht ohne Geräusch, nume s lieslige Flirre vo sine Ketteli isch z ghöre. | Langsam schwebt es auf den Flick zu, fast ohne Geräusch, nur das liebliche Klimpern seiner Kettchen ist zu hören. | |
| 30 | De Flick streckt d Hand us und det, ganz vorne uf sim Zeigfinger, landet das Wassergeischtli. | Der Flick streckt die Hand aus und dort, ganz vorne auf seinem Zeigefinger, landet das Wassergeistchen. | |
| 31 | De Flick gspürt, dass sin Finger chühl wird, wie wenn er ihn würd unter en ganz dünne Wasserstrahl häbe. | Der Flick spürt, dass sein Finger kühl wird, als ob er ihn unter einen ganz dünnen Wasserstrahl hätte. | |
| 32 | Jetzt gseht der Flick au, dass d Haut vom Geischtli wie milchigs Glas isch und kristallige, hellblaue Auge het. | Jetzt sieht der Flick auch, dass die Haut vom Geistchen wie milchiges Glas ist und kristallklare, hellblaue Augen hat. | |
| 33 | Si lueged sich a und stön am Fluss. | Sie schauen sich an und stehen am Fluss. | |
| 34 | De Flick mit sine verschiedene blaue Haar am Körper, de Zeigfinger usgstreckt. | Der Flick mit seinen verschiedenen blauen Haaren am Körper, den Zeigefinger ausgestreckt. | |
| 35 | Und das Wassergeischtli mit sine viele Ketteli steht uf sim Finger. | Und das Wassergeistchen mit seinen vielen Kettchen steht auf seinem Finger. | |
| 36 | Das Wassergeischtli und de Flick redet nüüt, will beide wüsset, dass sie d Sprach vom Andere nöd kenne und glich verstoond sich die beide. | Das Wassergeistchen und der Flick reden nichts, weil beide wissen, dass sie die Sprache des anderen nicht kennen und trotzdem verstehen sich die beiden. | |
| 37 | Si lueged sich id Auge und de Flick weiss, dass er da am Wasser, im Reich vo de Wassergeischtli en Ort gfunde het, wo er chan usruube, wo er chan islafe. | Sie schauen sich in die Augen und der Flick weiß, dass er hier am Wasser, im Reich der Wassergeister einen Ort gefunden hat, wo er sich ausruhen kann, wo er schlafen kann. | |
| 38 | Und das Wassergeischtli freut sich, mal wieder en Muntz z treffe. | Und das Wassergeistchen freut sich, mal wieder einen Menschen zu treffen. | |
| 39 | Es hets gern, die lustige Bewohner vom Schlummerland. | Es hat gerne die lustigen Bewohner des Schlummerlandes. | |
| 40 | Das Gfühl, wo s Geischtli em Flick gibt, das Gfühl, dass er genau da, jetzt, drichtig isch, das isch es guets Gfühl, denkt de Flick. | Das Gefühl, das das Geistchen dem Flick gibt, das Gefühl, dass er genau hier, jetzt, richtig ist, das ist ein gutes Gefühl, denkt der Flick. | |
| 41 | Und s Geischtli luegt de Flick a und redt mit ihm, nur über Gedanke, ohni dass Töne zum Mund uschömme. | Und das Geistchen schaut den Flick an und redet mit ihm, nur über Gedanken, ohne dass Töne aus dem Mund kommen. | |
| 42 | Es seit, das Gfühl, wo du hesch, Flick, das entsteht, wenn öpper lieb zu dir isch, wenn öpper dir nume guets wott, so wie ich dir. | Es sagt, das Gefühl, das du hast, Flick, das entsteht, wenn jemand lieb zu dir ist, wenn jemand dir nur Gutes will, so wie ich dir. | |
| 43 | Und das Gfühl fliggt. | Und das Gefühl fliegt. |
Teil 3/4
Quelle: Schlummerland — 10. Dezämber — Teil 3/4 — Teil 3 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Das kannst du weitergeben, wenn du lieb bist zu allen Tieren, gross und klein, zu allen Pflanzen und den anderen Monstern. | Das kannst du weitergeben, wenn du lieb zu allen Tieren, groß und klein, zu allen Pflanzen und den anderen Monstern bist. | |
| 2 | Kann das Gefühl wandern. | Kann das Gefühl wandern. | |
| 3 | Es wandert in die Herzen der Tiere, die du streichelst, oder in die Blätter der Pflanzen, die du züferlich berührst. | Es wandert in die Herzen der Tiere, die du streichelst, oder in die Blätter der Pflanzen, die du sanft berührst. | |
| 4 | Es fliesst durch dich durch, wenn du einen anderen Mund umarmst und fest an dich drückst. | Es fließt durch dich hindurch, wenn du einen anderen Mund umarmst und fest an dich drückst. | |
| 5 | Es macht eine Verbindung zwischen dir und allem um dich herum. | Es macht eine Verbindung zwischen dir und allem um dich herum. | |
| 6 | Und wenn diese Verbindung da ist, dann ist das Gefühl überall. | Und wenn diese Verbindung da ist, dann ist das Gefühl überall. | |
| 7 | In dir hinein und um dich herum. | In dir hinein und um dich herum. | |
| 8 | Der Flick macht die Augen zu und seufzt. | Der Flick schließt die Augen und seufzt. | |
| 9 | Tief und zufrieden. | Tief und zufrieden. | |
| 10 | Und langsam wird das Licht vom Tag weicher und feiner. | Und langsam wird das Licht des Tages weicher und feiner. | |
| 11 | Die Sonne scheint nicht mehr hell, sondern wie durch einen Schleier durch. | Die Sonne scheint nicht mehr hell, sondern wie durch einen Schleier hindurch. | |
| 12 | Das Wassergeistli streckt seinen kleinen, fast durchsichtigen Finger aus, fliegt auf und stupst den Flick auf die Nase. | Das Wassergeistchen streckt seinen kleinen, fast durchsichtigen Finger aus, fliegt auf und stupst den Flick auf die Nase. | |
| 13 | Der Flick lächelt. | Der Flick lächelt. | |
| 14 | Es kitzelt ein bisschen. | Es kitzelt ein bisschen. | |
| 15 | Der Flick sitzt ab ins Gras neben den Fluss und das Wassergeistli bleibt bei ihm. | Der Flick setzt sich ins Gras neben den Fluss und das Wassergeistchen bleibt bei ihm. | |
| 16 | Ganz nah. | Ganz nah. | |
| 17 | Das Plätschern vom Wasser, der Wind, der dem Flick durch die Haare streicht. | Das Plätschern des Wassers, der Wind, der dem Flick durch die Haare streicht. | |
| 18 | All das macht den Flick müde. | All das macht den Flick müde. | |
| 19 | Er liegt ab und es ist, wie wenn der Fluss um ihn herum flösse. | Er liegt da und es ist, als ob der Fluss um ihn herum fließt. | |
| 20 | Weich, kühl und angenehm. | Weich, kühl und angenehm. | |
| 21 | So schön ist es zu liegen. | So schön ist es zu liegen. | |
| 22 | Wohlig und sicher. | Wohlig und sicher. | |
| 23 | Ganz allein und eben doch nicht. | Ganz allein und doch nicht. | |
| 24 | Um ihn herum das Wasser, die saftigen Pflanzen und die warm, weiche Erde. | Um ihn herum das Wasser, die saftigen Pflanzen und die warme, weiche Erde. | |
| 25 | Der Flick macht die Augen zu und gleich darauf runter hört er, wie das Wassergeistli nicht mehr allein ist. | Der Flick schließt die Augen und gleich darauf hört er, wie das Wassergeistchen nicht mehr allein ist. | |
| 26 | Gar nie allein gewesen ist. | Gar nie allein gewesen ist. | |
| 27 | Es tanzt auf seinem Stein und zusammen mit ganz vielen anderen Geistli und Wassertropfen gibt es dem Flick ein Konzert. | Es tanzt auf seinem Stein und zusammen mit ganz vielen anderen Geistchen und Wassertropfen gibt es dem Flick ein Konzert. | |
| 28 | Hell und klar, aber so liesslig, dass es für den Flick klingt wie ein Windspiel im Wasser. | Hell und klar, aber so leise, dass es für den Flick klingt wie ein Windspiel im Wasser. | |
| 29 | Der Flick schläft ein zu dieser wunderbaren Musik. | Der Flick schläft ein zu dieser wunderbaren Musik. | |
| 30 | Er atmet ein und aus. | Er atmet ein und aus. | |
| 31 | Ein und aus. | Ein und aus. | |
| 32 | Und er träumt. | Und er träumt. | |
| 33 | Er träumt, dass er selber ein bisschen zu Wasser wird. | Er träumt, dass er selbst ein bisschen zu Wasser wird. | |
| 34 | Niemand kann das Wasser aufhalten, wenn es fliesst. | Niemand kann das Wasser aufhalten, wenn es fließt. | |
| 35 | Es fliesst, so wie es will. | Es fließt, wie es will. | |
| 36 | Genau so, wie der Flick schläft, wenn er will und so viel er will. | Genau so, wie der Flick schläft, wenn er will und so viel er will. | |
| 37 | Umgeben von all den wunderbaren Wesen im Schlummerland. | Umgeben von all den wunderbaren Wesen im Schlummerland. | |
| 38 | Wesen, die einander beschützen und sich lassen teilhaben an ihren Melodien und Zaubersprüchen. | Wesen, die einander beschützen und sich an ihren Melodien und Zaubersprüchen teilhaben lassen. |
Teil 4/4
Quelle: Schlummerland — 10. Dezämber — Teil 4/4 — Teil 4 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Und alles isch, wie es isch im Schlummerland. | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | |
| 2 | De Flick schlaft tief und fest. | Der Junge schläft tief und fest. | |
| 3 | Unter ihm und über ihm isch alles weich und still. | Unter ihm und über ihm ist alles weich und still. | |
| 4 | Numme ganz es fins und langsams schnuufe chan mer no höre. | Nur ganz ein leises und langsames Schnaufen kann man noch hören. | |
| 5 | I und uus. | Ich und raus. |
Teil 1/4
Quelle: Schlummerland — 17. Dezämber — Teil 1/4 — Teil 1 vo 4 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis uf use Besuch ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch im Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liicht zum Iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht einzuschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d'Idee, em es paar Liechtli übers Bett z'hänke. | Sein Freund Flick hatte die Idee, ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d'Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der jetzt so bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir jetzt so bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Chunsch mit uf e chlini Reis uf use Besuch ins Schlummerland. | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch im Schlummerland. | |
| 8 | Hüt gaht's um d'Erde, um de Bode, wo mir druff läbed. | Heute geht es um die Erde, um den Boden, auf dem wir leben. | |
| 9 | De Bode und d'Erde, wo immer da sind und dich träge, wohi du au gasch. | Der Boden und die Erde, die immer da sind und dich tragen, wohin du auch gehst. | |
| 10 | Also, denn machst der jetzt so bequem, wie du nume chasch. | Also, dann machst du es dir jetzt so bequem, wie du nur kannst. | |
| 11 | Und denn machst dini Auge zu. | Und dann machst du deine Augen zu. | |
| 12 | De Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wenn du d'Auge zuhast. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen zu hast. | |
| 13 | Und jetzt chasch der vorstelle, dass irgendwo da in deiner Nähe e Türe gsehsch. | Und jetzt kannst du dir vorstellen, dass irgendwo da in deiner Nähe eine Tür siehst. | |
| 14 | E Türe mit ere Türfalle. | Eine Tür mit einer Türfalle. | |
| 15 | Drück jetzt die Türfalle ufe und gang dur Türe dur. | Drücke jetzt die Türfalle nach oben und gehe durch die Tür. | |
| 16 | Und scho bisch da, im schönschte Land, wo's git. | Und schon bist du da, im schönsten Land, das es gibt. | |
| 17 | Im Schlummerland. | Im Schlummerland. | |
| 18 | Das Schlummerland isch es magisches Land. | Das Schlummerland ist ein magisches Land. | |
| 19 | En versteckte Ort ohne Grenze, wo wie bi ois am Morge d'Sunne uf und am Abig undergoht. | Ein versteckter Ort ohne Grenzen, wo wie bei uns am Morgen die Sonne aufgeht und am Abend untergeht. | |
| 20 | De Bewohnerinne und de Bewohner vo dem Land schlafed, wännd sie müed sind und wachet erst uf, wännd sie usgschlafe sind. | Die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes schlafen, wenn sie müde sind und wachen erst auf, wenn sie ausgeschlafen sind. | |
| 21 | Sie schlafed gern, d'Wese, wo in dem Land wonet. | Sie schlafen gerne, die Wesen, die in diesem Land wohnen. | |
| 22 | Sobals es dunkel wird im Schlummerland, legt sich e warme, dunkelblaue Decke über alles. | Sobald es dunkel wird im Schlummerland, legt sich eine warme, dunkelblaue Decke über alles. | |
| 23 | Es isch denn weich und still und numme mängmal ghört mer s'tiefe Brummen vo de Erde, wo im Schlummerland eben au e Stimm het. | Es ist dann weich und still und nur manchmal hört man das tiefe Brummen der Erde, die im Schlummerland eben auch eine Stimme hat. | |
| 24 | Es isch es Land vo de Wunder. | Es ist ein Land der Wunder. | |
| 25 | De Himmel isch an de eine Ort breit und ganz weit oben. | Der Himmel ist an einem Ort breit und ganz weit oben. | |
| 26 | Denn wieder het mer fast d'Gfühl, mer chönne aare, so weich und nöch chömed eim die wisse, freundliche Wulche. | Dann hat man wieder fast das Gefühl, man könnte fliegen, so weich und dann kommen einem die wissenden, freundlichen Wolken entgegen. | |
| 27 | In dem Land gits en Hufe Pflanze. | In diesem Land gibt es viele Pflanzen. | |
| 28 | Grosse grüni mit riesige Blätter und chline weiche mosige, wo farbige Blüemli träge. | Große grüne mit riesigen Blättern und kleine weiche Moosige, die farbige Blümchen tragen. | |
| 29 | De Pflanze im Schlummerland sind eifach da und wachese de, wo sie wend. | Die Pflanzen im Schlummerland sind einfach da und wachsen dort, wo sie wollen. | |
| 30 | Und jede, wo au im Schlummerland woont, der ladet sie de wachese, wo sie wend. | Und jede, die auch im Schlummerland wohnt, lädt sie zum Wachsen ein, wo sie wollen. | |
| 31 | Es chund vor, dass e Pflanze i einem Teil vom Schlummerland im Bode wachst und de Wurzle lang dür de Bode wandert, bis sie schliesslich a mänä andere Ort vom Schlummerland wider us em Bode spriesst. | Es kommt vor, dass eine Pflanze in einem Teil des Schlummerlandes im Boden wächst und die Wurzeln lange durch den Boden wandern, bis sie schließlich an einem anderen Ort des Schlummerlandes wieder aus dem Boden sprießen. | |
| 32 | Aber es git au Wese im Schlummerland, wo wie mir uf zwei Bei günd. | Aber es gibt auch Wesen im Schlummerland, die wie wir auf zwei Beinen gehen. | |
| 33 | Die Wese, die säged sich Munz. | Die Wesen, die nennen sich Munz. | |
| 34 | Wie mir händ Munz Haar an ihrem Körper, an ihren Bei und Ärme und au uf ihrem Kopf. | Wie wir haben Munz Haare an ihrem Körper, an ihren Beinen und Armen und auch auf ihrem Kopf. | |
| 35 | Die Haar chönd id de verschiedigste Farbe schimmere, blau und orange und rosarot. | Die Haare können in den verschiedensten Farben schimmern, blau und orange und rosarot. | |
| 36 | Im Gegensatz zu ois chönne es einzelns Wese tausig verschidnig Haarfarbe ha. | Im Gegensatz zu uns können einzelne Wesen tausend verschiedene Haarfarben haben. | |
| 37 | Es chund also vor, dass d'Haar an de Bei dunkelblau, violett und wienrot sind, die an de Ärme bruun, pink und hellgrün und die ufem Kopf alle Farbe vom Regenbogen hend. | Es kommt also vor, dass die Haare an den Beinen dunkelblau, violett und weinrot sind, die an den Armen braun, pink und hellgrün und die auf dem Kopf alle Farben des Regenbogens haben. | |
| 38 | D'Munz sind verschide gross, aber bis jetzt isch no nie eine gseh worde, wo grösser isch als es chises Mönschekind. | Die Munz sind verschieden groß, aber bis jetzt ist noch nie eine gesehen worden, die größer ist als ein kleines Menschenkind. | |
| 39 | Mängmal hend d'Munz trotz ihre viele Haar am Körper au Chleider a. | Manchmal haben die Munz trotz ihrer vielen Haare am Körper auch Kleider an. | |
| 40 | Meistens aber nöd. | Meistens aber nicht. | |
| 41 | Und niemert vo de anderne Munz findt's komisch, wännd eine vo ihne plötzlich ohne Chleider dervocho. | Und niemand von den anderen Munz findet es komisch, wenn eine von ihnen plötzlich ohne Kleider dasteht. | |
| 42 | Jede gseht si. | Jede sieht sich. |
Teil 2/4
Quelle: Schlummerland — 17. Dezämber — Teil 2/4 — Teil 2 vo 4 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Wann en Muns kreiltu statt, öppis aolzlegge. | Wenn ein Muns kreilt, statt etwas abzulegen. | |
| 2 | D' Muns sind alli miteinander verwandt. | Die Muns sind alle miteinander verwandt. | |
| 3 | Alli sind Brüder und Schwöster, Müter oder Väter. | Alle sind Brüder und Schwestern, Mütter oder Väter. | |
| 4 | D'Muns wüsded nöd genau, wer ihri Mami isch und wer ihri Papi. | Die Muns wissen nicht genau, wer ihre Mama ist und wer ihr Papa. | |
| 5 | Und so sind alli füreinander Müter und Väter und Brüder und Schwöster. | Und so sind alle füreinander Mütter und Väter und Brüder und Schwestern. | |
| 6 | Alli händ-einander gern und alli louget ufenand. | Alle haben einander gern und alle schauen aufeinander. | |
| 7 | Esou gits im Schlummerland au nieamert, wo sich alleiget glah fühlt. | So gibt es im Schlummerland auch niemanden, der sich alleine fühlt. | |
| 8 | Oh, da chunt grad einer. | Oh, da kommt gerade einer. | |
| 9 | En Muns. | Ein Muns. | |
| 10 | Er heisst Flick. | Er heißt Flick. | |
| 11 | Au d'Muns händ Name, wie du und ich. | Auch die Muns haben Namen, wie du und ich. | |
| 12 | Aber anders als bei eus gäbed sie sich ihri Name selber. | Aber anders als bei uns geben sie sich ihren Namen selbst. | |
| 13 | Und es chan si, dass sie am Afang vo ihrem Läbe anders heissted als am Schluss. | Und es kann sein, dass sie am Anfang ihres Lebens anders hießen als am Schluss. | |
| 14 | Will, wänn en Muns kei Lust mehr hed uf sin Name, denn leitert er ihn einfach ab, wie es paar alte, klini oder kaputti Schuhe. | Denn, wenn ein Muns keine Lust mehr hat auf seinen Namen, dann leitet er ihn einfach ab, wie ein paar alte, kleine oder kaputte Schuhe. | |
| 15 | Und denn, denn sucht er sich eifach en neie Name. | Und dann sucht er sich einfach einen neuen Namen. | |
| 16 | Bi de Muns im Schlummerland wundret sich da drüber nieamert. | Bei den Muns im Schlummerland wundert sich darüber niemand. | |
| 17 | De Flicks amol het gfunden, Flick, das passt irgendwie zu ihm. | Der Flick hat einmal gefunden, Flick, das passt irgendwie zu ihm. | |
| 18 | Zumindest für de Moment. | Zumindest für den Moment. | |
| 19 | Er hedge hellblaui Haar mit gale Strähnli drinn. | Er hat hellblaue Haare mit gelben Strähnchen drin. | |
| 20 | Si wachsed dick us sim Kopf und falled emu sine Schulter. | Sie wachsen dick aus seinem Kopf und fallen ihm über die Schulter. | |
| 21 | Er hedge hütt e grüeni Latzhose a und zueg nüüt. | Er hat heute eine grüne Latzhose an und sonst nichts. | |
| 22 | D'Latzhose isch us weichem Stoff, so bequem wie ne weichi, grossi Decke. | Die Latzhose ist aus weichem Stoff, so bequem wie eine weiche, große Decke. | |
| 23 | Einfach in de Form von ere Hose. | Einfach in der Form von einer Hose. | |
| 24 | De Flick lauft gern dür Schlummerland. | Der Flick läuft gerne durch das Schlummerland. | |
| 25 | Au wänn er gar nüüt vorhät. | Auch wenn er gar nichts vorhat. | |
| 26 | Ab und zu bsuecht er öpper. | Ab und zu besucht er jemanden. | |
| 27 | En Brüeder, e Schwöster, en Vater oder e Mueter. | Einen Bruder, eine Schwester, einen Vater oder eine Mutter. | |
| 28 | Die eine wone deiser Nähe und die andere e chli witer weg. | Die eine wohnen in dieser Nähe und die andere ein bisschen weiter weg. | |
| 29 | Anene andere Ort vom Schlummerland. | An einem anderen Ort vom Schlummerland. | |
| 30 | Wänn de Flick luscht hed öpper z'bsueche, denn macht er das. | Wenn der Flick Lust hat, jemanden zu besuchen, dann macht er das. | |
| 31 | Muns gönd eifach verbi, wänn sie öpper wännt gseh und freued sich, wemm de ander Muns umme isch. | Muns gehen einfach vorbei, wenn sie jemanden sehen und freuen sich, wenn der andere Muns umher ist. | |
| 32 | Und eigentlich isch de ander Muns immer umme. | Und eigentlich ist der andere Muns immer umher. | |
| 33 | Es isch fast, as ob sie gspüre würdet, wänn sie Bsuech überchöme. | Es ist fast, als ob sie spüren würden, wenn sie Besuch bekommen. | |
| 34 | De Flick lauft also dür Schlummerland, ohne genau z'bisse, wo er landet. | Der Flick läuft also durch das Schlummerland, ohne genau zu wissen, wo er landet. | |
| 35 | Und wenn er trifft. | Und wenn er trifft. | |
| 36 | Er streift durchs Pflanzereich i sim grüene Latzhose, durchs dicht bewachsnege, grünweiche Schlummerland und staunt ab sinere Schönheit. | Er streift durch das Pflanzenreich in seiner grünen Latzhose, durch das dicht bewachsene, grünweiche Schlummerland und staunt über seine Schönheit. | |
| 37 | De Wind biegt fein die zarte Äste vo de Strüch, wo voller rosaroter Beeri und tiefblaue Chriesi sind. | Der Wind biegt sanft die zarten Äste der Sträucher, die voller rosaroter Beeren und tiefblauen Kirschen sind. | |
| 38 | Ja, d' Frücht hend mängmal ebe andere Farbe im Schlummerland wie bi uns. | Ja, die Früchte haben manchmal eben andere Farben im Schlummerland als bei uns. | |
| 39 | De Flick lauft hütt nöd allei. | Der Flick läuft heute nicht allein. | |
| 40 | Mit ihm am Spazieren isch es herzigs Tierli, wo e chli ussieht wie en Maulwurf. | Mit ihm beim Spazieren ist ein herziges Tierchen, das ein bisschen aussieht wie ein Maulwurf. | |
| 41 | Es hed es langes, rosarotes Schnöuzli und glänzigs Braunsfell. | Es hat ein langes, rosarotes Schnäuzchen und glänzendes Braunfell. | |
| 42 | Und sie isch ziemlich chli. | Und sie ist ziemlich klein. | |
| 43 | Grad eso gross und schwer, dass es im Flicks inere Hand Platz hed. | Gerade so groß und schwer, dass es in Flicks innerer Hand Platz hat. | |
| 44 | S'Tierli lasset sich aber nöd träge, sondern lauft nebst em Flick her, i chline Schritt und sehr langsam. | Das Tierchen lässt sich aber nicht tragen, sondern läuft neben Flick her, in kleinen Schritten und sehr langsam. | |
| 45 | Das isch em Flick recht so. | Das ist Flick recht so. | |
| 46 | Er hed's nöd bresant, muss niene sie und niene hinne. | Er hat's nicht eilig, muss nie vor und nie hinterher. | |
| 47 | Esou spaziereds nebeneinander her, die zwei. | So spazieren sie nebeneinander her, die zwei. | |
| 48 | De Flick und de Maulwurf und d'Schritt vom Flick sind licht und fettered ufem mosige, grüne Boden. | Der Flick und der Maulwurf und die Schritte von Flick sind leicht und federnd auf dem moosigen, grünen Boden. | |
| 49 | Langsam wirds Sunneliicht, wo durch de Blätterwald um de Flick scheint, e chli finer. | Langsam wird's Sonnenlicht, das durch den Blätterwald um Flick scheint, ein bisschen feiner. | |
| 50 | De Tag isch scho bald verbi. | Der Tag ist schon bald vorbei. | |
| 51 | Wie lang de Flick esou lauft, das weiss er nöd. | Wie lange der Flick so läuft, das weiß er nicht. | |
| 52 | Aber je länger er sine Füess ufem Waldboden absetzt und wieder ahebt, absetzt und wieder ahebt, desto mehr ghört der Schritt. | Aber je länger er seine Füße auf dem Waldboden absetzt und wieder anhebt, absetzt und wieder anhebt, desto mehr hört man den Schritt. |
Teil 3/4
Quelle: Schlummerland — 17. Dezämber — Teil 3/4 — Teil 3 vo 4 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit auf e chlini Reis is Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z'hänge. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Vo brumt, ganz tief und wohlig. | Es brummt, ganz tief und wohlig. | |
| 8 | Was sie echt zverzellet het d Erde? | Was erzählt die Erde wirklich? | |
| 9 | Vielleicht es Lied, e Gschicht, oder isch es würklich eifach nume das lange, tiefe Brumme? | Vielleicht ein Lied, eine Geschichte, oder ist es wirklich einfach nur das lange, tiefe Brummen? | |
| 10 | Du, Muulwurf, sag, was meinsch, was verzellt d Erde? | Du, Maulwurf, sag, was meinst du, was erzählt die Erde? | |
| 11 | Fregt de Flick sin Begleiter. | Fragt der Flick seinen Begleiter. | |
| 12 | Er hat sich überleigt, dass de Muulwurf ja unter de Erde wohnt und sicher guet Bescheid weiss über ihre Geheimnis. | Er hat sich überlegt, dass der Maulwurf ja unter der Erde wohnt und sicher gut Bescheid weiß über ihre Geheimnisse. | |
| 13 | De Muulwurf luegt de Flick mit sine dunkle Knopfauge a. | Der Maulwurf schaut den Flick mit seinen dunklen Knopfaugen an. | |
| 14 | Ja, was soll ich dir da säge, Flick? | Ja, was soll ich dir da sagen, Flick? | |
| 15 | Am eifachste isch, du findsch selber use, was d Erde verzellt. | Am einfachsten ist, du findest selbst heraus, was die Erde erzählt. | |
| 16 | Aber wie mach ich denn das, Muulwurf? | Aber wie mache ich das denn, Maulwurf? | |
| 17 | Fregt de Flick. | Fragt der Flick. | |
| 18 | Das isch nöd schwer, seit der. | Das ist nicht schwer, seitdem. | |
| 19 | Du musst er eifach gnueg lang und sehr guet zuhlose. | Du musst einfach genug lange und sehr gut zuhören. | |
| 20 | Das isch e gueti Idee, findet de Flick. | Das ist eine gute Idee, findet der Flick. | |
| 21 | Er haltet drum an und macht sini Auge z. | Er hält darum an und macht seine Augen zu. | |
| 22 | Es brumt vo une ufe, vo unter sine Füess, und scho im Steh hat de Flicks Gfühl, er ghöri öpis vo dem, wo d Erde verzellt. | Es brummt von unten hoch, von unter seinen Füßen, und schon im Stehen hat der Flick das Gefühl, er gehört etwas von dem, was die Erde erzählt. | |
| 23 | Wie wärs denn erst, wenn er sis Ohr ganz näch zum Bode würd bringe? | Wie wäre es denn erst, wenn er sein Ohr ganz nah zum Boden bringen würde? | |
| 24 | Und wil d Muns es Wölkle sind, wo macht, was es wott, wenns es wott, ligt de Flick a Ort und Stell ab. | Und weil die Mücken Wolken sind, die machen, was sie wollen, wenn sie wollen, liegt der Flick an Ort und Stelle ab. | |
| 25 | Er kuschlet sich in e Mulde vo weichem Moos und über ihm hat es en grosse Struch mit violette Blümli, wo i lange Fade überm Flicks sin Schlafplatz hangt. | Er kuschelt sich in eine Mulde von weichem Moos und über ihm hat es einen großen Strauch mit violetten Blümchen, die in langen Fäden über Flicks Schlafplatz hängen. | |
| 26 | De Flick legt sis Ohr uf s Moos, uf d Erde, uf s warme Laub und losert. | Der Flick legt sein Ohr auf das Moos, auf die Erde, auf das warme Laub und lauscht. | |
| 27 | Und d Erde verzellt dem Flick sini Gschichte und Gedanke und er fängt a, z verstoh. | Und die Erde erzählt dem Flick ihre Geschichten und Gedanken und er fängt an, zu verstehen. | |
| 28 | Er verstohs nöd, wie mer e Sprach verstoh, sondern mehr uf die Art, wie mer merkt, dass einem öpper gern het oder dass mer öpper denn umarme möchte. | Er versteht es nicht, wie man eine Sprache versteht, sondern mehr auf die Art, wie man merkt, dass jemand einen gern hat oder dass man jemanden umarmen möchte. | |
| 29 | Au das Gfühl lädt sich nöd in e Sprach überzsetze, und genau so isch es mit dem Brummen vo de Erde. | Auch das Gefühl lässt sich nicht in eine Sprache übersetzen, und genau so ist es mit dem Brummen der Erde. | |
| 30 | D Erde verzellt vo de Ziit, wo es im Schlummerland no kei Muns gehat, und sie vertraut dem Flick a, wie fest, dass sie sich freut, dass jetzt so viel Lebe uf ihr isch. | Die Erde erzählt von der Zeit, als es im Schlummerland noch keine Mücken gab, und sie vertraut dem Flick so sehr, dass sie sich freut, dass jetzt so viel Leben auf ihr ist. | |
| 31 | Si verzellt, wie schön das es für sie isch, wenn öpper sich Ziit nimmt und ihr zulaus. | Sie erzählt, wie schön es für sie ist, wenn jemand sich Zeit nimmt und ihr zuhört. | |
| 32 | Und sie verratet dem Flick, dass sie es sehr gern hett, wenn mer ihrer Nähe isch und sie berührt. | Und sie verrät dem Flick, dass sie es sehr gern hätte, wenn man in ihrer Nähe ist und sie berührt. | |
| 33 | De Flick legt drum sini Hand uf de warme Bode und wie ne Chatz, wo schnurrt, wenn mer sie streichelt, brumt d Erde. | Der Flick legt darum seine Hand auf den warmen Boden und wie eine Katze, die schnurrt, wenn man sie streichelt, brummt die Erde. | |
| 34 | Tief und buchig. | Tief und beruhigend. | |
| 35 | De chline Muulwurf ligt nebe dem Flick in d Mulde und het sin Bauch und sin ganze Körper au uf de Bode glegt. | Der kleine Maulwurf liegt neben dem Flick in der Mulde und hat seinen Bauch und seinen ganzen Körper auch auf den Boden gelegt. | |
| 36 | Er schmiegt sin farme, weiche Fellkörper am Flicks sin Rucke. | Er schmiegt seinen warmen, weichen Fellkörper an Flicks Rücken. | |
| 37 | Au de Muulwurf schnuufet ganz zfriede. | Auch der Maulwurf schnauft ganz zufrieden. |
Teil 4/4
Quelle: Schlummerland — 17. Dezämber — Teil 4/4 — Teil 4 vo 4 (~4 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | De Flick ladt sich tiefer in weiche Bode gäh. | Der Junge lässt sich tiefer in weichen Boden gehen. | |
| 2 | Er gspürt sini Füess, wo grad no hätne muesse stehn, und sini Bei, wo jetzt mit ihrem ganze Gewicht wie warmer Honig in Bode fliesse. | Er spürt seine Füße, die gerade noch hätten stehen müssen, und seine Beine, die jetzt mit ihrem ganzen Gewicht wie warmer Honig in den Boden fließen. | |
| 3 | Au sin Oberchörper isch jetzt schwer am Rücken und leicht in seiner Brust. | Auch sein Oberkörper ist jetzt schwer am Rücken und leicht in seiner Brust. | |
| 4 | Er schnuufet tief i und sin Bauch hebt sich debi ganz sanft. | Er schnauft tief ein und sein Bauch hebt sich dabei ganz sanft. | |
| 5 | Beim Uschnuufe hört er s fine Güsch, wo siner Nase chund, und es isch es bitzli so, als würd er mitsinge mit der Erde. | Beim Ausatmen hört er das feine Geräusch, das seiner Nase kommt, und es ist ein bisschen so, als würde er mitsingen mit der Erde. | |
| 6 | Sini Auge sind zu, fäderlicht lieget sie sim Gesicht. | Seine Augen sind zu, federleicht liegen sie in seinem Gesicht. | |
| 7 | De Muhlwurf schnuuft und d Erde singt, will d Erde het im Schlummerland au e Stimme. | Der Maulwurf schnauft und die Erde singt, denn die Erde hat im Schlummerland auch eine Stimme. | |
| 8 | De Wind isch lau warm und schmückt nach frische Blüte. | Der Wind ist lauwarm und duftet nach frischen Blüten. | |
| 9 | Zwiig mit de violete Blüemli überem Flick streichelt ihn sanft in Schlaf. | Zweige mit den violetten Blümchen über dem Jungen streicheln ihn sanft in den Schlaf. | |
| 10 | Und de Flick, der schnuufet i und wieder us. | Und der Junge, der schnauft ein und wieder aus. | |
| 11 | Und d Erde summt und Wieglet de Flick langsam in en wunderbare, tiefe, warme Schlaf. | Und die Erde summt und wiegt den Jungen langsam in einen wunderbaren, tiefen, warmen Schlaf. | |
| 12 | Und alles isch, wie es isch im Schlummerland. | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | |
| 13 | De Flick schlaft tief und fest. | Der Junge schläft tief und fest. | |
| 14 | Under ihm und über ihm isch alles weich und still und nume ganz es fines und langsams Schnuufe cha mer no ghöre. | Unter ihm und über ihm ist alles weich und still und nur ganz ein feines und langsames Schnaufen kann man noch hören. | |
| 15 | I und us. | Ein und aus. | |
| 16 | I und us. | Ein und aus. | |
| 17 | I und us. | Ein und aus. |
Teil 1/3
Quelle: Schlummerland — 24. Dezämber — Teil 1/3 — Teil 1 vo 3 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis is Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Chunsch mit uf e chlini Reis? | Kommst du mit auf eine kleine Reise? | |
| 8 | Uf e Bsuech is Schlummerland? | Auf einen Besuch im Schlummerland? | |
| 9 | Hüt gaht's drum, dass mir alli ganz tief i eusine ämär wüssed, was richtig für eus isch. | Heute geht es darum, dass wir alle ganz tief in unserem Inneren wissen, was richtig für uns ist. | |
| 10 | Mir wend usefinde, wie mer die fini, gschiidi Stimm i eusine chönd ghöre und wie mer ihre chönd zuhlose. | Wir wollen herausfinden, wie wir die feine, geschmeidige Stimme in uns hören können und wie wir ihr zuhören können. | |
| 11 | Also, denn machs der jetzt so bequem, wie'd nume chasch. | Also, dann mach es dir jetzt so bequem, wie du nur kannst. | |
| 12 | Und denn machsch dini Auge zue. | Und dann machst du deine Augen zu. | |
| 13 | De Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wenn du d Auge zuehesch. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen schließt. | |
| 14 | Und jetzt chasch der vorstelle, dass irgendwo da i diner Nähe e Türe gsehsch. | Und jetzt kannst du dir vorstellen, dass irgendwo da in deiner Nähe eine Tür siehst. | |
| 15 | E Türe mit ere Türfalle. | Eine Tür mit einem Türgriff. | |
| 16 | Drück jetzt die Türfalle abe und gang dur d Türe dure. | Drück jetzt den Türgriff herunter und geh durch die Tür. | |
| 17 | Und scho bisch da, im schönschte Land, wo's git, im Schlummerland. | Und schon bist du da, im schönsten Land, das es gibt, im Schlummerland. | |
| 18 | Schlummerland ligt unteremne hellblauen Himmel, wo vol isch mit chline, weiche Wulche, wo chli usgsehnd wie ne unendlich grossi Schafherde. | Das Schlummerland liegt unter einem hellblauen Himmel, der voll ist mit kleinen, weichen Wolken, die ein bisschen aussehen wie eine unendlich große Schafherde. | |
| 19 | D Wulche züend im Schlummerland langsam und imene wite Boge über de Himmel und mängmal löst sich es Wüchli uuf, wird dünn, fast durchsichtig und verschwindet denn ganz. | Die Wolken ziehen im Schlummerland langsam und in einem weiten Bogen über den Himmel und manchmal löst sich ein Wolkenteil auf, wird dünn, fast durchsichtig und verschwindet dann ganz. | |
| 20 | Und mängmal entsteht wie usm Nüt e neus Wüchli, fast wie wenn öper sich würde zuentscheide, dass da, a dem Fleck vom Himmel, no es Wüchli hängechörte. | Und manchmal entsteht aus dem Nichts eine neue Wolke, fast so, als würde jemand entscheiden, dass dort, an diesem Fleck des Himmels, noch eine Wolke hingehörte. | |
| 21 | Im Schlummerland lebed au d Muns. | Im Schlummerland leben auch die Muns. | |
| 22 | Das sind Wese, öpper so gross wie es chleines Menschenchind und mit emene weiche Fell us farbige Haare. | Das sind Wesen, etwa so groß wie ein kleines Menschenkind und mit einem weichen Fell aus farbigen Haaren. | |
| 23 | Jede Muns het es andersfarbigs Fell und d Farbe chönd sie wechsle, je nachdem, uf was sie grad Lust händ. | Jede Muns hat ein andersfarbiges Fell und die Farbe können sie wechseln, je nachdem, auf was sie gerade Lust haben. | |
| 24 | Ganz eso wie du am Morgen d Farbe vo dim Pulli chas uswähle, eso chönd d Muns jede Tag d Farbe vo ihrem Fell bestimme. | Ganz so wie du am Morgen die Farbe deines Pullis auswählen kannst, so können die Muns jeden Tag die Farbe ihres Fells bestimmen. | |
| 25 | Und sie chönd nöd nume ein Farbe ne für ihres Fellgwand, sondern au mal alli Farbe vom Regenbogen ufs Mal, wenns wend. | Und sie können nicht nur eine Farbe für ihr Fellgewand wählen, sondern auch mal alle Farben des Regenbogens auf einmal, wenn sie wollen. | |
| 26 | Di eine Muns im Schlummerland wohnet alei. | Die eine Muns im Schlummerland wohnt allein. | |
| 27 | Es git aber au söttig, wo mit Fründinne wohnet, oder mit Gschwüschterte, oder mit Grosseltern und Eltere. | Es gibt aber auch solche, die mit Freundinnen wohnen, oder mit Geschwistern, oder mit Großeltern und Eltern. | |
| 28 | Bi de Muns isch es ebe so, dass alli denand chenne und sich gern händ und dass sie jede Tag uf s neue chönne luege, mit wem sie gern möchtet Zyt verbringe. | Bei den Muns ist es eben so, dass alle einander kennen und sich gerne haben und dass sie jeden Tag aufs Neue schauen können, mit wem sie gerne Zeit verbringen möchten. | |
| 29 | Ja, d Muns, die mache ziemlich viel, eifach wils Gfühl händ, dass das jetzt genau so richtig für sie isch. | Ja, die Muns, die machen ziemlich viel, einfach weil sie das Gefühl haben, dass das jetzt genau so richtig für sie ist. | |
| 30 | Eine vo dene Muns isch de Flick. | Eine von diesen Muns ist der Flick. | |
| 31 | De Flick ligt i sim grüene, gmütlige Pflanzezimmer und lüched use i d Abigsunne, wo warm us sihs Dahei schiint. | Der Flick liegt in seinem grünen, gemütlichen Pflanzenzimmer und schaut hinaus in die Abendsonne, die warm aus seinem Zuhause scheint. | |
| 32 | De Flick wohnt ebe i einem Huus, wo eigentli nur es Bett isch. | Der Flick wohnt eben in einem Haus, das eigentlich nur ein Bett ist. | |
| 33 | Es isch Kugelrund us Pflanze und Äst und schwebt ganz wenig über em Bode. | Es ist kugelrund aus Pflanzen und Ästen und schwebt ganz wenig über dem Boden. | |
| 34 | Es isch en Art grosse Pflanzekugle mit soone runde Iigang. | Es ist eine Art große Pflanzenkugel mit so einem runden Eingang. | |
| 35 | Innedrin isch sie uspolstert mit Blätter und weichem Moos. | Innen ist sie gepolstert mit Blättern und weichem Moos. | |
| 36 | Es het aber au Küssi und Deckene. | Es hat aber auch Kissen und Decken. | |
| 37 | Richtig bequem. | Richtig bequem. | |
| 38 | De Flick lügt a Decke vo seiner Pflanzekugle und überleit, ob er jetzt eifach da wird iepfuse oder ob er doch no en Abigspaziergang soll mache, dur Schlummerland. | Der Flick liegt auf der Decke seiner Pflanzenkugel und überlegt, ob er jetzt einfach da bleiben oder ob er doch noch einen Abendspaziergang durch das Schlummerland machen soll. | |
| 39 | Beides isch schön. | Beides ist schön. | |
| 40 | De Flick muess nur no gspüre, uf was er mehr Lust het hüt. | Der Flick muss nur noch spüren, auf was er mehr Lust hat heute. | |
| 41 | Für das macht er sini Auge zue und luset. | Für das macht er seine Augen zu und lauscht. | |
| 42 | Er luset nöd uf die Sache, wo um ihn ume töned, sondern uf sin Schnufe. | Er lauscht nicht auf die Dinge, die um ihn herum tönen, sondern auf seinen Atem. | |
| 43 | De Flick merkt, je länger er sich zuhloset, desto langsamer und tiefer wird sis Iig. | Der Flick merkt, je länger er sich zuhört, desto langsamer und tiefer wird sein Atem. |
Teil 2/3
Quelle: Schlummerland — 24. Dezämber — Teil 2/3 — Teil 2 vo 3 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Und sein Ausatmen. | Und sein Ausatmen. | |
| 2 | Und dann merkt der Flick, dass da nicht nur das schnaufige Geräusch in ihm drin ist, sondern auch ein Gefühl. | Und dann merkt der Flick, dass da nicht nur das schnaufende Geräusch in ihm drin ist, sondern auch ein Gefühl. | |
| 3 | Er denkt an jemanden, den er gerne hat, und an jemanden, der ihn gerne hat. | Er denkt an jemanden, den er gern hat, und an jemanden, der ihn gern hat. | |
| 4 | Und in seinem Bauch wird es ganz warm und wohlig, wie wenn ein warmes, weiches Kissen auf ihm oben liegt. | Und in seinem Bauch wird es ganz warm und wohlig, wie wenn ein warmes, weiches Kissen auf ihm liegt. | |
| 5 | Der Flick spürt es. | Der Flick spürt es. | |
| 6 | Er hat Lust, um noch ein paar Schritte zu gehen im Schlummerland. | Er hat Lust, noch ein paar Schritte im Schlummerland zu gehen. | |
| 7 | Vielleicht begegnet er ja noch jemandem, denkt er. | Vielleicht begegnet er ja noch jemandem, denkt er. | |
| 8 | Einem anderen Moos oder vielleicht einem Tier. | Einem anderen Moos oder vielleicht einem Tier. | |
| 9 | Und dann kann er das noch ein bisschen streicheln oder sich von diesem Tier streicheln lassen. | Und dann kann er das noch ein bisschen streicheln oder sich von diesem Tier streicheln lassen. | |
| 10 | Weil die Moos, die lassen sich natürlich selber auch sehr, sehr gerne streicheln. | Weil die Moose sich natürlich auch sehr, sehr gerne streicheln lassen. | |
| 11 | Und so kriecht der Flick aus seiner Pflanzenkugel und landet mit seinen haarigen Füssen auf dem federigen Boden. | Und so kriecht der Flick aus seiner Pflanzenkugel und landet mit seinen haarigen Füßen auf dem federigen Boden. | |
| 12 | Sonnenlicht beleuchtet den Boden von oben hinunter, aber auch von der Erde aus kommt eine Art Eschein, wo das Moos fast hellgrün strahlen lässt. | Sonnenlicht beleuchtet den Boden von oben, aber auch von der Erde aus kommt eine Art Schein, der das Moos fast hellgrün strahlen lässt. | |
| 13 | Immer noch ist es warm und hell, aber der Flick will leise sein und langsam laufen, weil er weiss, dass viele Wesen im Schlummerland schon schlafen oder langsam ins Bett gehen. | Immer noch ist es warm und hell, aber der Flick will leise sein und langsam laufen, weil er weiß, dass viele Wesen im Schlummerland schon schlafen oder langsam ins Bett gehen. | |
| 14 | Er sieht zum Beispiel auf einem Baum, oben in einem Nest, farbige, glitzerige Vögel, die ganz winzig klein sind und flauschige Federn haben. | Er sieht zum Beispiel auf einem Baum, oben in einem Nest, farbige, glitzernde Vögel, die ganz winzig klein sind und flauschige Federn haben. | |
| 15 | Die Vögel haben die Deckel von ihren Äugli schon zugetan, haben sich aneinander gekuschelt und schnarchen leise vor sich hin. | Die Vögel haben die Augenlider schon geschlossen, haben sich aneinander gekuschelt und schnarchen leise vor sich hin. | |
| 16 | Auch zwei silbrig glänzende Füchse sieht der Flick. | Auch zwei silbrig glänzende Füchse sieht der Flick. | |
| 17 | Sie laufen nebeneinander die letzten Schritte zu ihrem Bau unter einem Stein, wo sie drin verschwinden, um sich einrügeln und einfusen. | Sie laufen nebeneinander die letzten Schritte zu ihrem Bau unter einem Stein, wo sie verschwinden, um sich einzurollen und einzukuscheln. | |
| 18 | Der Flick geht seinen Weg weiter. | Der Flick geht seinen Weg weiter. | |
| 19 | Wo durch er geht, weiss er nicht, aber er weiss, dass er in sich drinnen eine Landkarte hat, die ihn wieder heimführt. | Wo er hindurchgeht, weiß er nicht, aber er weiß, dass er in sich drinnen eine Landkarte hat, die ihn wieder heimführt. | |
| 20 | Im Schlummerland ist es schwierig, sich einen Weg zu merken, weil jeden Tag sieht das Schlummerland ein bisschen anders aus. | Im Schlummerland ist es schwierig, sich einen Weg zu merken, weil das Schlummerland jeden Tag ein bisschen anders aussieht. | |
| 21 | Vom einen Tag auf den anderen können die Pflanzen und Blumen wachsen oder eine Wiese plötzlich so hoch sein, dass die Muns durch sie hindurchlaufen wie durch einen dicken grünen Vorhang. | Von einem Tag auf den anderen können die Pflanzen und Blumen wachsen oder eine Wiese plötzlich so hoch sein, dass die Mäuse durch sie hindurchlaufen wie durch einen dicken grünen Vorhang. | |
| 22 | Und weil man sich eben den Weg hier nicht so gut merken kann, tut der Flick sich auf sein Bauchgefühl verlassen, das Gefühl, das ihm sagt, wo es durchgeht, wo es ist, die Heimat ist. | Und weil man sich den Weg hier nicht so gut merken kann, verlässt sich der Flick auf sein Bauchgefühl, das Gefühl, das ihm sagt, wo es langgeht, wo die Heimat ist. | |
| 23 | Er ist sehr froh über diese feine Stimme, das Gefühl, das ihm den Weg zeigt. | Er ist sehr froh über diese feine Stimme, das Gefühl, das ihm den Weg zeigt. | |
| 24 | Es macht den Flick stark, weil dank dieser Stimme ist er nie alleine oder fühlt sich traurig, weil er weiss, dass alles, was er braucht, schon in ihm drin ist, ganz tief in ihm drin. | Es macht den Flick stark, denn dank dieser Stimme ist er nie allein oder fühlt sich traurig, weil er weiß, dass alles, was er braucht, schon tief in ihm drin ist. | |
| 25 | Auch die Pflanzen, merkt der Flick auf seinem Weg durch das Schlummerland, stellen sich auf die Nacht ein. | Auch die Pflanzen, merkt der Flick auf seinem Weg durch das Schlummerland, stellen sich auf die Nacht ein. | |
| 26 | Er sieht grosse gelbe Blüten, so gross wie Elefantenköpfe, die ihre Kelch langsam, ganz langsam schliessen, bis man von den grossen Blütenblättern nur noch die weinrote Aussenseite sieht. | Er sieht große gelbe Blüten, so groß wie Elefantenköpfe, die ihre Kelche langsam, ganz langsam schließen, bis man von den großen Blütenblättern nur noch die weinrote Außenseite sieht. | |
| 27 | Der Flick merkt auch da, wie wichtig es ist, zum leise zu sein, um niemanden um sich herum zu erschrecken. | Der Flick merkt auch da, wie wichtig es ist, leise zu sein, um niemanden um sich herum zu erschrecken. | |
| 28 | Und er fängt ganz fein an zu summen, sein Einschlaflied für Schlummerland. | Und er fängt ganz leise an zu summen, sein Einschlaflied für das Schlummerland. |
Teil 3/3
Quelle: Schlummerland — 24. Dezämber — Teil 3/3 — Teil 3 vo 3 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Au de Flick wird langsam schlöfrig. | Auch der Junge wird langsam schläfrig. | |
| 2 | Sini Schritt sind immer no licht, aber sini Bei und sini Füess sind e chli müeder, als woner losglofe isch. | Seine Schritte sind immer noch leicht, aber seine Beine und seine Füße sind ein bisschen müder, als wenn er losgelaufen ist. | |
| 3 | Und au sini Augedeckel bliibet immer länger dunte bim blinzle. | Und auch seine Augenlider bleiben immer länger unten beim Blinzeln. | |
| 4 | Au sis Schnuufe wird immer langsamer, bi jedem Schritt, wo er macht. | Auch sein Schnaufen wird immer langsamer, bei jedem Schritt, den er macht. | |
| 5 | Und jeder Schritt bringt de Flick nöcher wieder zu sim Dihei, zu siner Pflanzekugel, sim Zimmer und sim Bett. | Und jeder Schritt bringt den Jungen näher wieder zu seinem Zuhause, zu seiner Pflanzekugel, seinem Zimmer und seinem Bett. | |
| 6 | De Flick klettert über em grosse Stein, der isch no warm vo de Sunne, und fascht het er Lust, sich da kurz abzzlege. | Der Junge klettert über den großen Stein, der ist noch warm von der Sonne, und fast hat er Lust, sich da kurz abzulegen. | |
| 7 | Aber er freut sich au uf sis Bettli. | Aber er freut sich auch auf sein Bettchen. | |
| 8 | Druf, dass es de dunkel, aber nie feischter isch, wil d'Pflanze im Schlummerland schimmeret immer es bitzli heller als d'Nacht rundume. | Darauf, dass es dort dunkel, aber nie finster ist, weil die Pflanzen im Schlummerland immer ein bisschen heller schimmern als die Nacht rundherum. | |
| 9 | Vom Stein uus gseht de Flick de nächste Hügel und sini schwebendi Pflanzekugel, sis Dihei. | Vom Stein aus sieht der Junge den nächsten Hügel und seine schwebende Pflanzekugel, sein Zuhause. | |
| 10 | Müed und zfride lauft er de Hügel durab. | Müde und zufrieden läuft er den Hügel hinunter. | |
| 11 | D'Kugel bewegt sich es bitzli im lauwarme Wind, sie isch wie n Wiegeli, wo vom Wind aagew wird. | Die Kugel bewegt sich ein bisschen im lauwarmen Wind, sie ist wie ein Wiegelchen, das vom Wind angehoben wird. | |
| 12 | Wunner bi sim Pflanzenzimmer achond gseht er, wie sich es chliises Tierli uf eim vo sine Küssei eikuschelt het. | Wunder bei seinem Pflanzenzimmer sieht er, wie sich ein kleines Tierchen auf einem seiner Kissen eingekuschelt hat. | |
| 13 | Es gseht e chli us wie nes Hässli, aber es het lange, weiche Ohre, wo es um sim Körper wickle, wie ne Decke. | Es sieht ein bisschen aus wie ein Häschen, aber es hat lange, weiche Ohren, die es um seinen Körper wickelt, wie eine Decke. | |
| 14 | Sis Fell isch ganz schwarz, weich und glänzig. | Sein Fell ist ganz schwarz, weich und glänzend. | |
| 15 | Es het Auge zue und lange, goldige Wimpern. | Es hat die Augen zu und lange, goldene Wimpern. | |
| 16 | Wo de Flick i sini Kugel schrycht, gspürt er, was vo dem Tier für e Wärme uusgait und wie fein das es schmöckt, nach warmer Milch irgendwie und nach Wald. | Als der Junge in seiner Kugel schlüpft, spürt er, was von dem Tier für eine Wärme ausgeht und wie fein es riecht, nach warmer Milch irgendwie und nach Wald. | |
| 17 | De Flick gspürt, dass ihm das Tierli nie öpis chönntsleid tue und er leidt sin Kopf nebed sini weiche Fell. | Der Junge spürt, dass ihm das Tierchen nie etwas zuleide tun könnte und er legt seinen Kopf neben sein weiches Fell. | |
| 18 | S Tierli süfzget lislig und chrugelt sich no chli meh i i di weiche Küssei und de Flick schnuufe de Geruch i, wo vo dem Tier uusgait. | Das Tierchen seufzt leise und krümelt sich noch ein bisschen mehr in das weiche Kissen und der Junge schnuppert den Geruch ein, der von dem Tier ausgeht. | |
| 19 | Wider lost de Flick i sich inne uf sis Herz, wo schlaat. | Wieder lauscht der Junge in sich hinein auf sein Herz, das schlägt. | |
| 20 | Und wider ghört er sin eige Schnuuf, wo inegaht bis in Bauch. | Und wieder hört er sein eigenes Schnaufen, das eingeht bis in den Bauch. | |
| 21 | Und us sim Körper use bim Uschnuufe. | Und aus seinem Körper heraus beim Ausatmen. | |
| 22 | Und er gspürt das Gfühl, wo keis Geräusch isch, sondern e Freud i ihm inne. | Und er spürt das Gefühl, das kein Geräusch ist, sondern eine Freude in ihm drin. | |
| 23 | E Freud, dass er da isch, in dem wunderschöne Land, i sim gmietliche Zimmer mit dem Tier, wo nebi ihm schlaft. | Eine Freude, dass er da ist, in diesem wunderschönen Land, in seinem gemütlichen Zimmer mit dem Tier, das neben ihm schläft. | |
| 24 | Und alles isch, wie es isch im Schlummerland. | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | |
| 25 | De Flick schloft tief und fest. | Der Junge schläft tief und fest. | |
| 26 | Under ihm und über ihm isch alles weich und still. | Unter ihm und über ihm ist alles weich und still. | |
| 27 | Und nume ganzes Fins und langsames Schnuufe kann mer no ghöre. | Und nur ganz leises und langsames Schnaufen kann man noch hören. |
Teil 1/4
Quelle: Schlummerland — 31. Dezämber — Teil 1/4 — Teil 1 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Chunsch mit uf e chlini Reis uf en Bsuech ins Schlummerland? | Kommst du mit auf eine kleine Reise zu einem Besuch ins Schlummerland? | |
| 2 | Hüt fallt's em Gluri nöd so liecht zum iischlafe. | Heute fällt es dem Gluri nicht so leicht zum Einschlafen. | |
| 3 | Sin Fründ Flick het d Idee, em es paar Liechtli übers Bett z hänke. | Sein Freund Flick hat die Idee, ihm ein paar Lichter über das Bett zu hängen. | |
| 4 | Es git Täg, wo d Sunne spat uftaucht. | Es gibt Tage, an denen die Sonne spät aufgeht. | |
| 5 | Alli Tier und Böim läbed friedlich zäme. | Alle Tiere und Bäume leben friedlich zusammen. | |
| 6 | Mach's der bequem, wie's nu gaht. | Mach es dir bequem, wie es nur geht. | |
| 7 | Hüt goht's ums Füür und d Wärmi, wo os ünsk kann gä. | Heute geht es um das Feuer und die Wärme, die wir uns wünschen können. | |
| 8 | Und mer findet use, dass es au es Füür git, wo in eus inne isch, wo deit ganz friedlich immer vor sich haneflackert und üs stark macht. | Und wir finden heraus, dass es auch ein Feuer gibt, das in uns ist, das ganz friedlich immer vor sich hin flackert und uns stark macht. | |
| 9 | Also, denn machs der jetzt so bequem, wie du nume cha, und denn, denn machsch dini Auge zu. | Also, mach es dir jetzt so bequem, wie du nur kannst, und dann schließe deine Augen. | |
| 10 | Der Ort, wo du bisch, isch immer no da, au wenn du d Auge zuhesch. | Der Ort, wo du bist, ist immer noch da, auch wenn du die Augen schließt. | |
| 11 | Und jetzt stellsch der vor, dass irgendwo da um dich ume in diner Nähe e Tür geisch. | Und jetzt stell dir vor, dass irgendwo um dich herum in deiner Nähe eine Tür ist. | |
| 12 | E Tür mit ere Türfalle. | Eine Tür mit einem Türgriff. | |
| 13 | Drück jetzt die Türfalle ab und gang dür d Tür dure. | Drücke jetzt den Türgriff herunter und gehe durch die Tür. | |
| 14 | Und scho bisch da, im schönschte Land, wo's git. | Und schon bist du da, im schönsten Land, das es gibt. | |
| 15 | Im Schlummerland. | Im Schlummerland. | |
| 16 | Im Schlummerland isch es warm. | Im Schlummerland ist es warm. | |
| 17 | Es git nur ganz wenig Täg, wo d Sunne nid vom blauwisse Himmel schiint. | Es gibt nur ganz wenige Tage, an denen die Sonne nicht vom blauen Himmel scheint. | |
| 18 | Mal schiint sie e chli kräftiger, eso, dass de Bode vom Schlummerland sich ufwärmt und d Wärmi vo unten ufschtrahlt. | Manchmal scheint sie ein bisschen kräftiger, sodass der Boden vom Schlummerland sich aufwärmt und die Wärme von unten abstrahlt. | |
| 19 | Manchmal schiint sie au nume ganz liicht, eso, dass d Pflanze ihre Blätter und Blumechöpfe chönd ufwärme. | Manchmal scheint sie auch nur ganz leicht, sodass die Pflanzen ihre Blätter und Blütenköpfe aufwärmen können. | |
| 20 | D Luft um sie ume aber kühl und klar bleibt. | Die Luft um sie herum bleibt aber kühl und klar. | |
| 21 | Au d Bewonerinne und Bewoner im Schlummerland richte sich nach de Sunne. | Auch die Bewohnerinnen und Bewohner im Schlummerland richten sich nach der Sonne. | |
| 22 | Die gaht nämlich wie bi eus am Morge uf und am Abig under. | Die geht nämlich wie bei uns am Morgen auf und am Abend unter. | |
| 23 | Und fast alli Wese im Schlummerland passet sich dem Spiel vo de Sunne a. | Und fast alle Wesen im Schlummerland passen sich dem Spiel der Sonne an. | |
| 24 | Wie bi eus Mensche sind d Geschöpf im Schlummerland am Tag wach und am Abig, wänns Licht weniger wird, machets Auge zue und pfusset. | Wie bei uns Menschen sind die Geschöpfe im Schlummerland am Tag wach und am Abend, wenn das Licht weniger wird, schließen sie die Augen und schlafen. | |
| 25 | Im Schlummerland lebt alles, au wännd mer nid alles Läbe grad uf de erste Blick gseht. | Im Schlummerland lebt alles, auch wenn man nicht alles Leben gleich auf den ersten Blick sieht. | |
| 26 | Es wachser i dem wunderbare Land zum Bispiel en Hufe Pfanze. | In diesem wunderbaren Land wächst zum Beispiel eine Vielzahl von Pflanzen. | |
| 27 | Und vom chlinschte Gräsli bis zum gröschte, mächtigste Baum hed jede Pflanze ihrs eigenes Plätzli. | Und vom kleinsten Gräslein bis zum größten, mächtigsten Baum hat jede Pflanze ihren eigenen Platz. | |
| 28 | Nebstd de Pflanze gibts aber au viel andere Wese im Schlummerland. | Neben den Pflanzen gibt es aber auch viele andere Wesen im Schlummerland. | |
| 29 | Heuigümpere und Käfer und Bienli, zum Bispiel. | Heuschrecken und Käfer und Bienchen, zum Beispiel. | |
| 30 | Es summet und flügt und suret i dem Land. | Es summt und fliegt und surrt in diesem Land. | |
| 31 | Und nur am Abig wirds e chli stiller. | Und nur am Abend wird es ein bisschen stiller. | |
| 32 | Aber s Läbe isch natürlich immer da, au wännd mer s nid ghört. | Aber das Leben ist natürlich immer da, auch wenn man es nicht hört. | |
| 33 | Und denn sind da ja no d Muns. | Und dann sind da ja noch die Muns. | |
| 34 | D Muns sind es chleises Volk vo zottlige, liebe, haarige Wese. | Die Muns sind ein kleines Volk von zotteligen, lieben, haarigen Wesen. | |
| 35 | Si sind öppe so gross wie Zwerge und laufe uf zwei Bein, wie mir. | Sie sind etwa so groß wie Zwerge und laufen auf zwei Beinen, wie wir. | |
| 36 | Au Chleider hend d Muns mängmal a. | Auch Kleidung haben die Muns manchmal an. | |
| 37 | Denn nämlich, wännsi Lust hend, zum öpis aazläge. | Denn nämlich, wenn sie Lust haben, etwas anzuziehen. | |
| 38 | Ganz oft aber laufe sie ohne Chleider ume, wil im Schlummerland isch es warm und es isch es angenehms Gfühl, die warme Sunne uf de pelzige Haut z spüre. | Ganz oft aber laufen sie ohne Kleidung herum, weil es im Schlummerland warm ist und es ein angenehmes Gefühl ist, die warme Sonne auf der pelzigen Haut zu spüren. | |
| 39 | D Muns hend fröhlichi Gsichter und lebed i kugelrunde Hüs. | Die Muns haben fröhliche Gesichter und leben in kugelrunden Häusern. | |
| 40 | Runde Sache hend sie nämlich besonders gern. | Runde Dinge haben sie nämlich besonders gern. | |
| 41 | Mängmal sind die Hüs Teil vo grössere Pflanze. | Manchmal sind die Häuser Teil von größeren Pflanzen. | |
| 42 | Mängmal schwebe sie mit es bitzli Magie über em Fuge oder sie ruggele zogar durchs Land. | Manchmal schweben sie mit ein bisschen Magie über den Boden oder sie rollen sogar durchs Land. | |
| 43 | Mängmal liegeds aber au im Tal voene kleine, grüne Hügel. | Manchmal liegen sie aber auch im Tal von kleinen, grünen Hügeln. | |
| 44 | Es git Hüs, die gseht mer scho vo weitem. | Es gibt Häuser, die sieht man schon von weitem. | |
| 45 | Und es git sötig, die sind ganz und gar versteckt. | Und es gibt solche, die sind ganz und gar versteckt. | |
| 46 | Irgendwo i ner Baumkrone. | Irgendwo in einer Baumkrone. | |
| 47 | Jede Muns baut sis Hus deit, wo er wott und woont i sim Hus, mit wem das er wott. | Jeder Muns baut sein Haus dort, wo er will und wohnt in seinem Haus, mit wem er will. | |
| 48 | D Muns entscheide jede Tag neu, wo und mit wem sie sich wohlfühled. | Die Muns entscheiden jeden Tag neu, wo und mit wem sie sich wohlfühlen. | |
| 49 | Wännsi mol wännt züglen, denn nähmed sie ihre Hüs einfach mit. | Wenn sie einmal umziehen wollen, dann nehmen sie ihre Häuser einfach mit. | |
| 50 | Oder sie lönds deit, wo s sind und sueched sich en neie Ort zum wone. | Oder sie lassen sie dort, wo sie sind und suchen sich einen neuen Ort zum Wohnen. | |
| 51 | Es kugelrundes Muns-Hus mitneh | Ein kugelrundes Muns-Haus mitnehmen. |
Teil 2/4
Quelle: Schlummerland — 31. Dezämber — Teil 2/4 — Teil 2 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Das geht, weil ein paar von den Muns eben könn zaubern. | Das geht, weil ein paar von den Muns eben zaubern können. | |
| 2 | Vielleicht könn au alli zaubern, das weiss man nöd so genau. | Vielleicht können auch alle zaubern, das weiß man nicht so genau. | |
| 3 | Es paar Muns häm das mit dem Zaubern vielleicht au eifach no nie usprobiert. | Ein paar Muns haben das mit dem Zaubern vielleicht auch einfach noch nie ausprobiert. | |
| 4 | Dass en Muns zaubert, das passsiert nämlich eigentlich nöd so oft, | Dass ein Muns zaubert, das passiert nämlich eigentlich nicht so oft, | |
| 5 | wil die meisteschdens gseht Muns gar kein Grund, zum ihri Zauberkraft bruuche. | weil die meisten Muns gar keinen Grund sehen, um ihre Zauberkraft zu brauchen. | |
| 6 | Si chönd nämlich alles mache, wo si wend, aanegah, wo si wend, schlafe, wenn si wend. | Sie können nämlich alles machen, was sie wollen, essen, was sie wollen, schlafen, wann sie wollen. | |
| 7 | Da git's gar nümme so viel, wo mit Zaubererei müssti verändert wärde. | Da gibt es gar nicht mehr so viel, was mit Zauberei verändert werden müsste. | |
| 8 | Eine vo dene Muns, wo so Zauberkräfte hat, isch de Flick. | Einer von diesen Muns, der so Zauberkräfte hat, ist der Flick. | |
| 9 | Er isch en junge Muns, obwohls bi de Muns e chli andersch isch mit dem Alter als bi eus. | Er ist ein junger Muns, obwohl es bei den Muns ein bisschen anders ist mit dem Alter als bei uns. | |
| 10 | Muns chömed nämlich nöd chli uf d'Welt und werde denn gross. | Muns kommen nämlich nicht klein auf die Welt und werden dann groß. | |
| 11 | Muns sind plötzlich da und si blibe denn eifach so lang im Schlummerland, wie si wend. | Muns sind plötzlich da und sie bleiben dann einfach so lange im Schlummerland, wie sie wollen. | |
| 12 | Irgendwann verschwindets denn wieder und niemand weiss genau, wo hane. | Irgendwann verschwinden sie dann wieder und niemand weiß genau, wo hin. | |
| 13 | De Flick isch drum en Junge, wil er vor no nöd so langer Zyt im Schlummerland uftaucht isch. | Der Flick ist darum ein Junge, weil er vor noch nicht so langer Zeit im Schlummerland aufgetaucht ist. | |
| 14 | Am liebschte spaziert er ume im Schlummerland und findet Sache use. | Am liebsten spaziert er um im Schlummerland und findet Sachen heraus. | |
| 15 | Und am aller-aller-liebschte schlafeer, de Flick. | Und am allerliebsten schläft er, der Flick. | |
| 16 | Das machet aber eigentlich alli Muns sehr gern. | Das machen aber eigentlich alle Muns sehr gerne. | |
| 17 | De Flick sitzt vor sim Huus. | Der Flick sitzt vor seinem Haus. | |
| 18 | Es Kugelrundes Nest isch das, ganz us Pflanzegschtrüpp, e Art Höhle us grüene Blätter. | Ein kugelrundes Nest ist das, ganz aus Pflanzengebüsch, eine Art Höhle aus grünen Blättern. | |
| 19 | Innendrin hets Moos, weich uspolstert isch es und farbige, grosse Küssi us sitigfeinem Stoff flige dri. | Innen hat es Moos, weich ausgepolstert ist es und farbige, große Kissen aus seidenfeinem Stoff fliegen drin. | |
| 20 | Am Abig wirds liedlig im Schlummerland, | Am Abend wird es ruhig im Schlummerland, | |
| 21 | wil alli Tierli müed wered und nümme so viel rumsurret, | weil alle Tierchen müde werden und nicht mehr so viel herumfliegen, | |
| 22 | sondern stillsitzet und ihre Flügels stillhaltet. | sondern still sitzen und ihre Flügel stillhalten. | |
| 23 | De Flick sitzt vor sim Pflanzezimmer und macht Auge zue. | Der Flick sitzt vor seinem Pflanzenzimmer und macht die Augen zu. | |
| 24 | Je fein, dass d'Luft schmöckt, nach blaue Blüte und frisch gewachsenem Grass, | Wie fein, dass die Luft riecht, nach blauen Blüten und frisch gewachsenem Gras, | |
| 25 | nach sunnewarme Erde und es bitzli salzig, wie am Meer. | nach sonnenwarmer Erde und ein bisschen salzig, wie am Meer. | |
| 26 | De Flick legt sini Hand uf de Bauch und tuet de Spitz vo sim Zeigfinger uf de Bauchnabel. | Der Flick legt seine Hand auf den Bauch und tut die Spitze seines Zeigefingers auf den Bauchnabel. | |
| 27 | Mit de Hände so tüend Muns zaubere. | Mit den Händen so tun Muns zaubern. | |
| 28 | Mängmal gseht mer de Zauber vo de Muns nöd, | Manchmal sieht man den Zauber von den Muns nicht, | |
| 29 | denn nämlich, wenn sie lieber unbeobachtet möchted bliibe. | denn nämlich, wenn sie lieber unbeobachtet bleiben möchten. | |
| 30 | Aber mängmal gseht mer sibe au, wenn sie zaubere. | Aber manchmal sieht man sie auch, wenn sie zaubern. | |
| 31 | Denn regnets farbige, helle Zauberstärnli. | Dann regnet es farbige, helle Zaubersternchen. | |
| 32 | Hüt wott de Flick gern es paar Zauberstärnli gsehe | Heute möchte der Flick gerne ein paar Zaubersternchen sehen | |
| 33 | und er klöpflt mit sim Finger zweimal in d'Mulde vo sim Bauchnabel. | und er klopft mit seinem Finger zweimal in die Mulde seines Bauchnabels. | |
| 34 | Bi dere Beweegig wirbelt es paar Stärnli uf vo sim Bauch in d'Luft | Bei dieser Bewegung wirbelt ein paar Sternchen von seinem Bauch in die Luft | |
| 35 | und keie denn ganz langsam, so licht wie Fäderli, uf de Bode vor em Flick. | und fallen dann ganz langsam, so leicht wie Federchen, auf den Boden vor dem Flick. | |
| 36 | Ganz viel Stärnli chöme da zämme zumene Hufe | Ganz viele Sternchen kommen da zusammen zu einem Hufe | |
| 37 | und verschmelze zu mene kleine, gelb-orangene Füürli. | und verschmelzen zu einem kleinen, gelb-orangenen Füürchen. | |
| 38 | De Flick schmunzlet und isch e chli stolz. | Der Flick schmunzelt und ist ein bisschen stolz. | |
| 39 | Das isch em wunderbar glunge, das Füürli ganz ohne Holz oder susch öpis, | Das ist ihm wunderbar gelungen, das Füürchen ganz ohne Holz oder sonst etwas, | |
| 40 | eifach numme mit es paar Stüpfer in sim Bauchnabel. | einfach nur mit ein paar Stüpfchen in seinem Bauchnabel. | |
| 41 | De Flick legt sich nebe das Zauberfüür uf de Bode, | Der Flick legt sich neben das Zauberfeuer auf den Boden, | |
| 42 | is weichem Moos und luet in d'Flamme, | in weichem Moos und schaut in die Flamme, | |
| 43 | i die viele kleine rote und gelbe tanzende Züngli. | in die vielen kleinen roten und gelben tanzenden Zünglein. | |
| 44 | A seinem Bauch spürt er d'Wärmi, | An seinem Bauch spürt er die Wärme, | |
| 45 | e Wärmi, wo sich vo da usbreitet in sinen ganze Körper. | eine Wärme, die sich von da ausbreitet in seinen ganzen Körper. | |
| 46 | Er gspürt, wie d'Wärmi sine Bein ufwärmt, | Er spürt, wie die Wärme seine Beine aufwärmt, | |
| 47 | d'Oberschenkel, sine Knie und sine Unterschenkel. | die Oberschenkel, seine Knie und seine Unterschenkel. | |
| 48 | Und denn wärme sich au sine Füess, | Und dann wärmt sich auch seine Füße, | |
| 49 | d'Ferse und d'Undersite vo de Füess und jede einzelne Zehe, | die Ferse und die Unterseite der Füße und jede einzelne Zehe, | |
| 50 | vom Gröschte zum Chlinschte. | vom Größten zum Kleinsten. | |
| 51 | Die ganze Füess, die ganze Bein sind warm. | Die ganzen Füße, die ganzen Beine sind warm. |
Teil 3/4
Quelle: Schlummerland — 31. Dezämber — Teil 3/4 — Teil 3 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | D'Wärme vom Füür breitet sich witer i sim Körper us. | Die Wärme vom Feuer breitet sich weiter in seinem Körper aus. | |
| 2 | Vo sim Bauch wärmt sich sini Brust, sim Hals und sini Ärme, d'Elleböge, d'Händ. | Von seinem Bauch wärmt sich seine Brust, sein Hals und seine Arme, die Ellenbogen, die Hände. | |
| 3 | Jede einzelne Finger vom Tumme bis zum chline Finger. | Jeder einzelne Finger vom Daumen bis zum kleinen Finger. | |
| 4 | Am Flicks sini Härli uf de Händ zitteret licht. | Am Finger seines Hand zittert leicht. | |
| 5 | Es so schön isch es, die Wärmi z'gspüere. | Es ist so schön, die Wärme zu spüren. | |
| 6 | D'Wärmi spürt de Flick au im Chopf. | Die Wärme spürt der Junge auch im Kopf. | |
| 7 | Er macht d'Auge zu. | Er macht die Augen zu. | |
| 8 | Er gspürt sini barm Nase, sini Augedeckle, wo barm wert. | Er spürt seine warme Nase, seine Augenlider, die warm sind. | |
| 9 | Sini Haar, sini Oore. | Seine Haare, seine Ohren. | |
| 10 | Alles isch barm, vom Füür, wo vor sich a ne brännt. | Alles ist warm, vom Feuer, das vor sich hin brennt. | |
| 11 | Es Füür us Munds Zauberstärnli. | Ein Feuer aus Munds Zaubersternchen. | |
| 12 | De Flick gspürt, wie es Füür ihn au vo ine ufwärmt. | Der Junge spürt, wie das Feuer ihn auch von innen aufwärmt. | |
| 13 | Er gspürt, dass es da es chliises Flämmli git, wo i simer Brust vor sich a ne brännt. | Er spürt, dass es da ein kleines Flämmchen gibt, das in seiner Brust vor sich hin brennt. | |
| 14 | Au denn, wänns Zauberfüür verlöscht. | Auch dann, wenn das Zauberfeuer erlischt. | |
| 15 | Es Flämmli, wo ihm verspricht, dass er alles chan schaffe, dass alles, wo er macht, guet isch. | Ein Flämmchen, das ihm verspricht, dass er alles schaffen kann, dass alles, was er macht, gut ist. | |
| 16 | De Flick gspürt das Füür i sich ine jetzt ganz fest und es git ihm Kraft. | Der Junge spürt das Feuer in sich jetzt ganz fest und es gibt ihm Kraft. | |
| 17 | Es macht ihn stark und tapfer. | Es macht ihn stark und tapfer. | |
| 18 | Und er weiss, dass ihn i simem Läbe nüt meh chan durcheinandbringe. | Und er weiß, dass ihn in seinem Leben nichts mehr durcheinanderbringen kann. | |
| 19 | Si Gsicht entspannt sich ganz und er lächelt. | Sein Gesicht entspannt sich ganz und er lächelt. | |
| 20 | Und d'Wärmi macht de Flick müed. | Und die Wärme macht den Jungen müde. | |
| 21 | Und mit einer chline Fingerbewegig ufem Bauch streut er no es paar meh Zauberstärnli uf sim eigige, warme, fällige Körper. | Und mit einer kleinen Fingerbewegung auf dem Bauch streut er noch ein paar mehr Zaubersternchen auf seinen eigenen, warmen, fälligen Körper. | |
| 22 | Die Stärnli fühle sich aan wie die warme Pötli von einer Katze, wo fii ufem Flick sim Körper lauft. | Die Sternchen fühlen sich an wie die warmen Pfötchen von einer Katze, die auf dem Jungen seinen Körper läuft. | |
| 23 | De Zauber luft de Flick vo de Erde weg i d'Luft, nur ganz es bitzli weg vom Boden. | Der Zauber hebt den Jungen von der Erde weg in die Luft, nur ganz ein bisschen weg vom Boden. | |
| 24 | Ganz langsam, fast ohne dass er es merkt, schwibt de Flick vom Füür weg i sein warme, gemütliche Moosnest. | Ganz langsam, fast ohne dass er es merkt, schwebt der Junge vom Feuer weg in sein warmes, gemütliches Moosnest. | |
| 25 | Dät legtin Stärnli ab. | Dort legt er die Sternchen ab. | |
| 26 | De Flick schlaft und merkt no, wie sich eine feine Decke über ihn legt, wo grad so dick isch, dass de Flick warm het, aber nüt schwitzt. | Der Junge schläft und merkt noch, wie sich eine feine Decke über ihn legt, die gerade so dick ist, dass der Junge warm hat, aber nicht schwitzt. | |
| 27 | De Flick schmunzlet im Schlaf und träumt vo de Sterne und de Mond, wo gross überm Schlummerland stöhnd, weit überm Flick, weit über ihm und sim chline Zauberfüürli. | Der Junge schmunzelt im Schlaf und träumt von den Sternen und dem Mond, der groß über dem Schlummerland steht, weit über dem Jungen, weit über ihm und seinem kleinen Zauberfeuerchen. | |
| 28 | Über de Pflanze und alle Tierli und alle Monds, wo im Schlummerland schlofe. | Über den Pflanzen und allen Tierchen und allen Monden, die im Schlummerland schlafen. | |
| 29 | Und das Füürli, wo sini Wärmi usbreitet, brännt witer. | Und das Feuerchen, das seine Wärme ausbreitet, brennt weiter. | |
| 30 | Unendlich im Raum, wo alles schlafe. | Unendlich im Raum, wo alles schläft. |
Teil 4/4
Quelle: Schlummerland — 31. Dezämber — Teil 4/4 — Teil 4 vo 4 (~5 Min) us ere SRF-Sändig. © SRF — nur zum Lärne, s Audio wird nöd im Git gspeicheret.
| # | Dialäkt (Züritüütsch) | Hochdüütsch | ✏️ Korrektur |
|---|---|---|---|
| 1 | Und alles isch, wie es isch im Schlummerland. | Und alles ist, wie es ist im Schlummerland. | |
| 2 | Der Flick schlaft tief und fest. | Der Junge schläft tief und fest. | |
| 3 | Unter ihm und über ihm isch alles weich und still. | Unter ihm und über ihm ist alles weich und still. | |
| 4 | Nur ganz es feins und langsams Schnuufe chan mer no ghöre. | Nur ganz ein feines und langsames Schnaufen kann man noch hören. | |
| 5 | I und us. | Ich und aus. |